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Garbsen Das ist einer der leisesten Ort in Garbsen
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00:17 16.07.2018
"Hier darf auch gelacht werden": Pastor Peter-Christian Schmidt hält etwa 50 Beerdigungen im Jahr. Quelle: Linda Tonn
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Altgarbsen

Natürlich darf auf einem Friedhof auch gelacht werden. Das ist Peter-Christian Schmidt besonders wichtig. Schließlich erinnere man sich hier auch an schöne Dinge, die man mit lieben Menschen erlebt habe. Der Pastor der Kirchengemeinde Alt-Garbsen steht zwischen den Gräbern und redet über das Sterben. Ein wenig dunkel ist es unter den dichten grünen Laubbäumen, gerade hat es aufgehört zu regnen. „Ruhig und friedlich“ nennt Schmidt die Stimmung auf dem Friedhof an der Alten Ricklinger Straße. Wer durch das quietschende Tor tritt, lässt das Rauschen des Verkehr einfach hinter sich. An wenigen Orten ist Garbsen so still wie hier. Neun Friedhöfe gibt es in der Stadt, städtische und kirchliche, verteilt auf die verschiedenen Stadtteile. Für Pastor Schmidt ist der Friedhof in Altgarbsen einer der schönsten.

Viele verschiedene Gräber

1895 wurde der jetzige Friedhof in der Alten Ricklinger Straße angelegt. Vorher fanden die Toten auf dem Kirchhof ihre letzte Ruhestätte. Auf der weiten Grünfläche zwischen den Bäumen ragen in ordentlichen Reihen die Grabsteine empor, Blumen in kräftigem Gelb, Rot und Pink sorgen für Farbtupfer. „Man kann sich ganz unterschiedliche begraben lassen“, sagt Schmidt und führt zwischen Steinen und Holzkreuzen entlang. Es gibt Sarggräber, kleinere Urnengräber und ganz einfache Gräber ohne Schmuck, die nur mit einer schlichten Namensschild versehen sind. „Die sind ganz pflegeleicht“, sagt Schmidt. Der Rasenmäher könne ganz einfach über die große Rasenfläche rollen. Auch unter den Buchen am Hauptweg ruhen die Urnen, säuberlich in einem Halbkreis angeordnet. Einige Reihen weiter hat die Gemeinde im Frühjahr 1999 als erste in Garbsen ein Gräberfeld für totgeborene Kinder eröffnet. Ein Bronzeengel wacht über sie. Rund 1000 Menschen finden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte – Mitglieder der katholischen und evangelischen Gemeinden in Altgarbsen. Für sie sind die Plätze vorgesehen. Immer wieder gäbe es Menschen aus anderen Stadtteilen und Kommune die unter den alten Bäumen begraben werden wollten, sagt Schmidt. „Das muss ich leider immer ablehnen.“

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Ein Ort der Begegnung

Betriebsam wird es vor allem an warmen Tagen im Sommer, wenn die Angehörigen mit Gieskannen und Blumen bepackt vor den Gräbern knien. „Manche kommen jeden Tag hier her“, beobachtet der Pastor. Es seien auch schon Freundschaften am Grab entstanden. Für Schmidt, der seit viereinhalb Jahren Pastor in der Gemeinde ist, ist der Friedhof ein Ort der Begegnung. Während er die Familien und Angehörigen eines Verstorbenen von der Suche nach dem passenden Grab bis hin zur Beerdigung begleite, baue er eine enge Bindung zu ihnen auf. Dabei käme er mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen. Rund 50 Beerdigungen macht Schmidt in einem Jahr – bei jedem Wetter. Jede Bestattung sei anders. Besonders schwierig sei es, wenn es stark regne oder sehr kalt sei. „Ich habe auch schon mit nur zwei Personen am Grab gestanden“, sagt er. Der Pastor hat es aber auch schon erlebt, dass sich 200 Personen auf dem Friedhof drängelten.

Neben Schwere und Trauer, die sich unweigerlich zwischen den Gräbern ausbreitet, stößt man auf dem Friedhof immer wieder auf nüchterne Regeln und Ordnung. „Die Gärtner sind hier fast täglich vor Ort“, sagt Schmidt. So ein Friedhof mache Arbeit und man müsse darauf achten, dass die Gräber auch gepflegt würden. In der Kirchengemeinde gibt es sogar einen Friedhofsausschuss – zwei Mal im Jahr begeben sich die Mitglieder auf einen Rundgang über das Gelände, die entscheiden, welche Bäume gefällt und wo nachgebessert werden muss. Es gibt immer etwas zu tun. Und dann wird es auch mal laut an dem leisen Ort unter den Bäumen.

Das ist die „Blaue Kapelle“

In den Jahr 1950/51 wurde die Kapelle auf dem Friedhof in Altgarbsen gebaut, knapp 50 Jahre später wurde sie renoviert und bekam den Namen „Blaue Kapelle“. Etwa 70 bis 100 Menschen finden in ihr Platz. Die Gemeinde beauftragte Innenarchitektin Susanne Scholz mit der Gestaltung des Raumes zu den Themen Tod, Auferstehung und Leben. Den Boden und die Bänke hat sie so gelassen wie sie waren. Die dunklen, erdigen Farbtöne vermitteln den Eindruck, einen guten Stand und Halt zu haben. Die Wände und vor allem die Decke sind. Wenn man den Raum betritt, fällt als erstes das runde gelbe Fenster über dem Altar auf. Auch die anderen Fenster sind entsprechend gestaltet. Im Herbst 2013 wurde ein neuer Glockenturm neben der Kapelle aufgestellt. Die Glocke – die älteste in Garbsen – war zu groß für den Dachreiter. ton

Von Linda Tonn

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