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Gehrden Pläne für Solarfeld: Anwohner sind geladen
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00:28 11.06.2018
Ein Landwirt aus Lemmie will auf einem Feld im Süden des Ortes entlang der Bahnstrecke eine etwa 2,75 Hektar große Photovoltaikanlage errichten lassen. Quelle: Ingo Rodriguez
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Lemmie

Die Ökostrom-Pläne eines Landwirts rufen in Lemmie großen Unmut bei Anwohnern hervor. Der Hofeigentümer will auf einem Feld im Süden des Dorfes entlang der Bahnstrecke eine etwa 2,75 Hektar große Photovoltaikanlage zur alternativen Stromgewinnung errichten lassen. In der Ortsratssitzung haben die Pläne für das Solarfeld mit einer Länge von etwa 250 Metern und einer Breite von rund 110 Metern buchstäblich eine spannungsgeladene Diskussion herbei geführt. Etliche Anwohner wollen nicht hinnehmen, dass künftig die etwa 3,50 Meter hohen Solarmodule ihren bislang ungetrübten Ausblick auf die Feldmark verbauen. Der Ortsrat befürwortet das Projekt aber.

Ein Landwirt aus Lemmie will auf einem Feld im Süden des Ortes entlang der Bahnstrecke eine etwa 2,75 Hektar große Photovoltaikanlage errichten lassen. Quelle: Quelle: Stadt Gehrden

Dem Mehrheitsbeschluss war eine leidenschaftliche Debatte mit heftiger Kritik vorausgegangen – und das, obwohl Investor Cord Narten zum Auftakt seine Pläne geduldig erläutert hatte. Demnach sollen die Photovoltaikplatten nebeneinander und in parallelen Reihen mit einem Haltesystem im Boden verankert und mit einer Neigung von 20 Grad nach Süden in Richtung Bahntrasse ausgerichtet werden. Der mit Sonnenlicht erzeugte Strom soll später über ein Erdkabel in das Energienetz eingespeist werden. Die Siedlungsbebauung beginnt in einem Abstand von etwa 100 Metern. Und: Um den Anwohnern die Sicht auf die Photovoltaikfläche zu ersparen, will der Landwirt in Richtung Wohnbebauung als Sichtschutz eine Hecke mit ortstypischen Gehölzen anlegen.

Ein Landwirt aus Lemmie will auf einem Feld im Süden des Ortes entlang der Bahnstrecke eine etwa 2,75 Hektar große Photovoltaikanlage errichten lassen. Quelle: Quelle: Stadt Gehrden

In der Versammlung stieß der Investor auf Ablehnung. „Unser Grundstück am Feld wird entwertet, weil man dann voll auf das Gestänge guckt“, sagte eine Anwohnerin. In weiteren Wortbeiträgen wurde auf die unnötige Verschwendung fruchtbaren Feldbodens verwiesen. Im Mittelpunkt der geäußerten Kritik stand jedoch eine „erhebliche Beeinträchtigung des idyllischen Ortsbildes“ im Süden. „Der Anblick wird nachhaltig verschandelt“, sagte ein Dorfbewohner. Narten stand den Anwohnern geduldig Rede und Antwort. Er wolle sein Land nutzen, um den Betrieb neu auszurichten. Eine andere Fläche im Ort komme wegen ungeeigneter Verschattung nicht infrage. Zudem sei eine Vergrößerung der Anlage nicht geplant. Nur kurz reagierte er mit Unverständnis: „Es gibt keinen Qualm, keinen Lärm und keinen Müll – ich will doch keine Verbrennungsanlage bauen“, sagte Narten.

Rückendeckung bekam er von Ortsbürgermeister Hilmar Rump. Beantragt sei nur die Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP). Beim Aufstellen eines Bebauungsplanes würden alle Einwände im Hinblick auf sämtliche Richtlinien geprüft. Gleichwohl: Um eine Entscheidung zu fällen und den Gremien der Stadt eine Empfehlung auszusprechen, zog sich der Ortsrat für eine Stunde zurück. Mit Ausnahme des stellvertretenden Ortsbürgermeisters Peter Nispel (SPD) sprachen sich dann alle Mitglieder für eine FNP-Änderung aus, um die Umsetzung des Projekts zu ermöglichen. Gleichzeitig soll eine mögliche Verschiebung der Anlage auf dem Feld geprüft werden. Um die Belange der Anwohner zu berücksichtigen, empfiehlt der Ortsrat dem Bauausschuss, in der weiteren Beratungsgfolge einen öffentlichen Besichtigungstermin.

Ein Landwirt aus Lemmie will auf einem Feld im Süden des Ortes entlang der Bahnstrecke eine etwa 2,75 Hektar große Photovoltaikanlage errichten lassen. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

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