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Garbsen SPD will Lindenallee zum Naturdenkmal erklären
Aus der Region Region Hannover Garbsen SPD will Lindenallee zum Naturdenkmal erklären
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13:08 31.01.2019
Die 100 Jahre alten Linden an der K322 vor der Von-Woyna-Brücke sollen unter einen besonderen Schutz gestellt werden. Quelle: Linda Tonn
Schloß Ricklingen

Die SPD Garbsen will die mehr als 100 Jahre alten Linden zu beiden Seiten der Straße Am Leineufer unter einen besonderen Schutz stellen. In einem Antrag an die Stadtverwaltung fordert sie, die Bäume als Naturdenkmale auszuweisen. „Wir müssen die Bäume stärker schützen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Karsten Vogel. Die Straße über die Von-Woyna-Brücke sei so schmal, dass zwei entgegenkommende Pkw schon langsam fahren müssten. „Allerdings fährt dort auch der Bus 410 und auch immer wieder Lkw“, sagt Vogel. Durch die Breite und das Gewicht der Fahrzeuge seien die Bäume besonders gefährdet. Die Brücke sei bereits als Industriedenkmal unter einen besonderen Schutz gestellt, heißt es in dem Antrag weiter. Das solle auch für die Linden gelten. Im Landschaftsplan der Stadt Garbsen wird die Allee als „prägend“ hervorgehoben – Teil des Landschaftsschutzgebiets sind die Bäume allerdings nicht. Als Naturdenkmal würden die Linden besonders geschützt und dürften nicht einfach gefällt werden.

Sorge vor Verbreiterung der Straße

Ganz neu ist der Vorschlag der SPD-Ratsfraktion nicht. „Seit mehr als 20 Jahren kämpfen wir gemeinsam mit Schloß Ricklinger Bürgern für den Bestand der Linden“, sagt Waldemar Wachtel, Vorsitzender des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) in Garbsen. Damals habe sich eine Bürgerinitiative gegen die Verbreiterung der Lindenallee formiert – mit Erfolg. Die 1894 gebaute Brücke und die Allee leiden jedoch unter dem zunehmenden Verkehr. Immer wieder musste der historische Bau saniert werden. „Es grassiert weiterhin die Angst, dass die Brücke kaputt gefahren wird und durch eine neue und breitere 60-Tonnen-Brücke ersetzt wird“, erklärt Hans-Peter Wendorff, vom Vorstand des Dorfentwicklungsvereins in Schloß Ricklingen. Dann werde auch die Lindenallee erweitert und begradigt. Auch eine neue große Umgehungsstraße sei immer wieder im Gespräch gewesen. „Das ist ein alter Plan, der immer wieder mal von der Verwaltung rausgeholt wird“, sagt Wendorff.

Was ist ein Naturdenkmal?

Ein Naturdenkmal ist ein natürlich entstandenes Element in der Landschaft – ein Baum, ein Findling, eine Düne oder Höhle – das unter Naturschutz gestellt wird. Dieser Schutz ist in Paragraf 8 des Bundesnaturschutzgesetzes verankert. „Naturdenkmäler sind prägende Elemente in der Natur, sie sind besonders selten, haben eine Eigenheit oder sind von besonderer Schönheit“, erklärt Waldemar Wachtel vom Nabu Garbsen. Der Schutz werde durch die untere Naturschutzbehörde, das sei meistens die Kommune, garantiert. Bei Bebauung und Veränderung der Landschaft dürften die Naturdenkmal erst nicht angerührt werden, so Wachtel. „Die Beseitigung des Naturdenkmals sowie alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturdenkmals führen können, sind nach Maßgabe näherer Bestimmungen verboten“, heißt es im Gesetz. Im Gebiet der Stadt Garbsen sind aktuell insgesamt sieben Naturdenkmale verzeichnet: Eine Stieleiche auf einem Hof an der Stelinger Straße in Heitlingen, eine weitere Stieleiche im Kirchweg 23 in Altgarbsen. Auch der sogenannte „Fesselstein“, ein Findling auf dem Rondell in der Schumacherstraße in Horst, ist ein Naturdenkmal. In Schloß Ricklingen stehen eine Düne an der Voigtstraße, eine Düne an der Karl-Prendel-Straße und eine Düne im Mittelkamp Richtung Altgarbsen unter besonderem Schutz. Ein weiteres Naturdenkmal ist eine Stieleiche an der Engelbosteler Straße in Stelingen. ton

Die Forderung neben der Von-Woyna-Brücke auch die Lindenallee zu schützen sei ein neuer Ansatz, gibt Vogel von der SPD zu. Man habe schon erreicht dass für Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht gesperrt ist. Bei dem Durchfahrtsverbot, das seit vergangenen Dezember gilt, hatten die Kommunen Garbsen und Wunstorf zusammengearbeitet. „Wir schlagen vor, auch bei der Lindenallee im Gleichschritt mit Luthe zu gehen“, sagt Vogel. Ein Großteil Bäume befindet sich nämlich auf der anderen Seite der Von-Woyna-Brücke auf Wunstorfer Stadtgebiet. „Die Allee ist wunderschön und begrenzt gemeinsam mit der Brücke den Verkehr zumindest ein bisschen“, sagt Wendorff. Die Linden seien ein besonderes Merkmal für diesen Straßenzug findet Naturschützer Wachtel. „Sie sind mehr als 100 Jahre alt. Viele Generation haben sie schon erlebt und auch erhalten.“ Das Ensemble aus Brücke, Leine und Allee sie ein ganz besonderes Areal in Garbsen, sagt Wachtel. Deshalb begrüße man den erneuten Vorstoß der SPD.

Von Linda Tonn

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