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Burgwedel Laienspieler lassen Geist im Rathaus schweben
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Laienspieler lassen Geist im Rathaus schweben
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00:16 06.11.2018
Wahrsagerin Esmaralda vermutet Konkurrenz. Quelle: Jürgen Zimmer
Kleinburgwedel

“Alle Jahre wieder“ passt auch auf die Laienspielgruppe Wettmar. Immer im Herbst präsentiert die ambitionierte Kompanie ein neues Stück. Am Freitagabend war es wieder soweit. Zur Premiere der Komödie „Der Geist im Rathaus“ kamen gut 120 Besucher nach Kleinburgwedel ins Seniorenpflegeheim Lindenriek, dessen großer Saal die Wettmarer seit einigen Jahren nutzen dürfen. Bereits 20 Minuten vor Beginn waren alle Plätze besetzt, die Zuschauer plauderten noch erwartungsvoll und umtriebige Helfer legten letzte Hand an.

Vorhang auf: Eine verstaubte Beamtenstube aus vergangenen Zeiten, moderne Technik hat noch keinen Einzug gehalten, das Telefon ist noch groß, schwer und schwarz. Die beiden Beamten Elfriede, Hella Seegers, und ihr Kollege Theobald, Wilfried Künstler, sind im Stress. Die Mittagspause steht kurz bevor und Theobald ist noch nicht mit seiner Zeitung fertig. Er kann nur langsam lesen, weil er sonst von den schnellen Kopfbewegungen Schwindelanfälle bekommt. Das Bedienen von Klischees und derbe Sprüche sind das Kerngehäuse des Stückes, von den Besuchern dankbar angenommen und laut beklatscht. Es ist doch immer wieder erfrischend, wenn die eigenen Kopfbilder bestätigt werden. Treffen sich zwei Beamte: „Warum ärgern sich die Leute über uns, wir tun doch nichts.“

Die Zutaten: Man nehme zwei der Volksmeinung nach typische Beamte, eine ehrgeizige Bürgermeisterin, die nicht unempfänglich gegenüber den eindeutigen Bestechungsangeboten eines zwielichtigen Unternehmensberater ist; weiter eine eifrige lauschende und weniger eifrig säubernde Putzfrau (Ulrike Bigalke), zwei nervige Dorfbewohner (Doris Kunisch und Reni Günther) und die extravagante Wahrsagerin Esmeralda, hingebungsvoll gespielt von Sandra Kunisch. Die Sahne obenauf ist natürlich das weibliche Hausgespenst Nikola Nachtigall (Esther Jacob), das seit Jahren im Rathaus umhergeistert und einst die nervenaufreibende Stelle von Theobald innehatte. Die Hingeschiedene wurde erst nach drei Tagen mit dem Kopf auf dem Schreibtisch aufgefunden. Die Kollegen dachten, sie mache Überstunden.

Doch nun droht Unheil im (Beamten)Paradies: Die Bürgermeisterin (Susanne Lahmann), unbeliebt, korrupt und kühl und Unternehmensberater Hein (Anton Schaper) planen das denkmalgeschützte Rathaus abzureißen und einen Supermarkt oder einen Swingerclub stattdessen hinzustellen. Das bringt die grünstichige Nikola auf den Plan. Sie gibt sich Theobald zu erkennen, nur er kann sie sehen, für alle anderen bleibt sie unsichtbar. Die beiden schmieden einen Komplott. Das Verwirrspiel kann beginnen.

Komödie, Schwank oder Posse – bei dem Autor des Stückes, Hans Schimmel, selbst Laienspieler, sind die Grenzen fließend. Seiner Meinung nach ist das Leben schon ernst genug. So hat er sich aufs Komödienschreiben verlegt, damit die Besucher für eine kurze Zeit ihre Alltagssorgen vergessen und herzhaft lachen können. Das hat er zweifelsfrei auch mit diesem Stück erreicht und die Laienspielgruppe Wettmar hat seinen Anspruch mit Bravour umgesetzt. Eine gelungene Premiere einer gut aufgelegten Schauspieltruppe, wobei die vielen Helfer im Hintergrund für den Bühnenaufbau und die Getränketheke nicht vergessen sein sollen.

Die weiteren Aufführungstermine am Sonnabend und am Sonntag sind bereits ausverkauft.

40 Jahre Laienspielgruppe Wettmar in Zahlen

40 Jahre besteht die Laienspielgruppe Wettmar.

12 Mitglieder gehören zum Ensemble, 3 Männer und 9 Frauen.

250 Textbücher haben die Laienspieler in über 40 Jahren bearbeitet. Von der Kriminalkomödie bis zur Liebeskomödie war alles dabei.

230 Rollen Tapete wurden auf der Bühne verwendet. Das entspricht ca. 1219 qm Wandfläche.

11 verschiedene Aufführungsorte gab es.

1 Leiche gab es in den 40 Jahren auf der Bühne. Die Stücke sind also eher unblutig.

Kaum zu zählen sind hingegen die Ohnmachtsanfälle auf der Bühne. Davon gab es reichlich. Und übertroffen wurden dies nur noch von wütenden Ehepartnern und Ehebrüchen. to

Von Jürgen Zimmer

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