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Burgwedel Wolf läuft direkt vor Fahrrad
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Wolf läuft direkt vor Fahrrad
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00:19 05.11.2018
Unterwegs in Niedersachsens Wäldern: Die Wolfspopulation nimmt stetig zu. Quelle: Lino Mirgeler/dpa (Archiv)
Kleinburgwedel

Einen ordentlichen Schrecken in der Abendstunde erlebte am Donnerstag die Kleinburgwedelerin Jessica Schmidt: Sie war mit ihrem Fahrrad von der Splittersiedlung Heidewinkel auf dem Weg nach Kleinburgwedel, als plötzlich ein Wolf vor ihr auftauchte und die Straße kreuzte. Das war gegen 21 Uhr. Noch am selben Abend postete sie auf Facebook den Vorfall.

Frau und Wolf kamen sich bei der Begegnung sehr nahe: „Der Wolf tauchte von links wie aus dem Nichts auf, stoppte kurz auf der Straße und verschwand dann auch gleich wieder hinter einem Busch auf der anderen Straßenseite“, schildert Schmidt die Begegnung mit dem Tier. „Der war drei, allerhöchstens fünf Meter von mit entfernt“, sagt sie. Augenscheinlich hatte der Wolf aber kein Interesse an einer näheren Bekanntschaft. „Er blickte kurz hoch, hat sich dann aber zum Glück nicht weiter für mich interessiert“, berichtet die Kleinburgwedelerin von ihrem ersten Aufeinandertreffen mit dem Raubtier.

„Solche Begegnungen sind keine Seltenheit“, sagt Wolfexperte Raoúl Reding von der Landesjägerschaft Niedersachsen. Rund 1000 Sichtungen wurden ihm im Zeitraum zwischen Mai 2017 und April 2018 für das Bundesland gemeldet. Ein Beleg dafür, dass die Population der Wölfe stark zunimmt. Denn: Im Vergleichszeitraum 2012/2013 seien der Landesjägerschaft lediglich 132 Sichtungen übermittelt worden, berichtet Reding.

Kaum zugenommen hat hingegen im Nordosten der Region Hannover die Zahl der von Wölfen getöteten Nutztiere. Seit 2016 können „sechs Risse eindeutig Wölfen zugeordnet werden“, sagt Reding – zwei in Hänigsen-Obershagen, vier im Burgdorfer Bereich. Eine Zuordnung gelingt allerdings nicht immer. So wie im Frühjahr in Thönse: Dort wurde eine Heidschnucke auf der Weide getötet und zum Teil aufgefressen. Ob es ein Wolf oder vielleicht doch ein streunender Hund war, konnte nicht geklärt werden. In den untersuchten Proben fand das Labor keine Wolf-DNA, somit scheidet er als Übeltäter möglicherweise aus.

In der direkten Umgebung Burgwedels ist derzeit kein Wolfsrudel bekannt. Aber der Wolf kommt wieder näher: Südlich von Wietze und damit schon in der Nähe von Fuhrberg wurde „Anfang August ein neunköpfiges Wolfsrudel mit sieben Welpen nachgewiesen“, sagt Reding.

Auf solch einen Zuzug verzichten kann hingegen der ehemalige Burgwedeler Hegeringleiter Walter Heuer: „Wir müssen mit dem Wolf leben. Aber wenn so viele Tiere wie derzeit gerissen werden, dann läuft etwas aus dem Ruder.“ Er spielt damit auf die Zahlen für das gesamte Bundesland an. „Uns wurden in diesem Jahr bislang 200 Risse von Nutztieren gemeldet. 90 von ihnen konnten wir Wölfen sicher zuordnen“, sagt Reding. Und das sei eine deutliche Zunahme: „Seit 2008 führt die Landesjägerschaft eine entsprechende Statistik. Und in der sind bis heute 811 Risse und 430 Zuordnungen zu Wölfen verzeichnet. Tendenz steigend“, sagt der Wolfsexperte.

„Nicht umdrehen, nicht wegrennen“

Taucht ein Mensch auf, machen Wölfe zumeist einen großen Bogen. Aber die Zahl der Begegnungen zwischen Mensch und Wolf nimmt dennoch stetig zu, da es in Deutschland immer mehr dieser Tiere gibt. Tipps, was zu tun ist, wenn man auf einen Wolf trifft, gibt Raoúl Reding, Wolfsexperte der Landesjägerschaft Niedersachsen.

Ruhe bewahren, am besten stehen bleiben.

Im zweiten Schritt sollte man auf sich aufmerksam machen. Dazu laut rufen, in die Hände klatschen oder auf den Boden stampfen. In aller Regel zieht sich der Wolf dann zurück.

Kommt das Tier dennoch näher, dürfte es sich zumeist um ein neugieriges Jungtier handeln. Dann sollte man es laut anschreien.

Soweit die Expertentipps, wie man sich verhalten sollte. Aber Reding erklärt auch, was man nicht tun sollte. Auf keinen Fall sollte versucht werden, Wölfe zu füttern oder mit Futter anzulocken. Außerdem sollte man nicht selber auf den Wolf zugehen. Und ganz wichtig: „Drehen Sie sich nicht um und rennen Sie nicht weg“, sagt der Mitarbeiter der Landesjägerschaft. „Tun Sie das, könnte der Wolf Sie als Beute ansehen und verfolgen.“

Von Thomas Oberdorfer

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