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Garbsen So belastend war das Jahr für die Feuerwehr
Aus der Region Region Hannover Garbsen So belastend war das Jahr für die Feuerwehr
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10:40 28.12.2018
Die Feuerwehr Garbsen blickt auf ein außergewöhnlich einsatzreiches Jahr zurück. Quelle: Collage: HAZ Garbsen
Garbsen

 Thomas Cremer ist ein besonnener Mann. Der Ortsbrandmeister der Feuerwehr Garbsen neigt nicht zu Übertreibungen. Aber beim Blick auf die vielen und oft schlimmen Einsätze für die etwa 100 aktiven Männer und Frauen der größten Feuerwehr in Garbsen im Jahr 2018 wird er doch deutlich: „Das war schon ein heftiges Jahr mit vielen besonderen Herausforderungen“, sagt Cremer.

Die Zahlen bestätigen seinen Eindruck. Schon jetzt haben die Ehrenamtlichen, zu deren Kerngebiet Garbsen-Mitte, Altgarbsen, Havelse und Auf der Horst gehören, mehr als 315 Einsätze abgearbeitet. Erfahrungsgemäß folgen zwischen Weihnachten und Silvester noch einige – auch in diesem Jahr: Am 27. Dezember wurden die Einsatzkräfte zu dem Brand eines Malerbetriebs in Havelse gerufen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2017 waren es 289. Die zweitgrößte Feuerwehr Garbsens aus Berenbostel ist im abgelaufenen Jahr rund 200-mal alarmiert worden.

Deutlich mehr Todesfälle

Besonders bedrückend für die Helfer ist die Tatsache, dass sie deutlich häufiger mit Todesfällen konfrontiert waren. Die Zahl stieg im von drei im Jahr 2017 auf bislang 15 in diesem Jahr. „Dazu zählen Menschen, die bei schweren Autounfällen verstorben sind, aber auch Suizide und ältere Menschen, die wir tot aus ihrer Wohnung bergen mussten“, sagt Cremer. Einen Ertrunkenen konnten die Helfer im Juli nur noch tot aus dem Blauen See bergen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist vielen Helfern der Einsatz am Polluxhof im Stadtteil Auf der Horst im Oktober, bei dem sich ein Mann selbst angezündet hatte und an seinen Verletzungen starb. Solche Bilder belasten auch die erfahrensten Feuerwehrleute, berichtet Cremer. Deshalb habe er dafür gesorgt, dass die Ersthelfer die Möglichkeit bekommen, Beratung von einem Therapeuten zu in Anspruch zu nehmen.

Schwere Brände fordern die Helfer

Keine Todesopfer gab es glücklicherweise bei mehreren größeren Bränden in Garbsen. Außergewöhnlich anstrengend waren sie für die freiwilligen Helfer natürlich trotzdem, sagt Cremer. Den traurigen Höhepunkt bildete der Großbrand der Freizeithalle US Sports Anfang Juni, bei dem alle Feuerwehren aus Garbsen im Einsatz waren. Eine Feuerwehrfrau aus Meyenfeld brach sich bei diesem Einsatz das Wadenbein. Von der Feuerwehr Garbsen mussten nach Einsätzen mehrere Helfer mit leichten Rauchgasvergiftungen behandelt werden, berichtet der Ortsbrandmeister. Die Kosten dafür werden von der Feuerwehrunfallkasse übernommen.

Übungen an der IGS kosten viel Zeit

Viel Zeit haben Cremer und seine Kollegen in diesem Jahr auch an der IGS Garbsen verbracht. Der Brandschutz des Gebäudes ist mangelhaft, die Stadt plant einen millionenschweren Neubau. Bis es dazu kommt, muss die Feuerwehr regelmäßig zu sogenannten Evakuierungsübungen an die Schule kommen. Diese nehmen viel Zeit in Anspruch, sagt Cremer. Die Herausforderung sei nur zu schaffen, weil die Ortsfeuerwehren gut zusammenarbeiteten und sich die Verantwortung teilten. Ein Lob spricht der Ortsbrandmeister auch den Schülern und Lehrern aus: „Sie haben sehr diszipliniert mitgemacht. Es geht immer schneller, bis alle Menschen bei den Übungen aus dem Gebäude heraus sind“.

Für das nächste Jahr hofft Cremer vor allem auf eine zügige Umsetzung des sogenannten Feuerwehrbedarfsplans. Darin soll genau festgelegt werden, welche Ausrüstung die einzelnen Ortsfeuerwehren brauchen und wann sie von der Stadt als zuständige Behörde angeschafft wird. Auf die Stadt werden einige Kosten zukommen, kündigt Cremer an. Die Verhandlungen darüber will er mit seinen Kollegen 2019 in Angriff nehmen – und zwar in seiner gewohnten Art: Besonnen, aber mit klaren Worten.

Alle Berichte über Einsätze der Feuerwehr und Polizei in Garbsen finden Sie in unserem Ticker.

Von Gerko Naumann

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