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Burgwedel Laternenumzug in Kleinburgwedel und Wettmar
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Laternenumzug in Kleinburgwedel und Wettmar
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00:16 30.10.2018
In phantasievoller Verkleidung starten Cessa (8) und Leoni (11) zu Wettmars Laternenumzug. Quelle: Patricia Chadde
Kleinburgwedel / Wettmar

Vampire kreuzen den Weg von Jugendfeuerwehrwart Ingo Bähre. Der 40-jährige freut sich auch über Totenköpfe, Elfen, Einhörner und Kürbisfratzen, selbst Dinos, Geister, Spinnen und Fledermäuse sind genau das, was sich Bähre gewünscht hat. Das Thema Halloween hat sich in den letzten zehn Jahren bei Wettmars jährlichem Laternenumzug etabliert und die Kinder haben viele Gestaltungsideen, von denen eine gruseliger gerät, als die nächste.

Da tropft Freitag Abend Blut aus dem Mundwinkel, die Augen sind schwarz umschattet und was mag sich unter dem flatternden Umhang der Spinnenlady verbergen? Eine Laterne natürlich. Tiere der Nacht, von Eulen bis zu Fledermäusen huschen beim großen Laternenumzug mit rund 300 zweibeinigen Teilnehmer durch die Dämmerung.

Sogar der Bollerwagen ist illuminiert

Vera Pötzke (34) hat sogar den Bollerwagen illuminiert, während Oliver Müller eine tragende Rolle ausfüllt und zu Beginn des Umzugs Sohn Jonas (3) samt Fuchslaterne durch die Dunkelheit bringt. Die Fackelträger der Jugendfeuerwehr verteilen erst Liederzettel und sorgen dann für flackernden Feuerschein. Auch Musikerin Nicole Barkus (48) hat sich bestens vorbereitet und lässt ihre Noten von einer Laterne mit Feuerwehrmotiv erhellen. Während Kinder und Eltern durch Wettmars Nacht geistern, bleibt die Stallwache im Feuerwehrhaus und bereitet alles für die Rückkehr vor. Nach dem Marsch gibt es hier nämlich eine zünftige Stärkung und sogar ein Glücksrad lockt mit tollen Preisen. „Schön, was sich die Leute alles einfallen lassen“, freut sich Ingo Bähre über den Spaß am Grusel-Motto. Aber auch Retro-Laternen schaukeln an Kinderhänden die Wege entlang. Lindas (3) Oma aus Salzgitter hat die Sandmännchenlaterne hervorgekramt und die weckt gerade bei den Erwachsenen viele schöne Erinnerungen.

Auch Kleinburgwedel ist auf den Beinen

„Es gibt zwei Arten von Laterne gehen“, findet Werner Lindemann aus Kleinburgwedel. Als Kind bastelte er mit der Oma zwei Tage vor dem Umzug einen klassischen Lampion aus Transparentpapier, der mit einer echten Wachskerze erleuchtet wurde. „Meine Mutter arbeitetet damals auf der Messe, glücklicherweise hatte Oma frei“, berichtet der 60-jährige. So spazierte Werner bei seiner Laternenumzugspremiere stolz durch den Ort. „Mit dem eigenen Kind Laterne zugehen ist dann die zweite, ebenso beglückende Variante“, findet Werner Lindemann, der ein paar Jahrzehnte später mit seinem Sohn durch die Nacht zog.

Inzwischen sind die besonders lebenserfahrenen Kleinburgwedeler bei Variante drei angelangt. Sie bereiten alles für die Rückkehr des Laternenumzügler vor, die Freitag Abend rund 40 Minuten durch Kleinburgwedels Straßen kreuzen, wobei Kreisstraßen inzwischen nicht mehr genutzt werden dürfen. Harald Windisch (50) gehört zum Team vom Bratwurststand und obwohl sein erster Umzug auch schon eine Weile her ist, erinnert er sich genau an das Drachenmotiv, mit dem er loszog. „Wir haben viel gebastelt, mit Mama, Oma und im Kindergarten“, berichtet er. Friedhelm Leisenberg, Jens Saupe und Jürgen Reupke kommen ebenfalls ins Erzählen, während man aus der Ferne die Klänge des Musikzugs hört. Mal den Umzug anführen dürfen oder das erste Mal die Fackel tragen sind Momente, die Laternen-Umzugsteilnehmer ein Leben lang nicht mehr vergessen.

Rückkehr im roten Feuerwehrauto

Brundhilde (67) und Corinna (38) Brunschön biegen mit dem Bollerwagen um die Ecke und haben Laternen dabei. Aber wo sind denn die Kinder? „Die dürfen netter Weise bei der Feuerwehr mitfahren, wir waren leider nicht schnell genug“, berichtet Corinna Brunschön. Als das Fahrzeug an Endpunkt hält, leuchten die Augen des Nachwuchses mit den Laternen um die Wette. Welch ein Erlebnis! Feuerschale und ein Platzkonzert des Musikzuges runden Kleinburgwedels Laternenumzug ab, bei dem es mit Blümchen- und Schmetterlingslaternen, Pilz und illuminierten Flaschen schön traditionell zugeht.

Mancher Teilnehmer, wie Markus Möller, ist sogar als Packesel unterwegs. Strahlendes Lächeln, außerdem Regenschirm, zwei Laternen und Tochter Frieda (3) auf den Schultern – in jedem Alter ist der Laternenumzug ein kleines Abenteuer. Nur die Wachskerze, mit der Werner Lindemann einst durch die Nacht zog, ist inzwischen passé und damit der Laternenbrand. Egal, wie sehr die Kinder heute ihren Lampion schaukeln lassen, der Stab mit batteriebetriebener Leuchte verträgt einiges. Dafür liefert die Feuerschale das Erlebnis lodernder Flammen und ordentlich Rauch. Unterdessen tanzen Anja Braksiek und Sohn Gregor (1) beim Platzkonzert im Feuerwehrhaus. Ein gelungener Abschluss der gemütlichen Abendwanderung durch Kleinburgwedel.

Von Patricia Chadde

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