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Garbsen So erlebt ein Lehrer eine Abiturprüfung
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00:56 30.04.2018
"Ich weiß auch nicht, was drankommt": Deutschlehrer Dirk Meibaum teilt die Prüfungsbögen aus. Quelle: Linda Tonn
Berenbostel

 18 Mal hat Dirk Meibaum das Abitur schon gemacht, 18 Mal gespannt die Aufgabenblätter umgedreht, 18 Mal aufgeregt gehofft, dass alles glatt geht – ein Mal davon als Schüler, die vergangenen 17 Jahre als Lehrer. Der 48-Jährige ist Deutsch- und Politiklehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Und an diesem Freitagnachmittag geht es ihm wie vielen anderen Deutschlehrern in Garbsen auch: Während die Schüler eine wichtige Prüfung ihres Abiturs abschließen, geht für sie die Arbeit erst los. Seit Anfang April brüten in Niedersachsen die Abschlussjahrgänge über ihren Prüfungen. „Wir Lehrer haben jetzt auch Saison“, sagt Meibaum und streicht über den dicken Stapel vollgeschriebener Blätter: 13 Klausuren, manche bis zu 20 Seiten lang.

„Ein wenig aufgeregt ist man immer“

Wenige Stunden zuvor hatte er die blanken Bögen noch im Sekretariat in Empfang genommen. Damit beginnt für Meibaum um 7.30 Uhr der Prüfungstag. „Ein wenig aufgeregt ist man immer“, sagt er. „Ich bekomme die Prüfungsaufgaben im gleichen Moment zum ersten Mal zu sehen, wie meine Schüler auch.“ Dass er angespannt ist, merkt man dem Lehrer nicht an. Gut gelaunt begrüßt er die wartenden Prüflinge des Leistungskurses im Raum. Auf einem Tisch hat er neben zwei Duden Äpfel und Schokoriegel bereitgestellt.

Meibaum beobachtet seine Schützlinge dabei, wie sie aus den drei Prüfungsvorschlägen einen auswählen und mit dem Schreiben beginnen. Helfen darf er nicht. Trotzdem hat er den Gemütszustand der Schüler immer im Blick. „Für mich ist die Aufsicht ansonsten eher eintönig“, sagt der 48-Jährige. Sitzpläne müssen erstellt und Toilettengänge notiert werden. Und dann ist da auch noch der Kampf um Ruhe. Während auf den Fluren Schilder vom lauten Reden und Toben abhalten sollen, scheren sich die Hortkinder draußen wenig um die rauchenden Köpfe. Doch irgendwann sind auch fünf Stunden vorbei und Meibaum erinnert an die verbliebene Zeit und korrekte Rechtschreibung. 

„Arbeit fängt jetzt an“

„Die Vorschläge waren so, dass man damit gut zurechtkommen konnte“, sagt er, nachdem sich die letzte Schülerin verabschiedet hat. Noch am selben Tag wird der Deutschlehrer einen ersten Blick in die Klausuren werfen – und sich über gute Resultate freuen, aber auch Bitterkeit empfinden, wenn es für einen Prüfling nicht gut lief: „Man begleitet die Schüler so lange, da fühlt man mit. Trotzdem müssen wir fair bleiben.“ Knapp drei Stunden dauert die Korrektur einer Klausur. Meibaums Albtraum ist es, dass in den zentral gestellten Prüfungen etwas drankommt, das er nicht behandelt hat. Somit sei der dicke Stapel Blätter auch eine Quittung für seine eigene Arbeit. „Ich bin guter Dinge bei diesem Kurs“, sagt er und packt die übriggebliebene Schokolade zusammen. Die kommenden Maifeiertage werde er allerdings nicht frei haben: „Jetzt fängt für mich die Arbeit an.“

Schulpartnerschaft besteht seit 15 Jahren

Während die Abiturienten über den Prüfungen brüteten, ist eine Delegation von Schülern und Lehrern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums nach Polen gereist. Die Schulpartnerschaft zwischen dem Geschwister-Scholl-Gymnasium und der Schule im polnischen Wreschen (Wrzesnia) besteht bereits 15 Jahren und soll weiter vertieft werden. Bei dem Besuch unterzeichneten die Schulleiter, Volker Herholt (GSG) und Damian Hoffmann (ZSTIO Wrzesnia), einen neuen Kooperationsvertrag. Darin bekräftigten sie die Grundsätze der gegenseitigen Zusammenarbeit, die gerade im Hinblick auf das weitere Zusammenwachsen Europas und auf die gemeinsame Geschichte beider Länder wichtig sei. Gefördert vom deutsch-polnischen Jugendwerk absolvierten Schüler und Lehrer in Wreschen ein vielfältiges Programm. In einem Projekt befassten sie sich mit deutsch-polnischen Klischees, die sie in einem Buch dokumentierten. Zudem unternahmen sie Ausflüge in ein Salzbergwerk und zu einer Wallfahrtskirche. Der Gegenbesuch in Garbsen ist für das nächste Schuljahr vorgesehen. aln

Von Linda Tonn

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