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Burgwedel Improvisationstheater auf der Suche nach der Zeit
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Improvisationstheater auf der Suche nach der Zeit
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18:16 03.06.2018
Die „Schildkröte“ bricht aus ihrem Panzer. Quelle: Marvin Pietsch
Großburgwedel

Zeitbänker, die ihren Kunden Lebenszeit abkaufen, Schildkröten und ein Zeitreisender namens Meister Hora: Das alles kennt man aus dem Kinderbuch „Momo“ von Michael Ende. Das Du+Ich=Wir-Theater hat diesem Klassiker mit ihren Aufführungen im Amtshof in Großburgwedel seinen eigenen Stempel aufgedrückt. An zwei Abenden, am Freitag und Sonnabend, präsentierten die 17 Darsteller ihr Stück „Auf der Suche nach der verschwundenen Zeit“.

Im Zeitraum nimmt die Zeitbank dem Kunden Klitschko die 45 Jahre Ehe mit der Frau ab. Quelle: Marvin Pietsch

„Ich habe meine Zeit bei einem Konzert der Kelly-Family verschwendet“, sagt einer in einer Szene und gibt das Mikrofon weiter. „Immer, wenn ich Geburtstag habe, merke ich, dass ich Zeit verschwendet habe“, erklärt der nächste. Im Hintergrund tickt auf einer Leinwand eine Uhr erbarmungslos weiter – davor agiert das Ensemble auf Zeit aus Mitgliedern der Pestalozzi-Behindertenwerkstatt und Seniorinnen und Senioren aus Großburgwedel. „Wir sind ein Labor“, sagt Matthias Bittner, freier Theaterpädagoge und Leiter des größtenteils improvisierten Stücks.

Irgendwie gepanzert: Darstellerin als Schildkröte. Quelle: Marvin Pietsch

Immer wenn die Grenzen zwischen Improvisation und Geprobtem auf der Bühne des Amtshofs verschwimmen, wird das Stück besonders genial. Scheinbare Pannen, wie das Umwerfen eines Koffers, werden sofort von den Schauspielern kommentiert: „Auch noch Randale in meinem Zug.“ Genau diese Spontaneität gefällt nicht nur den Zuschauern, sondern auch Schauspieler Pascal Goldbecker: „Auf der Bühne zu stehen, hilft mir beim Stressabbau vom Alltag.“

Der Regisseur macht sich Notizen: Theaterpädagoge Matthias Bittner hat das Stück mit den Darstellern mehr als ein Jahr lang geprobt. Quelle: Marvin Pietsch

Zur Vorbereitung hatte sich die Gruppe gemeinsam die Momo-Verfilmung angesehen, den Film immer wieder gestoppt, ihre Gedanken dazu auf Plakaten festgehalten, zusätzlich Passanten in der Fußgängerzone zum Thema Zeit befragt. Die Plakate und Videointerviews wurden am Eingang des Amtshofs präsentiert.

Dass durch die Improvisation nicht alles im Stück Sinn ergibt und viele Fragezeichen in den Köpfen der Zuschauer bleiben, ist laut Bittner gewollt: „Alles, was gut ist, bleibt. Das andere wird vergessen.“

Von Marvin Pietsch

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