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Burgwedel Feuerwehr muss Laternenumzug absagen
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Feuerwehr muss Laternenumzug absagen
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00:19 05.11.2018
Hatten ihren Spaß auch ohne großen Umzug: Marlon (2 Jahre), Philipp (5), Luise (4) und Lenya (4). Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

Verwaltungsposse statt leuchtender Kinderaugen: Der für Freitagabend geplante Laternenumzug der Großburgwedeler Feuerwehr endete, bevor er überhaupt begonnen hatte. Die Region, als zuständige Verkehrsbehörde, verweigerte der Feuerwehr die notwendige Genehmigung für die Tour durch den Ort.

Doch ganz unverrichteter Dinge mochte die Feuerwehr die gut 200 Besucher – darunter viele Kinder – nun auch wieder nicht nach Hause schicken. Also machte Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger das Beste aus der Situation: Er sagte den offiziellen Umzug durch den Ort ab, kündigte aber gleichzeitig einen privaten Übungsmarsch der Großburgwedeler Brandbekämpfer zum Feuerwehrhaus am Mühlenbruchdamm an. Vorneweg mit dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr und den jugendlichen Fackelträgern der Truppe. Statt wie eigentlich geplant auf der großen Tour über Von-Alten-Straße und Rathausplatz ging es vom Treffpunkt am Alten Markt durch den Steinekengang direkt zum Haus der Feuerwehr. „Wenn jemand Zeit hat, kann er uns ja folgen“, schlug er den Anwesenden vor. „Aber rein privat natürlich“, ergänzte er. Das ließen sich die Burgwedeler nicht zweimal sagen und machten sich auf den Weg zum Feuerwehrhaus.

Vergebliche Versuche, den Umzug zu retten

Vorangegangen waren den Tag über hektische Telefonate zwischen Großburgwedel und der Regionsverwaltung. Feuerwehr, aber auch Stadtverwaltung und Polizeileitung haben sich bei der Behörde für die Durchführung des Laternenumzugs eingesetzt. „Das war schon toll, wie sich Stadt und Polizei für uns gekämpft haben“, lobt Rüdiger die Versuche der Verantwortlichen in Großburgwedel den Umzug doch noch zu retten. Am Ende war aber aller Einsatz vergebens. Die Regionsverwaltung blieb hart und verweigerte die notwendige Zustimmung. Warum, das lies sich am Freitagabend nicht mehr klären. Regionssprecher Klaus Abelmann versprach jedoch Aufklärung für Montag.

Hintergrund: Seit 2017 genehmigt die Region wesentlich weniger private Umzüge auf öffentlichen Straßen. Zustimmungen soll es nur noch in Ausnahmefällen geben. Ziel ist es, die Polizei zu entlasten. Der Großburgwedeler Laternenumzug ist aber nach Aussage der Feuerwehr ein solcher Fall. „Darauf haben wir uns im vergangenen Jahr bei Vorgesprächen mit der Region geeinigt“, sagt Tibor Biczók, Burgwedels stellvertretender Ortsbrandmeister. Allerdings: Im Antrag versäumte es die Feuerwehr auf die vorhandene Absprache hinzuweisen.

Warum dann aber die Region eine Genehmigung verweigert, obwohl Stadt und Polizei ihre Unterstützung zugesagt haben, kann Rüdiger nicht verstehen. „Wahrscheinlich Arbeitsüberlastung“, sagt er kopfschüttelnd und weiter: „Ein Stempel und eine Unterschrift, mehr wäre nicht nötig gewesen und die Kinder hätten ihren Umzug gehabt.“

Dass es am Ende des Tages so manche Kinderaugen doch noch zu funkeln begannen, lag nicht an den leuchtenden LED-Lämpchen, sondern am vorbereiteten Programm der Feuerwehr. Am und im Gerätehaus konnten die Jungen und Mädchen sich die knallroten Autos und deren Ausrüstung aus der Nähe anschauen. Spannend nicht nur für den Nachwuchs, sondern auch für so manchen Vater. Und das entschädigte dann doch noch für den verpassten Umzug durch den Ort.

Von Thomas Oberdorfer

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