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Gehrden Keine Kastrationspflicht für Katzen
Aus der Region Region Hannover Gehrden Keine Kastrationspflicht für Katzen
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12:08 15.03.2019
Streunende Katzen sind in zahlreichen Kommunen ein Problem. Eine Kastrations- und Kennzeichenpflicht für Gehrden lehnt die Verwaltung aber vorerst ab. Quelle: Symbolbild
Gehrden

Der Antrag der Ratsgruppe Grüne/Linke, in Gehrden eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen einzuführen, ist vertagt worden. Bürgermeister Cord Mittendorf sieht aktuell keine Notwendigkeit. „Wir befassen uns seit anderthalb Jahren mit dem Thema“, sagte er. Damals wie heute sehe er keine Veranlassung, eine neue Verordnung zu erlassen. „Allerdings werden wir die Situation im Auge behalten“, versprach Mittendorf. Im Moment gebe es aber kaum verwahrloste und streunende Katzen in Gehrden. Im vergangenen Jahr wurden 28 sogenannte Fundtiere registriert. Aus Sicht von Mittendorf eine geringe Zahl.

Dass frei laufende Katzen im Stadtgebiet kastriert und registriert werden sollen, hat die Ratsgruppe Grüne/Linke gefordert. Heinz Strassmann (Bündnis 90/Die Grünen) hatte im Ausschuss für Verkehr, Brandschutz und Gefahrenabwehr betont, dass der Zweck des Antrages sei, durch eine Kastrationen eine unkontrollierte Vermehrungen frei lebender Katzen zu vermeiden. Auch diene die Verordnung dazu, brütende Vögel zu schützen. Die Überpopulation von Katzen sei ein ernsthaftes Problem für den Tier- und Artenschutz. Außerdem: Dauerhaft bedeute eine Kastrationspflicht eine Entlastung der örtlichen Tierheime, die bereits an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Katzen übertragen Krankheitserreger auf Menschen

Unterstützung bekam Strassmann aus den Reihen der CDU. Heiner Bechtold sieht in den freilaufenden Katzen eine erhebliche Gesundheitsgefährdung für die Menschen. „Sie halten sich unter anderem auf Spielplätzen auf und hinterlassen dort infektiöse Erreger“, sagte er.

Vertreter des Tierschutzvereins machten deutlich, dass eine Kastrationspflicht absolut sinnvoll sei. Mehrfach im Jahr bekommen die Katzen bis zu sechs Junge. „Es ist eine massive Population“, sagte eine Tierschützerin. Das Problem seien auch nicht die sogenannten Fundkatzen, sondern herumstreunende Katzen, die zwar jemand gehören, aber nicht sterilisiert seien.

Die politischen Vertreter wollen weitere Informationen. Die Verwaltung solle in einer der nächsten Sitzung ausführlich über das Katzenthema berichten und gleichzeitig erforschen, in welchen Kommunen der Region es eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht gebe, forderte Thomas Spieker (CDU).

Eine Entscheidung, die die Tierschützer mit Kopfschütteln zur Kenntnis nahmen. „Wir kastrieren seit zehn Jahren im Stadtgebiet“, sagte Gabriele Fauken, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Barsinghausen. Der Tierschutzverein übernehme diese Aufgabe. „Aber wir können ohne eine Verordnung nur eingeschränkt handeln“, meinte Fauken.

Nach Expertenschätzungen gibt es landesweit mehrere Millionen wild lebende Katzen, allein im Großraum Hannover sollen es rund 10 000 Tiere sein. Deshalb führen Städte verstärkt eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen ein. Viele Streuner stammen von Hauskatzen ab, die nach draußen dürfen. Als Halter gelten auch Menschen, die wilde Katzen regelmäßig füttern.

Von Dirk Wirausky

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