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Burgwedel Reittherapie macht Kinder selbstbewusst
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Reittherapie macht Kinder selbstbewusst
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15:20 06.02.2019
Fynn und Melissa sind mit Pony-Stute Daphne schon gut vertraut. Quelle: Thomas Böger
Engensen

Jayson sitzt zum ersten Mal auf einem Pferd, und das ist ihm ganz offensichtlich nicht ganz geheuer: Er möchte lieber wieder runter von Daphnes Rücken. Aber Lehrerin Janine Vocke spricht ihm Mut zu, versichert dem Jungen, dass sie auf ihn aufpasse. „Aber weißt du, wer am meisten auf dich aufpasst?“, fügt sie hinzu: „Daphne – die ist Profi-Aufpasserin!“ Ob Jayson das glaubt oder sich einfach Ruhe und Sicherheit des Tieres auf ihn übertragen, ist nicht ersichtlich, aber die Wirkung ist erstaunlich: Innerhalb weniger Minuten verwandelt sich das verunsicherte, ängstliche, nur nach unten blickende Kind in einen stolzen Reiter, der aufrecht sitzend die anderen Schüler auf sich aufmerksam macht.

Meistens fühlen sich die Kinder schon nach kurzer Zeit auf dem Pferderücken ziemlich wohl. Quelle: Thomas Böger

Selbstbewusstsein stärken“ nennt Lehrerin Christa Dreger denn auch als ein Ziel der Reittherapie, der Großburgwedeler Pestalozzi-Schule. In kleinen Gruppen lernen dabei sowohl Grundschüler als auch Jungen und Mädchen aus der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung auf dem Engenser Gestüt Avalon zunächst einmal den Umgang mit den Tieren. Dazu gehört das Anlegen des Zaumzeugs ebenso wie das Striegeln oder die Reinigung der Hufe: „Verantwortung entwickeln“ ist ein weiteres Unterrichtsziel. „Körpergefühl stärken“ lautet ein drittes. Dem dient nicht nur der Ritt auf dem Rücken der nicht speziell ausgebildeten, aber sehr gutmütigen Ponys, sondern schon beim Warmmachen von Mensch und Tier werden entsprechende Übungen eingesetzt. „Könnt ihr wie ein Storch gehen?“ fragt Vocke die Schüler, die daraufhin bei jedem Schritt die Knie so weit wie möglich anheben und danach in den Krebsgang wechseln, bei dem sie ihre Beine über Kreuz setzen müssen.

Die Kinder kämen alle freiwillig, erklärt Dreger. „Das ist kein Pflichtfach“, betont sie. Die Schüler könnten sich für eine der drei Gruppen bewerben und dann werde in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern ausgewählt. Manche machen nur ein paar Monate mit, andere mehrere Jahre. Der neunjährige Fynn ist schon etwas länger dabei. Am Anfang habe er schon ein bisschen Angst gehabt, gesteht er, aber jetzt nicht mehr: „Das macht Spaß“, sagt er mit einem Blick auf Rokoko, dem kleinsten der drei eingesetzten Tiere.

Renee Böttcher (links) und Jürgen Hofmann übergeben Schulleiter Bernard Siegl einen Scheck über 1200 Euro. Quelle: Thomas Böger

Die Therapie tue den Kindern gut, erklärt Bernard Siegl, Leiter der Pestalozzi-Schule. Aber sie koste auch viel Geld. Etwa 3000 Euro müsse die Schule dafür pro Jahr aufbringen. „Das Projekt war bestandsgefährdet“, berichtet Siegl. Aber für dieses Jahr sei es im Haushalt abgesichert. Der Schulträger hoffe jedoch, durch Spenden einen Teil der Ausgaben wieder hereinzubekommen. Deshalb ist Siegl auch froh, dass der Geschäftsführer Renee Böttcher und der hannoversche Niederlassungsleiter Jürgen Hofmann des in Wismar ansässigen Internet-Dienstleisters „aam it“ ihm einen symbolischen Scheck über 1200 Euro überreichen. „Wir verzichten auf die Versendung von Weihnachtskarten an unsere Geschäftspartner und fördern stattdessen jedes Jahr drei Projekte“, erläutert Böttcher. Dabei werde der Beitrag der Firma noch durch Spenden der Mitarbeiter aufgestockt.

Von Thomas Böger

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