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Burgwedel Bagger räumt den Schlamm aus dem Würmsee
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Bagger räumt den Schlamm aus dem Würmsee
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00:20 27.10.2018
Der Schlamm muss weg: Die Baggerschaufel gräbt sich in den Boden des Würmsees. Quelle: Thomas Oberdorfer
Burgwedel

Langsam gräbt sich die große Schaufel in den Schlick. Wasser quillt an der Seite empor. Mit einem kräftigen Ruck hebt der Bagger einen Riesenberg Schlamm hoch, schwenkt herum und lässt den Aushub auf einem Lkw fallen. Seit vier Wochen ist das ein tägliches Schauspiel am Würmsee. Rund 3500 Kubikmeter Schlamm wurden so bislang ausgekoffert. Am Donnerstag ist nun vorerst Schluss.

Mit dieser Aktion stemmt sich die Stadt Burgwedel gegen die drohende Verlanden des Gewässers. „Der Würmsee ist ein beliebtes Naherholungsziel für die Menschen aus der Region. Das lohnt es zu erhalten“, sagt Malte Schubert, der als Umweltschutzbeauftrager der Stadt das Projekt betreut. Vor zwei Jahren hat die Kommune Gewässer und Uferbereiche vom Realverband Kleinburgwedel gepachtet und kümmert sich nun um den Erhalt. In den vergangenen Jahren wurde die Wasserfläche immer kleiner, Schilfbereiche wuchsen in Richtung Seemitte. Im Sommer pumpt die Stadt bis zu 1400 Kubikmeter Wasser in den See.

Als durch die lange anhaltendes Trockenheit im Sommer der See trotzdem immer weniger Wasser im See war, wurde die Idee zum Ausbaggern geboren. Ende September ging es dann los: Bis zu 20 Zentimeter tief gräbt sich die Baggerschaufel an den trockengefallenen Stellen in den Seegrund. Rund 14.000 Quadratmeter wurden so ausgekoffert und damit knapp ein Viertel des 60.000 Quadratmeter großen Sees. Für viele Besucher ein imposantes Schauspiel. Immer wieder bleiben Spaziergänger am Ufer stehen und schauen den Arbeiten zu.

Der Aushub aus dem See landet auf den Feldern in der Umgebung. Eine Win-Win-Situation für Stadt und Landwirte. Die Kommune kann den Schlamm kostengünstig entsorgen, die Landwirte bekommen kostenlosen Dünger für ihre Felder. In einer zwei bis drei Zentimeter dünnen Schicht wird der Aushub auf den Böden verteilt. „Dafür gelten strenge Auflagen“, sagt Schubert. Und weiter: „Wir dürfen den Schlamm nur dann auf den Feldern verteilen, wenn er keine Schadstoffe enthält und obendrein für eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Böden sorgt.“ Um beides sicherzustellen, wurden Proben genommen und anschließend von der Landwirtschaftskammer untersucht.

Eines ist aber auch klar – so tief wie der Würmsee einst war, wird er nicht wieder werden. Auch nach dem Ausbaggern nicht. Früher gab es eine Badestrand und Tretboote fuhren auf dem See“, sagt Schubert. Ihm geht es eher darum, für Wasservögel Rückzugsorte zu schaffen. Wo diese sein werden, kann man heute schon bei einem Spaziergang rund um den See sehen. Tiefe Furchen hat die Baggerschaufel im Seegrund hinterlassen und dabei kleine Inseln geschaffen, indem an einigen Stellen nicht gebaggert wurde. „Wenn sich der See wieder mit Wasser füllt, dann sind Vögel auf diesen Flächen sicher vor Hunden und Füchsen“, erklärt der Umweltschutzbeauftragte.

Auch wenn es sicher noch viele Stellen gibt, an denen sich das Baggern lohnen würde, „jetzt ist Schluss“, sagt Schubert. Durch die leichten Niederschläge in den vergangenen Tagen sind die Wege rund um das Gewässer matschig geworden. „Da können Bagger und Lkw nicht mehr fahren, ohne etwas kaputt zu machen“, sagt Schubert. Ob es im nächsten Jahr eine Wiederholung der Aktion geben wird ist offen. „Schauen wir uns das Ergebnis aus diesem Jahr erst einmal an, wenn der Würmsee wieder mit Wasser gefüllt ist – dann sehen wir weiter“, sagt der städtische Mitarbeiter.

Unumstritten war die ganze Aktion übrigens nicht: Einige Menschen aus der Region hatten sich immer wieder zu Wort gemeldet und angemerkt, dass man „den Würmsee durchaus auch verlanden lassen könnte“, berichtet Malte Schubert von Gesprächen mit Naturschützern. Auf der anderen Seite gab es aber auch Ornithologen, die sich vehement für den Erhalt des Würmsees einsetzten. Ihr Argument: „Andernorts legen wir künstliche Seen an, um für seltene Vögeln Lebensräume zu schaffen und hier lassen wir ein vorhandenes Gewässer – an dem diese Vögel leben – verlanden“, berichtet Schubert von Gesprächen mit den Vogelkundlern. Er selber hat auch schon Eisvögel an dem kleinen See vor den Toren Kleinburgwedels gesehen.

Von Thomas Oberdorfer

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