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Burgwedel Carmina Burana mit lyrischen Intermezzi
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00:37 09.06.2018
Elfie Prinz und ihr Textbuch, das die Drechsel-Chöre in 500-er Auflage haben drucken lassen. Quelle: Martin Lauber
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Isernhagen F.B./Engensen

Vorne rechts auf der Bühnenkante wird wieder ihr Platz sein. Im Lichtkegel wird ein Scheinwerfer sie im bunten Kostüm eines Harlekins aus dem Dunkeln auftauchen lassen. Immer, wenn die mehr als 100 Sängerinnen und Sänger des Vokal Ensembles Isernhagen und der Femmes Vocales pausieren, wird Elfie Prinz sich in einen Narren verwandeln, der die gesungenen altsprachlichen Liedtexte aus der Carmina Burana in erklärende Reime fasst. Reime, die aus ihrer eigenen Versschmiede stammen. Weil diese lyrisch-moderierende Zutat bei den ersten beiden Aufführungen von Carl Orffs Chorwerk im Mai 2016 im Isernhagenhof so viel Anklang gefunden hatte, gibt es Elfie Prinz’ Version bei der Wiederaufführung am kommenden Wochenende als Textbuch zu kaufen.

Prinz ist als Verwaltungswirtin im Jugendamt der Landeshauptstadt zuständig für Nachlasssachen – im Beruf ist nüchterne Sachlichkeit gefragt. Dabei hat die gebürtige Schleswig-Holsteinerin und Vielleserin die Literatur inklusive Lyrik schon mit der Muttermilch eingesogen. Mit klassischen Balladen wurde sie als Kind zu Bett gebracht. Ihr Großvater, ein Schulrektor, hatte zur Erbauung seiner Schüler Wörterfibeln geschrieben. Seine Losung „Tritt ein ins Wort“ sporne sie bis heute an, sich auf dem weiten Feld der Lyrik zu überbieten, bekennt die Enkelin selbstironisch. In der Praxis des Prinz’schen Familienlebens haben ihre drei Kinder den Schreibeifer auszubaden. Versuchskaninchen und Heimlektoren in Personalunion, lese sie ihnen jedes neue Gedicht zuerst vor, sagt die 51-Jährige.

Veröffentlicht aus ihrem mehrere Gedichte-Ordner umfassenden Oeuvre hat das Ensemblemitglied der „Femmes Vocales“ bis heute keine einzige Zeile. Aber im Chor, in dem sie seit zehn Jahren als zweiter Sopran singt, war Elfie Prinz’ lyrisches Talent durchaus bekannt. Für die Zusage an Chorleiterin Anne Drechsel, sich an erklärenden Texte zu versuchen, hatte die Engenserin keine Viertelstunde gebraucht: „Die Melodien hatte ich ja in mir“ Die in der Carmina Burana verarbeiteten Lieder aus Benediktbeuren, die aus dem dritten Jahrhundert stammen, hatten es ihr ohnehin angetan – so schön deftig und burschikos, mit so viel verführerischer Erotik und Ironie. In ihrer freien Nachdichtung hat Prinz hier geschliffen und dort poliert und die Vorlagen so zum Glänzen gebracht. Ohne falsche Bescheidenheit meint die Autorin, dass sie ihren Job wohl recht ordentlich gemacht hat. „Das eckt nicht an, das plätschert wie ein Fluss“, findet sie. Und auch wo es prickelnd erotisch werde, blieben ihre Verse „auf jeden Fall kindgerecht“.

Auch als Rezitatorin sei Prinz eine erstklassige Besetzung, sagt Chorsprecherin Beate Schlüter. Als poetischer Harlekin auf der Bühnenkante zu sitzen und im Applaus zu baden, das war für 51-Jährige 2016 ein ganz neues Gefühl: „Einfach berauschend.“ Auch deshalb freut sich auf die Wiederaufführungen am Sonnabend und Sonntag.

Von Martin Lauber

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