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Gehrden Die Bürgerinitiative begehrt auf
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14:42 21.02.2018
Verhärtete Fronten: Um zu verhindern, dass der Neubau am Steinweg 25 über die eigene Grundfläche hinausgeht und die Stadt Fläche veräußert, strebt die Gruppe "Wir sind Gehrden" einen Bürgerentscheid an. Quelle: Wirausky
Gehrden

 Die Bürgerinitiative (BI) „Wir sind Gehrden“ macht ernst. Sie hat Bürgermeister Cord Mittendorf mitgeteilt, dass sie ein Bürgerbegehren mit dem Ziel eines Bürgerentscheids einleiten wird. „Wir sind fest entschlossen“, sagt Hartmut Weimar. Ziel sei es zu verhindern, dass die Stadt Grundfläche des Marktplatzes zur baulichen Nutzung verkauft oder verpachtet. Nun muss der Verwaltungsausschuss zunächst prüfen, ob das Bürgerbegehren zulässig ist. Die BI hat sich intensiv beim Verein „Mehr Demokratie“ beraten lassen. 

„Wir haben lange mit uns gerungen“, sagt Weimar. Doch es werde immer deutlicher, dass die mehr als 3000 gesammelten Unterschriften bei einem Großteil der politischen Entscheidungsträger keine Rolle spielen. „Das entsetzt uns ein bisschen“, sagt Weimar. Nach wie vor habe die Bürgerinitiative kein Verständnis dafür, dass die Stadt einem einzelnen Investor Fläche überlassen wolle. Gleichzeitig mache das geplante Neubauprojekt auf der Fläche des Grundstückes des sogenannten Bratsch-Hauses das Stadtbild kaputt, meint Eva Ehrenberg-John von der BI. Der Marktplatz müsse als historischer und sozialer Mittelpunkt mit dem derzeitigen Umfang erhalten bleiben, fordert die BI. Die derzeitigen Bauentwürfe, die auch von der Margarethengemeinde abgelehnt werden, würden Neubauten zeigen, die über die Grundfläche und weit über die bestehende Firsthöhe des Hauses Steinweg 25 hinausgehen.Die BI betonte in diesem Zusammenhang, dass sie keineswegs den Neubau verhindern wolle – „wenn er die gegenwärtige Grundstücksgrenze und Gebäudehöhe nicht überschreitet“, sagt Weimar.

Im Vergleich: Visualisierung (Baukörperdarstellung) des modifizierten Entwurfs im Verhältnis zum alten Gebäude. Quelle: Ehrenberg/Höppner

Die Hoffnung, eine Lösung mit den Betroffenen zu finden, hat die Gruppe nicht mehr. „Wir stoßen auf viel Ablehnung“, sagt Weimar. Die Initiative sei bei vielen Politikern offenbar auch nicht willkommen. „Wir sind eher gefrustet aus den Gesprächen herausgegangen“, sagt Weimar. Aus Sicht der BI scheinen sich zumindest die Vertreter von CDU, SPD und FDP schon festgelegt haben. „Sie halten nach wie vor an dem alten Entwurf fest und wollen offenbar davon nicht zurückweichen“, meint Ehrenberg-John.

Der vom Bürgermeister einberufene Runde Tisch, der kürzlich erstmals tagte, habe  ebenfalls gezeigt, dass die Vorstellungen der Interessengruppen weit auseinanderliegen. Das Gremium wird nun nicht mehr zusammenkommen. 

Für einen Bürgerentscheid müsste die Initiative zwischen 1200 und 1300 Unterschriften zusammenbekommen. Um eine Verkleinerung des Marktplatzes zu verhindern, bräuchte sie anschließend rund 2500 Stimmen.

Von Dirk Wirausky

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