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Burgwedel Bei vielen Trennungen eskaliert es
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Bei vielen Trennungen eskaliert es
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00:44 08.06.2018
Gruppenbild mit Handpuppen: Beate Menius, Volker Berz (Mitte) und Hans-Jürgen Herrmann im Familienzimmer der Lebensberatungsstelle. Quelle: Frank Walter
Isernhagen/Burgwedel/Wedemark

Die Gesellschaft ändert sich, mit ihr die Probleme – und in der Folge auch die Arbeit der Lebensberatungsstelle für Burgwedel, Isernhagen und die Wedemark. Ein Schwerpunkt bei der Vorstellung des Jahresberichts für 2017 war das Thema „hochstrittige Eltern“.

„Papa soll wieder zu uns ziehen“

Wenn ein Mann und eine Frau sich trennen, tangiert das in erster Linie sie selbst. Wenn hingegen Eltern sich trennen, sind vor allem die Kinder die Leidtragenden. „Mama und Papa sollen wieder zusammenkommen“ –„Papa soll wieder zu uns ziehen“: So und so ähnlich haben Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien ihre größten, zumeist wohl nicht erfüllbaren Wünsche formuliert. Getan haben sie das im geschützten Raum einer Gruppe, die die Lebensberatungsstelle 2017 für Sieben- bis 13-Jährige angeboten hatte. Für Kinder sei dieses Angebot eine große Entlastung, ist sich Diplom-Sozialpädagogin Beate Menius sicher. Eltern in Trennungssituationen den Blick für die Perspektiven ihrer Kinder öffnen soll ein neuer Kurs, den die Fachleute in diesem Jahr unter dem Namen „Kinder im Blick“ erstmals anbieten werden. Auch dafür sieht Diplom-Sozialarbeiter Volker Berz einen enorm großen Bedarf.

Rückzugsecke und Schallschutz

Denn zunehmend bekommt es die Lebensberatungsstelle mit sogenannten „hochstrittigen Paaren“ zu tun – und das teilweise in extremen Eskalationsstufen, so Geschäftsführer und Diplom-Soziologe Hans-Jürgen Herrmann. Dass das neue Familientherapiezimmer im 2017 bezogenen Erdgeschoss der Beratungsstelle außer mit einer Rückzugsecke für Kinder auch mit einer Schallschutzwand in Richtung des Nachbarbüros versehen wurde, ist da nur folgerichtig. In den Sitzungen könne es verbal schon mal zur Sache gehen, sagt Berz.

Dass Scheidung und Trennung häufiger als früher mit starken Konflikten belastet sind, die sich ohne fachliche Hilfe nicht überwinden lassen, dafür gibt es nach Meinung der Lebensberater eine Reihe von Gründen. So sei es früher selbstverständlich gewesen, dass die Kinder nach der Trennung bei der Mutter blieben. Heute, wo sichm überdies die Geschlechterrollen verändert hätten und oft beide (Ex-)Partner arbeiteten, sei es auch vielen Vätern wichtiger, weiterhin regelmäßig Kontakt zu ihren Kindern zu haben. „Auch die Väter wollen ihrer Verantwortung gerecht werden“, so Herrmann. Zudem habe sich juristisch einiges geändert. „Früher hatten unverheiratete Väter beispielsweise kaum Rechte“, ergänzt Menius.

Insgesamt 853-mal beraten

Im vergangenen Jahr hatte das Team aus Isernhagen F.B. in den verschiedensten Bereichen insgesamt 853 Beratungen erbracht, was gegenüber den 804 aus dem Vorjahr einen deutlichen Anstieg darstellt. In 270 Fällen ging es um Ehe- und Lebensberatung, zahlenmäßig nur noch getoppt von der Erziehungsberatung nach dem Kinder- und Jugendhilfe-Gesetz (403). Die Hauptgründe für letztere waren die Belastung durch familiäre Konflikte sowie Auffälligkeiten im sozialen Verhalten.

Weiterhin einen auch zahlenmäßig wichtigen Bereich stellt die Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung nach Paragraf 219 Strafgesetzbuch mit insgesamt 161 Beratungen (2016: 146) dar. Dafür hatte die Lebensberatungsstelle 2017 zwei zusätzliche Fachkräfte eingestellt.

Von Frank Walter

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