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Garbsen Anna Wehdes Herz hängt an der Feuerwehr
Aus der Region Region Hannover Garbsen Anna Wehdes Herz hängt an der Feuerwehr
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00:17 10.12.2018
Die 18-jährige Anna Wehde schätzt Kameradschaft und Teamarbeit in der Ortsfeuerwehr Horst. Quelle: Anke Lütjens
Horst

 Anna Wehde ist mit Leib und Seele Feuerwehrfrau. „Ein Leben ohne Feuerwehr kann ich mir nicht mehr vorstellen“ sagt die Abiturientin. Sie schätzt vor allem die intensive Kameradschaft und die Teamarbeit – auch mit anderen Feuerwehren wie bei Einsätzen. „Außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn ich anderen Menschen helfen kann“, sagt die 18-jährige.

Vorbehalte sind kein Problem

In der Horster Feuerwehr gibt es außer ihr nur noch eine weitere Feuerwehrfrau. In Osterwald und Berenbostel sind es mehr, weiß Wehde. „Manchmal gibt es Vorbehalte bei den Männern zum Beispiel, wenn die Frauen gut aussehen und sich schminken“, räumt die 18-Jährige ein. Das sei für sie aber kein Problem. Bei blöden Sprüchen kontert sie. „Ich nehme mir das nicht zu Herzen und schlucke es runter“, sagt die Horsterin.

Hilfe bekommen Frauen vom Team

Als Feuerwehrfrau müsse man mit Männern umgehen können. „Aber die meisten kennen mich ja von Klein auf“, betont sie. Bei der Wochenendfahrt der Horster Feuerwehr ist sie oft die einzige Frau unter 23 Männern. Nachteile als Frau bei der Feuerwehr sieht sie bei der Kraft und dem geringeren Gewicht. „Wenn ich Hilfe brauche, dann bekomme ich die vom Team beispielsweise, wenn schwere Teile zu heben sind“, sagt Wehde. Sie ist nach einem entsprechenden Lehrgang auch Atemschutzgeräteträgerin und mag die vielfältigen Aufgaben in der Feuerwehr.

Das sind die Frauen in der Feuerwehr

Zahlenmäßig sind Frauen in den Feuerwehren in Garbsen deutlich in der Unterzahl. Sie machen nicht einmal 10 Prozent der rund 500 Aktiven in den Ortsfeuerwehren aus. Dabei stehen sie ihren männlichen Kollegen in nichts nach, betont Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker: „Im Einsatz werden sie genauso gefordert und behandelt wie ihre männlichen Kollegen“, sagt er.

In unserer Serie „Frauen in der Feuerwehr“ stellen wir Garbsenerinnen vor, die sich seit Jahren ehrenamtlich engagieren und Verantwortung übernehmen. Wie gehen die männlichen Kollegen mit ihnen um? Wie sind sie überhaupt zur Feuerwehr gekommen? Auf diese Fragen geben die Frauen spannende Antworten.

Feuerwehr ist wie ein Zuhause

Diese ist für sie wie ein Zuhause, hier hat sie Freunde für Leben gefunden. „Die Feuerwehr wirkt sich auch positiv auf das Verantwortungsbewusstsein aus“, sagt die IGS-Schülerin. Frauen sind in der Feuerwehr immer willkommen, meint Wehde. Sie können ihrer Ansicht nach das Gleiche bewegen wie Männer. Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis seien eine gute Voraussetzung, sind aber kein Muss. „Man braucht den Willen zum Helfen“, macht die 18-Jährige deutlich.

Anna Wehde (vorn in der Mitte) gehörte zum Team aus Garbsen, das bei dem Moorbrand in Meppen im Einsatz war. Quelle: Gerko Naumann

Moorbrand ist größer Einsatz bislang

Ihr größter Einsatz bislang war der Moorbrand im Emsland Ende September. Da sei schon Adrenalin im Spiel gewesen, räumt sie ein. Dabei erlebt sie auch „gaffende Blicke“ von Männern, aber die ignoriert Wehde einfach. Verletzt hat sie sich im Einsatz oder bei Übungen noch nie. „Feuerwehrleute sollten immer Respekt vor der Situation haben“, sagt die Horsterin. Sie ist auch der Ansicht, dass falscher Ehrgeiz nichts bringt. „Wenn einer sich Dinge nicht zutraut, soll er das sagen.“

Wehde hat den Weg über die Minis und die Jugendfeuerwehr zu den Aktiven genommen, war schon mit neun Jahren in der Jugendfeuerwehr. „Das war mir früh klar, ich wollte gleich was Richtiges machen“, betont die junge Frau. Mit 16 Jahren wird sie in die aktive Wehr aufgenommen. Auch familiär ist sie vorbelastet: Vater Dirk ist Ortsbrandmeister in Horst, der große Bruder Daniel Wehde ist Jugendwart. Anna Wehde ist eine von fünf Betreuern in der Jugendfeuerwehr in Horst. Das macht ihr Spaß, „ist aber auch mal anstrengend, weil wir die Übersicht behalten müssen“.

Zusammen mit ihrem Bruder Daniel (links) betreut Anna Wehde die Jugendfeuerwehr Horst. Quelle: Gerko Naumann

Von Anke Lütjens

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