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Burgwedel 47-mal ohne Führerschein unterwegs
Aus der Region Region Hannover Burgwedel 47-mal ohne Führerschein unterwegs
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13:32 28.12.2018
Das Amtsgericht Burgwedel verurteilte einen LKW-Fahrer wegen Fahrens ohne Führerschein in 47 Fällen. Quelle: Frank Walter (Archiv)
Großburgwedel

Sichtlich erleichtert und mit seinem Führerschein ihn der Hand verließ jetzt ein 66-jähriger LKW-Fahrer den Verhandlungssaal im Burgwedeler Amtsgericht. Richter Michael Siebrecht händigte ihm diesen nach der Verhandlung wieder aus. Angeklagt war der Mann wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis in 47 Fällen und zudem einer Fahrerflucht.

Und das war passiert: Der Angeklagte ist Rentner und arbeitet obendrein als Aushilfsfahrer für einen Hildesheimer Betrieb. Jeden Monat erledigt er mehrere Fahrten für das Unternehmen, beliefert unter anderem Schulkioske mit Waren. Unter anderem auch in Großburgwedel. Was er nicht beachtete: LKW-Führerscheine haben lediglich eine begrenzte Gültigkeit, müssen alle fünf Jahre verlängert werden. Dafür ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Diesen Termin hat der Rentner verschwitzt. Das war im September 2017. Stieg er nach diesem Datum in das Führerhaus seines LKWs und fuhr los, dann war er ohne Fahrerlaubnis unterwegs. Das geschah bis Mai 2018 in insgesamt 47 Fällen, wie die Staatsanwaltschaft später rekonstruierte und dann eine entsprechende Anklage verfasste. Hinzu kommt noch, dass der Rentner beim Rangieren vor der IGS in Großburgwedel einen Fahnenmast umstieß und sich dann nicht um den angerichteten Schaden in Höhe von 350 Euro – kümmerte. Nicht zuletzt deshalb musste der Rentner dann seinen Führerschein bereits Monate vor dem Gerichtstermin abgeben.

Den bekam der Angeklagte jetzt allerdings nach dem Urteilsspruch von Richter Siebrecht wieder ausgehändigt. Denn: Richter Siebrecht verurteilte den Angeklagten zwar zu einem Führerscheinentzug von zwei Monaten, die waren allerdings bei der Urteilsverkündung bereits abgelaufen. Außerdem muss der Mann eine Strafe von 50 Tagessätzen von je 35 Euro zahlen. Für einen Rentner und Aushilfsfahrer mit 1100 Euro Einkommen sicher eine durchaus schmerzliche Sache.

Von Thomas Oberdorfer

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