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Garbsen Bürgerinitiative stellt Chronik vor
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16:24 26.10.2018
Günter Tegtmeyer präsentiert die Arbeit, Gisela Brandt wirft einen Blick auf die Titelseite. Quelle: Anke Lütjens
Garbsen-Mitte

Drei ehemalige Mitglieder der ehemaligen Bürgerinitiative gegen die Verlängerung der Flughafen-Startbahn Nord in Richtung Heitlingen haben sehr persönliche Einblicke in ihren Widerstand in einer 400-Seiten-Dokumentation zusammengefasst. Rund 80 Zuhörer erlebten am Donnerstagabend in der Stadtbibliothek die spannende Präsentation. Der Gründer und ehemalige Vorsitzende der BI, Günter Tegtmeyer, der technische Experte Claus-Jürgen Bartels sowie Schriftführerin Gisela Brandt lasen Passagen und reflektierten ihre Erinnerungen im Dialog mit Moderator Markus Holz.

Buch ist gewollt subjektiv geschrieben

Das Buch ist gewollt subjektiv geschrieben. Es ist nicht wissenschaftlich und nüchtern. Wie sollte es auch? Der Widerstand hat Brandt, Bartels und vor allem Tegtmeyer zusammen mit damals 150 Mitgliedern mehr als 20 Jahre ihres Lebens beschäftigt, war zermürbend und erst am Ende erfolgreich. Die Geschichten spiegeln Wut über ungenehmigte Baumfällungen und Selbstzweifel wider, aber auch den ständigen Druck der BI, Schwachstellen in den Argumentationen von scheinbar übermächtigen Behörden, Politik und Gutachtern suchen zu müssen.

Die BI gründete sich 1981, als der Flughafen ins Langstreckengeschäft einsteigen und die Nordbahn um 800 Meter Richtung Heitlingen verlängern wollte. Folgen: Der alte Anitawald als optische Grenze zum Flughafen wäre gefällt worden, die ersten Landelichter hätten am Gutshof gestanden, die Resser Straße (L 380) hätte bis zum Gut verschwenkt werden müssen. Die BI hat dieses Szenario verhindert. Als Mahnmal für ihren damaligen Protest haben die Mitglieder 2002 zwei Hinkelsteine mit ihrem Logo am Ende der Straße Vor den Höfen aufgestellt.

Zeitzeugen kommen zu Wort

Tegtmeyer hatte immer mal wieder die Idee, das Buch zu schreiben. „Es ist ein Stück meines Lebens gewesen, in 20 Jahren weiß das vielleicht keiner mehr“, sagte er. 2016 holte er seine beiden ehemaligen Mitstreiter mit ins Boot und legte los: 40 Seiten Chronik der Ereignisse, viele Briefe und Flugblätter, 14 Gespräche mit Zeitzeugen wie Volker Finke, Heinrich Lindemann sen., Margarete Bellmer und Grethel Rosenthal, die persönlichen Erlebnisse, die Medienberichterstattung – alles, um die Ereignisse von damals verstehen zu können.

Demonstranten zeigen Protestplakate von damals

Ende 1989 erlaubte die Bezirksregierung – mit Rückendeckung aus Landesregierung und Landtag – den sofortigen Ausbau, aber nur um 500 Meter nach Westen, plus je 300 Meter nach Osten wie Westen als stille Reserve für Interkontinentalflieger. Mitglieder der BI hielten bei der Buchvorstellung die alten Plakate von 1990 hoch, als der Flughafen bereits die Sägetrupps an den Schlauchwald geschickt hatte. „Wir haben die Arroganz der Macht gespürt“, sagte Tegtmeyer.

Heitlinger Paket wird geschnürt

Der Schlauchwald als Grenze und Schutz blieb letztlich stehen. Zweiter Sieg für die BI: Der Flughafen zahlte außergerichtlich 700.000 Mark für den Wiederaufbau der Heitlinger Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen, Alleen, Wegen und einem renaturierten Scheidegraben. Das war die bundesweit einmalige Paketlösung Heitlingen, entwickelt vom Flughafen-Gutachter Michael Matthiesen. „Es ist die Aufgabe nachfolgender Generationen, dieses Erbe zu erhalten und auszubauen“, forderte Tegtmeyer. Tipps für aktuellen Protest der Bürgerinitiativen gegen den Nachtflugbetrieb wollte Tegtmeyer nicht öffentlich geben. „Wir waren damals zu transparent, das war demokratisch, aber nicht hilfreich“, sagte er.

Das Buch samt DVD mit Originaldokumenten, Interviews und Medienbeiträgen von damals ist bei Wulfs Bücherbörse zum Preis von 37,50 Euro erhältlich.

Von Anke Lütjens

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