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Burgwedel Anne Gesthuysen liest im Amtshof aus ihrem neuen Roman „Mädelsabend“
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Anne Gesthuysen liest im Amtshof aus ihrem neuen Roman „Mädelsabend“
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15:59 06.12.2018
Starke Frauen vom Niederrhein mit schwarzem Humor Quelle: Jürgen Zimmer
Großburgwedel

 Anne Gesthuysen ist bereit. Sie sitzt an ihrem Tisch auf der Bühne und beobachtet amüsiert wie sich der Saal füllt. Mit Frauen – und ein paar Männern. Die wurden auch von ihr speziell begrüßt: „Helden müssen gefeiert werden“, war ihr launiger Kommentar. Die bekannte Journalistin und Buchautorin, sie moderierte bis 2014 das ARD-Morgenmagazin, erzählt am Mittwochabend im Amtshof zunächst liebe- und humorvoll von ihrer Heimat am Niederrhein, in der sich auch ihr dritter Roman „Mädelsabend“ abspielt. „Nach dem vierten Roman darf ich mich Schriftstellerin nennen“, lacht sie ins Publikum. Der Untertitel ihres Buches: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben? verrät, dass es in ihrem Roman auch dramatisch zugeht, wobei der Humor nicht zu kurz kommt. Und der war oft schwarz.

Den lernte auch ihr Mann Frank Plasberg (er moderiert die politische Talk-Show Hart aber Fair) auf einer Beerdigung kennen, erzählte sie, als ihm gesagt wurde: „Nun ist er tot. Das ist hart, aber nicht fair.“ Mit gekonnter Gestik und Mimik liest Gesthuysen wie Ruth und Walter nach sechzig Jahre Ehe ins Seniorenheim ziehen. Sie blüht auf – und er möchte am liebsten vor den vielen lustigen Witwen fliehen. Und auf einmal und zum ersten Mal kann sich Ruth gut vorstellen, ihr Leben ohne Walter zu beenden. Wird es soweit kommen? Immer wieder fügt Gesthuysen geschickt eigene Kindheitserlebnisse ein und auch die ihrer Schwiegermutter, die Patin für die Figur Ruth stand. Kriegszeit mit Nazis, miefige Fünfziger, in denen die Frauen in patriarchalen Strukturen noch mehr oder weniger rechtlos waren, bis in die wilden Siebzigerjahre der Enkelin spannt sie einen gut strukturierten Generationenbogen. Einfühlsam, herzlich und mit erfrischender Situationskomik hinterfragt Gesthuysen was zwei Menschen über Jahrzehnte zusammenhält. Einfache Antworten gibt sie (zum Glück) keine, stattdessen hinterfragt sie: welchen Wert individuelle Freiheit hat und wie schwer oft die selbstbestimmte Gestaltung des Lebens sein kann.

Wenn das Buch halb so warmherzig und sympathisch ist, wie Gesthuysen bei den Besuchern rüber kam, kann es nur ein Erfolg werden. Schon in der Pause drängten sich die Kauflustigen (Frauen) zum Signieren.

Die Bücherei Großburgwedel als Veranstalter kann zufrieden sein. Alleine seit Oktober wurden eine Reihe interessanter und zum Teil mit Prominenz besetzte Veranstaltungen angeboten. Heidi Hetzer raste mit 77 Jahren ungebremst durchs Leben, neues vom Buchmarkt gab es von Astrid Henning und Andrea Westenkamp, Kate Kitchenham brachte Hundebesitzer neue Erkenntnisse, Lokalmatador Dirk Rossmann las aus seinen Erinnerungen und nun auch noch eine bekannte Fernsehmoderatorin. Dazwischen gab es noch Bilderbuchkino für die Kleinen und Büchereikino für die Großen. Am 14. Dezember folgt noch das Weihnachts-Bilderbuchkino, bevor es am 23. Januar mit dem dritten Teil der Jahrhundert-Trilogie „Zeitenwende“ von Carmen Korn weitergeht.

Info: Das Buch „Mädelsabend“ von Anne Gesthuysen ist im Verlag Kiepenheuer&Witsch erschienen und kostet 22 Euro.

Von Jürgen Zimmer

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