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Garbsen Autorin berichtet von Arbeit mit Flüchtlingen
Aus der Region Region Hannover Garbsen Autorin berichtet von Arbeit mit Flüchtlingen
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00:51 23.04.2018
Autorin Christiane Rösinger stellt ihr Buch "Zukunft machen wir später" in der Stadtbibliothek Garbsen vor. Quelle: Anke Lütjens
Garbsen-Mitte

 Wie soll man mit einem geflüchteten Menschen über Möbel und Wohnungen sprechen, wenn der noch in einer Turnhalle oder im Flüchtlingsheim lebt? Oder vor Muslimen eingesteht, dass man sich ab und an einen Wodka-Tonic gönnt? Über Erfahrungen wie diese als Deutschlehrerin für Geflüchtete berichtet Autorin Christiane Rösinger höchst unterhaltsam in ihrem Buch „Zukunft machen wir später“, das sie am Donnerstagabend in der Stadtbibliothek vorgestellt hat.

Der Buchtitel ist durchaus doppeldeutig zu verstehen: Zum einen grammatikalisch, zum anderen betrifft er die unsichere Zukunft der Menschen. Im Zuge der ersten Flüchtlingswelle ergriff auch die Künstlerin Rösinger 2015 die Euphorie und sie beschloss ihre „Zwangskreativität“ zeitweise aufzugeben, um als Deutschlehrerin für Flüchtlinge einem geregelten Arbeitsleben nachzugehen. „Um der Altersarmut zu entgehen“, wie sie sagte.

Mit Humor, Kritik und spitzer Feder

Mit einer guten Portion Humor, Selbstironie und satirischer Kritik an Verwaltung und Bürokratie erzählt Rösinger über Erfolge und Misserfolge, lustige und traurige Momente, Sinn und Unsinn von Lehrbuchaufgaben sowie Spitzfindigkeiten der deutschen Sprache. Aber nicht nur die Kursteilnehmer kämpfen mit trennbaren Verben, Kasus und Deklination, auch Rösinger hat alle Mühe, das „Lernziel“ zu erreichen und sich zu integrieren.

Ehrenamtliche aus Garbsen kennen die Probleme

Die Autorin lässt auch Probleme nicht außen vor. Dazu gehören ständig wechselnde oder unzuverlässige Kursteilnehmer, unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen, persönliche Problematiken und Lernfortschritte. Das können auch Garbsener bestätigen, die Geflüchteten Deutschunterricht geben. „Ein Problem ist die Verlässlichkeit. Dazu kommen unterschiedliche Bildung und Alter“, sagte Evelyn Schröder, die zusammen mit Elke Steg Frauen in Frielingen unterrichtet. Oft müssten sie wieder von vorne anfangen, aber es gäbe auch lustige Situationen, sagte sie.

Rudolf Hofmann unterrichtet bereits seit 13 Jahren Migrantinnen. „Wieviele zum Unterricht kommen ist oft sehr unterschiedlich, beispielsweise, wenn etwas mit den Kindern ist“, sagte er. Auch die Wissensbereiche seien unterschiedlich, je nachdem wie lange die Frauen in Deutschland sind. „Aber ich habe auch Ehemalige getroffen, die bei der Volkshochschule den Abschluss B2 machen“, betonte der Altgarbsener. Das sei die Voraussetzung für den Beginn einer Ausbildung.

     

Von Anke Lütjens

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