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Gehrden Gehrdener Backhaus sucht weiterhin Auszubildende
Aus der Region Region Hannover Gehrden Gehrdener Backhaus sucht weiterhin Auszubildende
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12:52 10.08.2018
Die Auszubildende Mairaluisa Maisano und Sabine Gaues, Inhaberin des Gehrdener Backhauses, lieben das Bäcker- und Konditorenhandwerk. Quelle: Johanna Steele
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Gehrden

Zum ersten August hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. Trotzdem sind viele Ausbildungsbetriebe noch auf der Suche nach Neuzugängen, wie auch Sabine Gaues vom Gehrdener Backhaus. Auf ihre ausgeschriebenen Stellen hat die Bäckerin nur ein einzige Bewerbung erhalten. Das Problem besteht in der Branche schon länger – für Gaues war es bislang trotzdem unbekannt. „Damit erlebe ich nun das, wovon die Kollegen aus anderen Betrieben seit Jahren berichten“, sagt Gaues. „Normalerweise habe ich immer mehr Bewerbungen als Plätze.“  

Schulen verunsichern Schüler

Gerade in Bäckereien fehlt es häufig an Nachwuchs. „Der Beruf des Bäckers hat allgemein einfach einen schlechten Ruf“, sagt Gaues. „Dabei gibt es so viele Berufe, bei denen man früh aufstehen muss.“ Auch die Bezahlung sei mittlerweile gut. Eine Lohnerhöhung stünde gerade erst wieder an. Den Grund, warum sich so wenige Schulabgänger für das Bäckerhandwerk interessieren, sieht sie an anderer Stelle. „Die Schulen versuchen den Schülern möglichst viele Optionen für die Berufslaufbahn zu zeigen, verunsichern sie damit aber auch stark“, bemerkt sie. „Früher wussten viele schon in der Schule was sie werden wollen. Heute bekommen sie von Evaluationsbögen gezeigt, wofür sie angeblich besser geeignet wären.“

Es gibt noch Lehrstellen

Last-Minute-Lehrstellen zu besetzen: Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind in der Region Hannover noch 2402 offene Ausbildungsplätze bei der Arbeitsagentur gemeldet. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG appelliert dabei an Schulabgänger, sich auch in der Lebensmittelbranche umzugucken. „Vom Industriekaufmann bis zur Getränke-Laborantin – die Ernährungswirtschaft bietet ein breites Spektrum, viele Perspektiven und im späteren Job auch einen überdurchschnittlichen Verdienst“, sagt NGG-Geschäftsführerin Claudia Tiedge. In der Region Hannover zählt die Branche laut Arbeitsagentur noch 77 offene Ausbildungsplätze. Neben dem Lebensmitteltechniker suchen Betriebe nach NGG-Angaben insbesondere auch Mechatroniker- und Informatiker-Nachwuchs. Zugleich ruft die NGG die Arbeitgeber auf, sich intensiver um die Berufsausbildung zu kümmern. Weitere Infos rund um die Ausbildung gibt es im Netz auf www.berufenet.arbeitsagentur.de.

Im Handwerkskammerbezirk Hannover sind zurzeit noch mehr als 500 Ausbildungsplätze unbesetzt. Für das Jahr 2019 gibt es bereits rund 280 freie Stellen. „Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, sollten sich intensiv in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Hannover umsehen“, sagt Peter Karst, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover. „Denn im Handwerk können Lehrverträge grundsätzlich bis zum 31. Oktober in die Lehrlingsrolle eingetragen werden.“ Um das Handwerk auch für leistungsstärkere Bewerber attraktiver zu machen, bietet die Handwerkskammer das BerufsAbitur und zwei triale Studiengänge an. Mit dem BerufsAbitur können Auszubildende im Handwerk zugleich die Fachhochschulreife erwerben. Die freien Lehrstellen im Handwerk des Kammerbezirks Hannover lassen sich im Internet auf www.hwk-hannover.de/lehrstellenboerse recherchieren. dw

Das hat die Bäckerin auch bei ihren eigenen Kindern festgestellt. „Im Endeffekt haben sie was ganz anderes gelernt, als ihnen von der Schule und dem Arbeitsamt vorgeschlagen wurde“, sagt sie. „Perspektiven aufzuzeigen ist ja gut, aber es fehlt eben viel zu sehr der Einblick in die Praxis.“ Im Backhaus habe sie zum Beispiel eine Schülerin, die einmal in der Woche für ein paar Stunden dort arbeitet und so den Alltag in einer Bäckerei kennenlernt.

Früh anfangen bedeutet früh Feierabend

Aktuell befinden sich bei Gaues vier junge Leute in ihrer Ausbildung – drei davon zum Bäcker und eine zur Konditorin. Mairaluisa Maisano hat im vergangenen Jahr begonnen im Gehrdener Backhaus zu lernen. Vorher hat die 25-Jährige schon in ihrer Heimat Italien eine Ausbildung bei einer Eismanufaktur gemacht. Dadurch konnte sie direkt im zweiten Lehrjahr beginnen und wäre somit schon im nächsten Sommer fertig. „Aber Mairaluisa ist so gut, dass sie sogar noch mehr verkürzen kann und ihre Prüfungen schon im Januar ablegt“, sagt Gaues stolz. Die Auszubildende hat den Beruf der Konditorin mittlerweile lieben gelernt. „Seit ich klein war habe ich schon in die Auslagen von Konditoreien geguckt“, sagt sie. „Man hat immer Abwechslung, kann kreativ sein und es ist toll, wenn den Kunden Sachen schmecken, die man selbst gemacht hat“, sagt sie. Ihr Tag in der Bäckerei beginnt um 5.30 Uhr. Damit hat sie aber kein Problem. „Klar, man muss manchmal bei Partys eher gehen, weil man früh raus muss, aber es ist so schön schon mittags Feierabend zu haben – gerade bei diesem Wetter“, sagt die lachend. Nach ihrer Ausbildung möchte die 25-Jährige noch ihren Meister machen.

Gaues sucht derweil weiter nach zwei Auszubildenden im Verkauf. „Die Stellen sind noch ausgeschrieben bis zum 1. Oktober“, sagt sie. Mit dem Bewerbermangel steht die Bäckerin nicht allein da. Insgesamt sind in der Region Hannover in diesem Jahr 500 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben.

Von Johanna Steele

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