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Gehrden Wenn ein Kind zu den Sternen zieht
Aus der Region Region Hannover Gehrden Wenn ein Kind zu den Sternen zieht
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12:40 10.11.2018
Martin Reerink (von links), Pastorin Mandy Stark, Seelsorgerin Gunhild Junker, Ramona Böttcher und Kai Rohlfes gestalten gemeinsam mit Pfarrer Christoph Paschek (nicht auf dem Bild) die Gedenkfeier für Sternenkinder in der Gehrdener Friedhofskapelle. Quelle: Wirausky
Gehrden

Schätzungsweise 30000 Kinder ziehen in Deutschland jährlich zu den Sternen, weil sie während der Schwangerschaft, der Geburt oder kurze Zeit später versterben. „Das ist für die Eltern ein großer Schock“, weiß Bestatter Kai Rohlfes. Und es ist für viele Betroffene ein Tabu-Thema. Seit rund fünf Jahren wollen die Margarethengemeinde, die St.-Bonifatius-Gemeinde gemeinsam mit dem Klinikum Robert Koch, der Stadt Gehrden und dem Bestattungsunternehmen Rohde den Angehörigen von verstorbenen Kindern die Möglichkeit geben, zu trauen. „Das ist wichtig, um dieses schlimme Ereignis zu verarbeiten“, sagt Rohlfes. Viele betroffenen Eltern würde das Thema verdrängen, weiß er.

Am Sonnabend, 24. November, findet in der Gehrdener Friedhofskapelle um 15 Uhr eine Trauerfeier für Sternenkinder statt. Nach einer Andacht werden die Sternenkinder in einer eigenen, kleinen Gedenkstelle (“Garten der Sternenkinder“) anonym beigesetzt. „Die Menschen brauchen ein Stück Erinnerung und die Möglichkeit, ihre Trauer in eine gemeinsame Stunde hineinzulegen“, sagt Pfarrer Christoph Paschek. Es sei wichtig, dass Eltern und Angehörige die Gelegenheit haben, ihrem Sternenkind Lebewohl zu sagen und zu wissen, wo es beigesetzt worden sei, betont Paschek. Die Trauerfeier soll dafür den würdevollen Rahmen schaffen.

„Viele Eltern kommen über den Verlust eines totgeborenen Kindes nicht hinweg“, sagt Rohlfes. Das weiß auch Gunhild Junker, die als Seelsorgerin im Klinikum Robert Koch wirkt. „Es ist eine unfassbare große Hürde für die Mütter“, sagt sie. Sie versuche deshalb vorsichtig, die Frauen zu ermutigen, sich darauf einzulassen. Das sieht auch die Wennigser Pastorin Mandy Stark so: „Wir versuchen zu helfen, dass die Eltern den riesigen Schmerz zulassen.“ Und Rohlfes fügt an: „Trauer kann nur besser werden, wenn man auch trauert.“

Die ökumenische Gedenkfeier auf dem Gehrdener Friedhof an der Levester Straße soll die betroffenen Eltern auch für das schmerzhafte Thema sensibilisieren und dazu beitragen, die große Hemmschwelle zu überwinden. Eingeladen sind alle Eltern, egal welcher Konfession, sowie Verwandte, Bekannte oder Großeltern; und auch Menschen, die ihr Kind vor vielen Jahren verloren haben. „Jeder, der sich angesprochen fühlt, ist willkommen“, sagt Stark.

Neben der Firma Rohde Bestattungen wird die Trauerfeier von Stephanie Heuer vom Verein Sternenzauber & Frühchenwunder sowie Wiebke Becker vom Projekt Herzchen unterstützt und begleitet.

Die Möglichkeit, totgeborene Kinder zu bestatten, gibt es erst seit Mai 2013. Seitdem gelten auch Kinder, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm geboren werden als Menschen. Das bedeutet, dass auch sie im Todesfall beerdigt werden können.

Von Dirk Wirausky

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