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Gehrden Biogasanlage: Betreiber will mehr Gülle einsetzen
Aus der Region Region Hannover Gehrden Biogasanlage: Betreiber will mehr Gülle einsetzen
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14:22 11.10.2018
Die Betreiberfirma der Biogasanlage Gehrden will künftig mehr Gülle oder Mist einsetzen. Quelle: Wirausky
Gehrden

Darf künftig der Betreiber der Biogasanlage Gehrden mehr Mist und Gülle verarbeiten? Mit dieser Frage muss sich am Dienstag, 16. Oktober, der Ausschuss für Bau- und Städteplanung befassen. Inhaltlich geht es darum, das die Betreiberfirma eine Befreiung von der vertraglichen Festsetzung wünscht, wonach der Einsatz von Gülle beschränkt ist. Mit der Freigabe könnte dann die Anlage auch ausschließlich mit Gülle gefahren werden – falls die Prozessabläufe das zulassen.

Bisher ist der Einsatz von Gülle auf acht Prozent der Trockensubstanz limitiert. Bei den Diskussionen zur Aufstellung des Bebauungsplanes wurde dieser Passus aufgenommen, um den vermehrten Eintrag von Gülle oder Kot zu beschränken, da diese in näherer Umgebung nicht vorhanden ist und erst über lange Wege heran gefahren werden muss. Ein möglicher Kompromiss wäre, festen Mist an Stelle von Gülle zu verarbeiten. Laut Verwaltung sei das grundsätzlich zulässig, da er in der Nähe als Pferdemist zur Verfügung stehen könnte.

Betreiber der Anlage Am Wiedfeld ist die Energielenker BGA Gehrden. Sie hat die Anlage 2015 übernommen. Die Biogasanlage wird derzeit laut eigenen Angaben aus wirtschaftlichen Gründen mit nachwachsenden Rohstoffen (Nawaro) sprich Mais und Grassilage sowie bei Bedarf ein sehr geringer Anteil Getreide und Gülle beziehungsweise Mist betrieben. Da die Anlage nicht Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs ist, ist sie auf die Zukäufe der Einsatzstoffe angewiesen. Es existieren langfristige Liefer- und Abnahmeverträge mit Landwirten und Lohnunternehmern. Die angelieferten Stoffe stammen derzeit aus der Region Hannover, die Gärreste der Anlage werden zum Schließen landwirtschaftlicher Kreisläufe ebenfalls derzeit in der Region ausgebracht.

Aus Sicht des Betreibers sei es wirtschaftlich nicht darstellbar, die BGA Gehrden als reine Nawaro-Anlage zu fahren. Da Gülle und Mist in vielen Gegenden ausreichend zur Verfügung stehen, stellen sie ein günstiges und biologisch sinnvolles Substrat für Biogasanlagen dar. Die Befreiung vom Acht-Prozent-Kriterium stelle weder für nachbarliche Interessen noch für öffentliche Belange eine Verschlechterung dar, heißt es im Antrag an die Stadt. Die BGA werde weiterhin im genehmigten Rahmen betrieben, versprechen die Verantwortlichen.

Der zuständige Fachdienstleiter Holger Spohr ist allerdings skeptisch. Er verweist in einer Stellungnahme unter anderem auf die Anlagen in Ronnenberg und Lenthe. Dort arbeiten zwei Biogasanlagen sehr wohl als reine Nawaro-Anlagen. Zudem warnt Spohr vor einem Gülletourimus und einer Zunahme der Geruchsemissionen. Gleichwohl hat er auch Verständnis für den Wunsch der Betreiberfirma, weil durch den vermehrten Einsatz von Gülle die Wirtschaftlichkeit der Anlage erhöht werden könne; zudem könnte so auch Missernten kompensiert werden.  

Die Mitglieder des Ausschusses für Bau- und Städteplanung treffen sich am Dienstag, 16. Oktober, um 18 Uhr im Besprechungsraum des Rathauses.

Von Dirk Wirausky

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