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Gehrden Eiche und Gedenkstein erinnern an Dorfjubiläum
Aus der Region Region Hannover Gehrden Eiche und Gedenkstein erinnern an Dorfjubiläum
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14:30 09.11.2018
Heinrich Möller (links) vom Historischen Verein und Ortsbürgermeister Hilmar Rump bedecken bei der symbolischen Pflanzaktion vor zahlreichen Ehrengästen die junge Eiche am neuen Gedenkstein mit einigen Schaufeln Sand und gießen den Baum. Quelle: Ingo Rodriguez
Lemmie

 Etwas mehr als zwei Jahre liegt es nun bereits zurück, dass die Ortschaft Lemmie mit einem großen Fest das 800-jährige Bestehen gefeiert hat. Das geschichtsträchtige Spektakel soll aber nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Um Spaziergänger und Anwohner daran zu erinnern, haben der Ortsrat und der Historische Verein jetzt in der Feldmark nördlich des Dorfes eine junge Eiche gepflanzt und einen besonderen Gedenkstein aufgestellt.

„Es ist gut, dass sich die Pflanzaktion nach dem Fest so lange verzögert hat, sonst hätten wir nicht diesen Stein dazu stellen können“, sagte Ortsbürgermeister Hilmar Rump vor zahlreichen Ehrengästen aus den Vereinen und Organisationen des Ortes. Der Stein sei in Lemmie erst vor etwa einem Jahr bei Ausschachtungsarbeiten für den Internet-Breitbandausbau gefunden worden. „Es ist ein nordischer Granit, der vermutlich um 1216 durch Gletscherfluss in Lemmie gelandet ist“, sagte Rump bei der Enthüllung.

Der neue Gedenkstein. Quelle: Ingo Rodriguez

Um daraus einen Gedenkstein zu machen, hatte sich der Historische Verein den Brocken gesichert und beim Steinmetzmeisterbetrieb Gerald Rochus in Egestorf eine Gestaltung mit Inschrift in Auftrag gegeben. Das Gastransportunternehmen Nowega aus Münster, das auch in Lemmie Leitungen unterhält, habe die Eiche gespendet, der Realverband die Fläche in der Feldmark zur Verfügung gestellt, sagte Rump. Die Anschaffung und das Pflanzen des jungen Baumes hatten die Stadt Gehrden und der Bauhof übernommen. „Nun soll die Eiche gedeihen und mit dem Stein noch lange an unsere 800-Jahr-Feier erinnern“, sagte Rump und schüttete gemeinsam mit Heinrich Möller vom Historischen Verein auf die Eiche symbolisch einige Schaufeln Erde.

Zahlreiche Ehrengäste aus den Lemmier Vereinen und Organisationen sowie Vertreter der Stadt verfolgen die symbolische Pflanzaktion und Enthüllung. Quelle: Ingo Rodriguez

Der historische Rotzstein steht wieder

Einen zweiten Beitrag zur Bereicherung der Erinnerungskultur des Dorfes leistete der Historische Verein nur etwa eine Viertelstunde später am südwestlichen Ortsrand nahe dem landwirtschaftlichen Hof der Familie Narten. Dort wurde der sogenannte „Rotzstein“ wieder aufgestellt – fast auf den Tag genau 142 Jahre, nachdem die Gedenkstele von den damaligen Hofbesitzern Heinrich und Friedrich etwa 220 Meter südwestlich von dort zum ersten Mal errichtet worden war. Der Stein und seine Inschrift erinnern an die aus Sicherheitsgründen im Jahr 1876 polizeilich angeordnete Tötung von insgesamt zehn Arbeitspferden, die sich mit der anzeigepflichtigen und hoch ansteckenden Rotzkrankheit infiziert hatten.

Heinrich Möller erzählt im Beisein der Familie Narten von den vor 142 Jahren nach polizeilicher Anordnung aus Sicherheitsgründen wegen Ansteckungsgefahr getöteten Pferden. Quelle: Ingo Rodriguez
Die Inschrift erinnert an die vor 142 Jahren nach polizeilicher Anordnung aus Sicherheitsgründen wegen Ansteckungsgefahr getöteten Pferde. Quelle: Ingo Rodriguez

Der Sandsteinquader sei von den Vorfahren der Familie Narten angefertigt und errichtet worden, um ihre Nachkommen vom Zukauf rotzkranker Pferde zu warnen, sagte der Möller vom Historischen Verein im Beisein von Fritz, Cord und Henrike Narten sowie den künftigen Hoferben Luise und Paul. Nach einem Flächentausch im Jahr 1968 und einem Grundstücksverkauf in den Siebzigerjahren sei der Stein in das Eigentum der Familie Najda übergegangen und hatte auf deren Bauplatz 45 Jahre lang gestanden. „Nachdem die Familie in diesem Jahr das Grundstück verkauft hat, ist es dem Historischen Verein gelungen, den Rotzstein zu übernehmen und mit Unterstützung von Familie Narten etwa 220 Meter entfernt von seinem ursprünglichen Standort wieder neu aufzustellen“, sagte Möller.

Landwirt Cord Narten hatte noch eine Überraschung parat: Er präsentierte zwei beim Pflügen ans Tageslicht gekommene Zähne von den vor 142 Jahren getöteten und in der Nähe in einem Massengrab verscharrten Pferde.

Luise und Cord Narten zeigen zwei beim Pflügen ans Tageslicht gekommene Zähne von den vor 142 Jahren getöteten und in der Nähe in einem Massengrab verscharrten Pferden. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

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