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Garbsen Jugendliche in Garbsen fliegen auf Parkour
Aus der Region Region Hannover Garbsen Jugendliche in Garbsen fliegen auf Parkour
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00:40 22.04.2018
Nico Felber (von links), Tarek Albrijawi, Jerome Thielecke und Elias Blome stellen ihre Sprungkraft unter Beweis. Quelle: Gerko Naumann
Auf der Horst

 Anlauf? Den brauchen Nico, Tarek, Jerome und Elias nicht. Die vier jungen Männer von der Gruppe Streetjumper Garbsen gehen kurz in die Hocke, reißen die Arme nach oben und machen aus dem Stand einen gewaltigen Satz von einem Sandkasten in den nächsten. Ihre Sprungkraft haben sie dem regelmäßig Training der Sportart Parkour zu verdanken.

Parkour ist in Garbsen im Trend

Die ist bei Jugendlichen in Garbsen seit Jahren im Trend. Es geht ums Klettern, um Balance und eben ums Springen – das würden die Jugendlichen gern auf einer eigens dafür vorgesehenen Fläche tun. Das ist auch den Verantwortlichen bei der Stadt Garbsen nicht entgangen. Deshalb planen sie, einen Spielplatz am Sperberhorst im Stadtteil Auf der Horst in eine Parkour-Anlage umzugestalten.

Für die Umsetzung hat sich die Verwaltung dafür Rat beim Landschaftsarchitekten Dominik Moos und beim Büro Linnea aus Hannover geholt. Moos kommt aus Münster und gestaltet seit 13 Jahren deutschlandweit Parkour-Plätze. Er hat „sein Hobby zum Beruf gemacht“, wie er bei der Vorstellung der Pläne in der Saturnringschule berichtete. Er weiß, worauf es ankommt. „Die Geräte müssen vor Vandalismus geschützt werden, deshalb arbeiten wir nicht mit Holz.“ Außerdem soll zur Sicherheit der Sportler darauf geachtet werden, dass es keine „dunklen Angsträume oder potenzielle Pinkelecken“ gibt. Das bedeutet unter anderem: Die hohen Sträucher um den Spielplatz werden entfernt, damit der Platz besser einsehbar. Der angrenzende Bolzplatz soll erhalten werden.

Das sagen die Jugendlichen

Lea und Michelle können es kaum erwarten. Die sportlichen zwölfjährigen Freundinnen würden lieber heute als morgen auf dem neuen Parkour-Platz trainieren. „Es macht richtig Spaß und sorgt dafür, dass man viel, viel sportlicher wird“, sagt Michelle. Das kann Lea nur bestätigen: „Mein Spagat ist schon viel besser geworden“, sagt sie stolz. 

Auf den neuen Trainingsplatz unter freiem Himmel freut sich auch der 17-jährige Nico. Er gehört zur Gruppe Streetjumper Garbsen und damit zu den Fortgeschrittenen der angesagten Sportart. Ihm gefällt vor allem, dass Parkour so abwechslungsreich ist. „Wir klettern an Stangen und auf Blöcken und trainieren das Springen über Hindernisse“, berichtet er. Bislang üben die jungen Sportler in Garbsen hauptsächlich in einer der Sporthallen der IGS. Dass sie bei der Neugestaltung des ehemaligen Spielplatzes eingebunden werden, freut Nico sehr: „Unsere Wünsche wurden ziemlich gut erfüllt.“ 

   Die Bau des Platzes könnte im Winter beginnen und soll rund 250.000 Euro kosten. Die werden aus den Mitteln des Programms Soziale Stadt getragen. Die teilen sich Bund, Land und die Stadt Garbsen zu jeweils einem Drittel. Im Sommer 2019 sollen die Sportler sich dann an den Geräten austoben können – dafür werden unter anderem verschiedene Stangen und Blöcke aus Sandstein zum Klettern und Springen aufgebaut.

In Berenbostel sind Pläne gescheitert

Ursprünglich war ein ähnliches Konzept bereits für den neuen Spielplatz an der Corinthstraße in Berenbostel vorgesehen. Das scheiterte jedoch noch an den Einwänden der Anwohner. Sie befürchteten, dass es zu laut wird. „Das war durchaus verständlich“, sagt Beate Butsch, die als Fachbereichsleiterin für die Spielplätze in Garbsen verantwortlich ist. Die Spielfläche am Sperberhorst sei besser geeignet, weil die Nachbarn nicht so nah dran wohnen.

Bevor es losgehen kann, muss die Politik in Garbsen entscheiden. Die zuständigen Gremien befassen sich in den nächsten Wochen mit dem Entwurf der Landschaftsarchitekten.

"Durch Parkours sind wir viel sportlicher geworden": Michelle (links) und Lea (beide 12) zeigen ihre Beweglichkeit. Quelle: Gerko Naumann

Beteiligung der Jugendlichen ist sinnvoll

Ein gewisses Risiko geht die Stadt mit der geplanten Parkour-Anlage ein. Immerhin kostet sie 250.000 Euro – und sie ist die erste dieser Art in Garbsen. Genau kann also heute noch niemand abschätzen, wie gut das Konzept ankommt. Deshalb haben sich die Verantwortlichen bei ihren Überlegungen von Anfang an Rat bei den besten Experten geholt: nämlich bei den Kindern und Jugendlichen selbst. Die jungen Leute sind nun einmal diejenigen, denen der Platz gefallen muss. Und die sagen eben: Wir wollen Parkour machen. Diese Art der direkten Beteiligung ist sinnvoll und eignet sich sogar dazu, das Interesse an Kommunalpolitik zu wecken.

Das bestätigen auch die Jugendlichen selbst. Mit großem Eifer haben sie bei dem Ortstermin den Ausführungen der Planer zugehört und ganz konkrete Wünsche geäußert. Ihre spürbare Vorfreude lässt erahnen, dass der Parkour-Platz ein Erfolg wird. Und zwar im besten Fall für alle Bürger. Denn, das versichern alle, die sich mit dem Thema auskennen: Parkour ist eine soziale Sportart. Jeder kann mitmachen, alle helfen sich gegenseitig. Alter und Vorkenntnisse sind egal. Das Geld aus dem Programm Soziale Stadt scheint also gut angelegt zu sein.

Von Gerko Naumann

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