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Garbsen Heitlinger Herbst: Elf Kerle in vier Shows
Aus der Region Region Hannover Garbsen Heitlinger Herbst: Elf Kerle in vier Shows
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10:11 10.08.2018
Bereit für die 29. Saison auf dem Gutshof Heitlingen: Dieter Albrecht (links) und Günter Tegtmeyer. Quelle: Markus Holz
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Heitlingen

 Wie geht das eigentlich? Jedes Jahr eine facettenreiche Kulturreihe planen, Hunderte Besucher glücklich machen, die Künstler sowieso und am Ende eine schwarze Null schreiben? Dieter Albrecht und Günter Tegtmeyer gelingt das seit 1989, ohne öffentliche Zuschüsse. Ihr Programm für die 29. Saison Heitlinger Herbst auf dem Gutshof, Vor den Höfen 40, steht. Im Interview erzählen die beiden Kulturpreisträger, wie die Saison entstanden ist und was sie den Gästen bietet.

Wann haben Sie mit den Vorbereitungen für 2018 begonnen?

Günter Tegtmeyer: Vor mehr als einem Jahr. Die Vorlaufzeit wird deutlich länger. Vor zehn Jahren haben wir noch im Frühjahr bei Künstlern anfragen können, ob im Herbst etwas geht. Das ist heute unmöglich. Aber darum steht auch schon das Programm für die Jubiläumssaison 2019 – hat alles Vorteile.

Wie viele Künstler kommen im alten Pferdestall auf die Bühne?

Dieter Albrecht: Vier. Ach nein, es sind vier Veranstaltungen. Künstler...? Elf.

Alte Bekannte? Oder neue Gesichter?

Tegtmeyer: Alles (fast) neue Gesichter, die Heitlinger Herbst so mitten im Publikum noch nicht erlebt haben.

Wagen Sie als Veranstalter dieses Jahr etwas Neues, ein Experiment vielleicht?

Tegtmeyer: Ja und nein. Ich habe da im Fernsehen einen Kabarettisten (Götz Frittrang, 27. Oktober) entdeckt. Jüngere Generation, so um die 50 Jahre alt, Wuschelkopf. Ich mag seine direkte Art, seine Schonungslosigkeit. Er kann mit Publikum umgehen, aber ich habe ihn noch nicht live erlebt. Das ist überhaupt das erste Mal in 29 Jahren, dass ich jemanden vorher nicht erlebt habe. Also für mich sicher außergewöhnlich. Aber auch für das Publikum. Ich traue ihm zu, dass er aus der Situation hier im Stall spontan etwas Überraschendes entwickelt. Politisches Kabarett ist aber ein fester Baustein in unseren Programmen, insofern nein.

Albrecht: Ich habe zwei Italiener engagiert (Luca Domicali und Danilo Maggio, 23. November), die uns hier vielleicht eine Welturaufführung erleben lassen. Ich bemühe mich schon lange um die beiden. Erlebt habe ich das Duo vor Jahren beim Kleinen Fest, sehr erlebenswert. Das Experiment wird sein, wie sie mit dem Raum und seinen Balken klar kommen. Sie lieben Publikum, sie spielen auf ihrem Publikum – alles ohne Worte. Nur Musik auf vielen Instrumenten und großartige Artistik. Die Zuschauer werden alles hören können, aber ob auch alle von ihren Plätzen aus die akrobatischen Feinheiten sehen können, wird sich zeigen.

Dieser Sommer provoziert die Frage: Gibt’s eine Open-Air-Veranstaltung?

Tegtmeyer: Nein. Wir haben das zweimal gemacht. Einmal hatten wir Glück, beim zweiten war es ein Reinfall. Der Aufwand ist enorm, wir sind nur ein kleiner Kreis und das Risiko ist erheblich.

Albrecht: Und wenn man auf die Zahlen sieht: Es kommen zu Open-Air-Veranstaltungen nicht mehr Leute.

Herr Tegtmeyer, Sie bringen in den Heitlinger Herbst eher die lauten Töne, die Kracher, die direkten ungeschnörkelten Worte. Bleiben Sie sich 2018 treu?

Tegtmeyer: Na ja, das ergibt sich irgendwie mal wieder aus dem Arrangement. Es wird sicher laut, wenn die Osnabrücker kommen (Todor Todorovic und die Blues Company, 21. September). Das sind sechs Musiker. Ich hatte eigentlich nur an eine Vierer-Besetzung gedacht, aber sie wollen ihre beiden Bläser mitbringen und es für uns richtig krachen lassen.

Wie geht das hier bei Ihnen mit der Gage? Viele Künstleragenturen haben fixe Vorstellungen. Fällt da auch mal ein Künstler durch ihr Wunschraster?

Tegtmeier: Wir fragen immer: Was braucht ihr, um fröhlich anzureisen? Und was können wir uns mit unseren 180 Plätzen zumuten? Irgendwo treffen wir uns auf Augenhöhe bei einer Mindestgage, jeder trägt etwas vom Risiko. Nehmen wir mit den Karten und Getränken mehr ein, wird das Plus geteilt - meist großzügig zu Gunsten der Künstler. Hier ist noch keiner mit Mindestgage rausgegangen. So kann man das meist nur mit den Künstlern direkt aushandeln, Agenturen haben wenig Verständnis für dieses Modell.

Albrecht: Da bleiben aber ganz sicher einige auf der Strecke, die wir nicht bezahlen können. Wenn eine Agentur uns sagt: Nicht unter 4000 Euro pro Abend oder nicht unter 400 Sitzplätze im Saal, ist da kein Verhandeln und kein Rankommen. Wir haben nur 180 Plätze.

Tegtmeyer: Damit das niemand falsch versteht: Wir feilschen nicht, wir drücken keine Preise, wir machen keinen Gewinn. Kultur hat ihren Preis, den zahlen wir auch sehr gerne. Wir wertschätzen Kultur sehr, sonst würden wir das nicht machen. Aber wir möchten auch an unserem Ziel festhalten: Bezahlbare, gute Kultur im kleinsten Ortsteil von Garbsen. Das wissen dann auch viele Künstler zu schätzen und kommen gerne wieder. Wir sind froh, wenn wir vom Arbeitskreis am Ende der Saison einmal gut essen gehen können.

Butter bei die Fische: 14 Euro pro Ticket, bleibt es dabei?

Albrecht: Wir haben lange mit uns gerungen, aber nein: Wir gehen auf 16 Euro, weil das Paket der Nebenkosten mit Techniker, Fahrtkosten, Übernachtungen, Mikrophone, Licht und Gema teurer geworden ist. Dafür bieten wir technisch eine immer bessere Qualität.

Drei Gruppen haben Sie genannt – alles Kerle. Wo bleiben die Frauen im Programm?

Albrecht: Autsch, gute Frage. Wir haben dieses Jahr keine. Der vierte Abend wird auch von zwei Männern bestritten (Janssen & Grimm, 9. November). Die beiden Kolumnisten von der HAZ kommen aus der Region, kennen den Herzschlag hier und bringen reichlich Wortwitz mit – und sie waren noch nie hier.

2019 machen Sie 30 Jahre Heitlinger Herbst – fühlen Sie sich „herbst-müde“?

Tegtmeyer: Nö. Manchmal fehlt mir nur die Lust am Aufbau so eines Abends. Aber herbst-müde? Nein.

Albrecht: Ich mache das so lange mit Günter, wie wir zusammen Spaß daran haben – also hoffentlich noch ein paar Jahre.

Haben Sie schon einen Appetizer für ihre Gäste 2019?

Tegtmeyer: Keine Namen, erst machen wir 2018. Vielleicht so viel: Ich habe alte Bekannte aus Hildesheim verpflichtet und einen Kabarettisten mit roten Schuhen. Im Moment planen wir sechs Abende...

Albrecht: Ich habe ganz neue Gesichter engagiert, so wie dieses Jahr.

Meine Herren, vielen Dank für Ihre Zeit. Wir wünschen eine erfolgreiche Saison.

Info: Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Der Vorverkauf für die erste Veranstaltung wird am Montag, 13. August eröffnet. Vorverkaufsstellen sind Meyerhoff Uhren & Schmuck, Osterwald, (05131) 52109; TUI ReiseCenter, Rote Reihe, Berenbostel, (05131) 8884; Kulturbüro im Rathaus, (05131) 707650 und Wulfs Bücherbörse im Shopping Plaza, (05131) 476050. Vorbestellte Karten müssen bis eine Woche vor der Veranstaltung abgeholt werden. Anderenfalls gehen sie in den freien Verkauf.

21. September: Blues Company Osnabrück

Die Blues Company mit Todor Todorovic (3.v. links). Quelle: Manfred Pollert

Blues Company, das sind durch die Bank höchst erfahrene Profis: Todor „Toscho“ Todorovic hat die Formation 1976 gegründet. Mike Titre (Gitarre/Gesang) ist seit 1982 dabei, Drummer Florian Schaube seit 2000 und Bassist Arnold Ogrodnik seit 2008. Jeder für sich ein Meister seines Faches, ebenso der Bläsersatz mit Uwe Nolopp (Trompete) und Robert Kretzschmar (Tenorsaxofon). Seit 42 Jahren steht die Kernformation so auf der Bühne, die Kreativität der mehrfachen Preisträger ist ungebrochen. In Garbsen traten die Musiker 2004, 2014 und 2015 in der Reihe Blues Matinee auf.

27. Oktober: Götz Frittrang

Götz Frittrang. Quelle: Stefan Maria Rother

Götz Frittrang lernt mit fast vierzig Jahren, erwachsen zu werden. Im aktuellen Programm „Götzseidank“ geht es um den ewigen Konflikt zwischen Jung und Alt, Kindererziehung mit Angst und Einschüchterung, um Wurstsalat und Napoleons Rückmarsch von Moskau. Kritiker sind erstaunt über die Mühelosigkeit, mit der Frittrang sein Publikum an die Hand nimmt und es in seine mit großer Wortkraft gesponnen Welten entführt. Frittrang erzählt, als ob auch der absurdeste Unsinn zu 100 Prozent wahr ist. Ein kurzweiliger Abend, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

9. November, Janssen & Grimm

Die treffsicheren HAZ-Kolumnisten Imre Grimm (links) und Uwe Janssen. Quelle: Archiv (HAZ)

Die langjährigen HAZ-Kolumnisten Uwe Janssen und Imre Grimm erfreuen ihre große Fangemeinde seit Jahren mit ihrem unvergleichlichen Mix aus Wort, Witz, Wahnwitz und Musik. Als Bühnenpaar wollten sie sich Bud Spencer & Terence Hill nennen, oder Fix & Foxi. Gab's aber alles schon. So sehen sich Janssen und Grimm auch nach zehn Jahren Comedylesungsmusikwortspielklamauk gezwungen, als Janssen & Grimm aufzutreten. In ihrem Jubiläumsprogramm „Zehn Jahre Ekstase" präsentieren sie neue Texte, Lieder und Absurditäten aus dem ganz normalen Leben.

23. November, Microband

Luca Domicali und Danilo Maggio sind die Microband. Quelle: privat

„Klassik für Dummies“ nennen die beiden Italiener Luca Domicali und Danilo Maggio ihre einzigartige Mischung aus hoch professioneller Musikdarbietung und Clownerie. Das Duo fasziniert Zuschauer mit dieser bizarren und komödiantischen Mixtur. Manche Kritiker fühlen sich an die Marx Brothers erinnert. In jedem Fall kommt die Mischung bei Klassik-Fans genau so gut an, wie bei den Klassik-Banausen. Auszug aus der Liste der Stücke: Brahms, Bach, Verdi und Bizet, Ravel, Liszt und Elgars „Pomp and Circumstance“ – vorgetragen als musikalischer Wettstreit zweier artistischer Clowns.

Von Markus Holz

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