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Garbsen Dieter Hufschmidt liest Heine in der Tenne
Aus der Region Region Hannover Garbsen Dieter Hufschmidt liest Heine in der Tenne
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12:39 26.10.2018
"Phänomenale Sprache": Schauspieler Dieter Hufschmidt erzählt Geschichten aus Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen." Quelle: Linda Tonn
Horst

Dieter Hufschmidt spricht, als würde er jeden seiner Sätze genau im Kopf vorformulieren. Druckreif, aber ohne sich in komplizierten Gebilden zu verlieren, klar, einprägsam, begeistert. Dazu kommt eine tiefe und sonore Stimme, wie sie nur zu einem Schauspieler und Geschichtenerzähler gehören kann. Der 83-Jährige sitzt auf seinem Sofa in Horst, hinter ihm Bilder an der Wand, neben ihm Regale, in denen sich die Bücher stapeln. Hufschmidt spricht über seine Liebe zu Heinrich Heine – besser noch: über seine Liebe zu „Deutschland. Ein Wintermärchen“.

„Bereicherung meines Lebens“

„Ich liebe diese phänomenale Sprache, die Feinheiten der Formulierungen“, sagt er. „Heine schwingt sich in die höchsten Höhen der deutschen gereimten Literatur aus.“ Das 1844 erschienene Werk ist ein Versepos – 27 Kapitel mit mehr als 500 Strophen, in denen der Autor sich auf eine literarische Kutschfahrt von Paris nach Hamburg begibt. Die Reiseerzählung ist nicht unumstritten, zu Zeiten des Nationalsozialismus wurden sogar Teile zensiert und Heine als „jüdischer Nestbeschmutzer“ verbannt. „Absurd und grotesk“ nennt Schauspieler Hufschmidt dieses Vorgehen. Seit 35 Jahren begleitet ihn dieses Stück Literatur, das er als Bereicherung seines Lebens bezeichnet. Auch viele seiner Familienmitglieder haben den Wert von Heines Wintermärchen zu schätzen gelernt. Der gebürtige Mühlheimer kann sich an viele sehr private Momente erinnern, in denen die Zeilen des Dichters eine Rolle spielten.

Immer und immer wieder hat Hufschmidt, der im Alter von 15 Jahren die Liebe zum Schauspiel entdeckte, den Text gelesen. Wenn er darüber spricht, spürt man förmlich die Begeisterung für die Dichtung. „Ich habe ihn so oft im Kopf und Herzen bewegt, dass sich Teile tatsächlich in meinem Gehirn eingenistet haben.“ Das sei nicht bei jedem Text so, sagt der Schauspieler, der auch immer wieder vor der Kamera, in Hörspielproduktionen mitwirkte und durch seine Lesungen und Rezitationsabende bekannt wurde. Seit 1969 ist er am Schauspiel Hannover, mehr als 60 Jahre Theaterarbeit liegt hinter ihm. Noch hat der Garbsener nicht genug. „Ich liebe Sprache, ich liebe Worte, darauf kann ich nicht verzichten.“

Lesung auf Homeyers Hof

Am Freitag, 2. November, kommt Hufschmidt auf Einladung der kirchlichen Stiftung Frielingen-Horst-Meyenfeld mit Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ in die Tenne von Homeyers Hof in Horst. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 19.15 Uhr. „Ich gehe vor das Publikum und erzähle die Geschichten“, kündigt der Schauspieler an. Er will nah bei den Zuhörern sein und seine Begeisterung für dieses Stück Literatur weitergeben. Es wird eine Freude sein, im zuzuhören.

Info: Der Eintritt zur Veranstaltung in der Tenne, Frielinger Straße 12 ist frei. Spenden gehen an die kirchliche Stiftung Frielingen-Horst-Meyenfeld. Bereits ab 18 Uhr werden Speisen gereicht. Die kirchliche Stiftung lädt zudem für Freitag, 23. November, zu einem Benefizkonzert in der Kirche in Horst. Junge Preisträger des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ gestalten gemeinsam ein Programm mit Werken von Bach und Beethoven. Beginn ist um 19 Uhr.

Von Linda Tonn

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