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Burgwedel Diebstahl auf Friedhof entsetzt Mutter
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00:16 01.11.2018
Da war die Christusfigur: Elfi Döhler am Grabkreuz ihres Sohnes Günther. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

Fassungslos, aber vor allem traurig steht Elfi Döhler am Grab ihres Mannes. Auf ihm ist nicht nur der Stein aufgestellt, der an ihren Ehemann – den ehemaligen Großburgwedeler Schwimmmeister Kurt Döhler – erinnert, sondern auch das Grabkreuz ihres Sohnes Günther. Und von dem haben Unbekannte in den vergangenen Wochen eine Christusfigur abmontiert und mitgenommen. 35 Jahre lang war sie an dem schmiedeeisernen Kreuz befestigt, das an den im Alter von nur 13 Jahren verstorbenen Jungen erinnert.

„Wer macht so etwas?“, fragt sich Elfi Döhler immer wieder. Noch immer kann sie kaum glauben, was geschehen ist. Mitte Oktober, beim ihrem letzten Friedhofsbesuch kurz vor einer kleinen Reise, war alles noch in Ordnung. Die Figur an ihrem Platz. Doch wenige Tage später, beim ersten Besuch nach ihrer Rückkehr aus dem Kurzurlaub, ist der kleine Christus verschwunden. Helle Stellen und eine augenscheinlich durchsägte Schraube lassen erkennen, wo er zuvor befestigt war.

Elfi Döhler und ihr Mann Kurt hatten das Kreuz mit der knapp 20 Zentimeter große Christusfigur kurz nach dem Tod ihres gemeinsamen Kindes anfertigen lassen. Das war 1983. „Wir waren im Paznauntal in Österreich. Dort haben wir es von einem Kunstschmied gekauft“, sagt Elfi Döhler. Zurück in Großburgwedel ließen sie das Kreuz samt Figur verzinken und anschließend von einem Maler teilweise mit einem Goldüberzug versehen. Danach wurde es auf dem Grab ihres damals erst kurz zuvor verstorbenen Sohnes aufgestellt. Als dies vor wenigen Jahren eingeebnet wurde, um Platz für Urnengräber zu schaffen, ließ sie es umsetzen. Auf das Grab ihres inzwischen verstorbenen Mannes, gleich neben seinen Grabstein.

Im Laufe der Jahre ist die Goldfarbe längst abgeblättert, zurück blieb ein schwarzes Kreuz samt der kleinen Metallfigur. Und die ist nicht einmal kostbar. Der Materialwert dürfte allenfalls ein paar Cent betragen. Zudem stellt sie auch als Kunstobjekt keinen wirklichen Wert war. „Die Figur ist nicht aus Messing oder Kupfer, sie ist aus ganz einfachem Eisen und der Schmied kein bekannter Künstler“, sagt Elfi Döhler kopfschüttelnd. „Aber für mich ist sie wertvoll. Was wollen die Diebe damit?“

Dass auch auf dem Großburgwedeler St.-Petri-Friedhof Dinge gestohlen werden, ist keine Seltenheit. Das passiert zwar nicht täglich, aber „von Zeit zu Zeit verschwinden schon einmal Blumen oder manchmal auch ein Gesteck von einem der Gräber“, berichtet Friedhofsgärtner Jörg Krauthoff. Und weiter: „Doch dass jemand eine Figur von einem Grabkreuz abmontiert, dass habe ich noch nicht erlebt.“

Aber auch wenn die Bestohlenen unter den Taten oftmals besonders leiden, bei der Polizei werden die Diebstähle nur sehr selten angezeigt. „Das sind nur ganz wenige Einzelfälle im Jahr“, sagt Polizeisprecher Ralf-Emil Bahn vom Kommissariat Großburgwedel. „Wir können jedoch nur ermitteln, wenn die Bestohlenen Anzeige erstatten oder Zeugen uns ihre Beobachtungen mitteilen“, sagt er und fordert die Betroffenen auf, sich zu melden.

Elfi Döhler hat das getan und Anzeige erstattet. Die Hoffnung, die Christusfigur zurückzubekommen, will sie auch jetzt noch nicht aufgeben. „Vielleicht schmeißen die Diebe die kleine Figur weg, wenn sie merken, dass sie nichts wert ist“, sagt sie und hofft dann auf einen ehrlichen Finder. Denn: Nur zu gern würde sie die kleine Christusfigur wieder an dem Grabkreuz ihres Sohnes anbringen lassen. „Da hat sie 35 Jahre gesessen, da gehört sie hin.“

Von Thomas Oberdorfer

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