Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Gehrden Die Angst vor den Windrädern
Aus der Region Region Hannover Gehrden Die Angst vor den Windrädern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 19.05.2018
Im Deistervorland sind fünf Windkraftanlagen (hier eine Aufnahme von Windrädern in der Nähe von Schulenburg) mit einer Höhe von jeweils 240 Metern geplant: Die Bürger aus Redderse kritisieren die Informationspolitik der Stadt Gehrden. Quelle: Archiv
Gehrden/Redderse

 Kürzlich in der Ortsratssitzung, nun im Ausschuss für Bau- und Städteplanung: Die Redderser Bürger haben erneut deutlich gemacht, dass sie nicht damit einverstanden, dass vor ihrer Haustür in nur 1000 Meter Entfernung 240 Meter hohe Windräder aufgestellt werden. Der Stadt und den Politikern werfen sie in diesem Zusammenhang Tatenlosigkeit vor.

„Uns fehlen Informationen darüber, was dort eigentlich passieren soll und wie die Stadt dazu steht“, sagte der Redderser Frank Rump am Dienstagabend. Seitens der Kommune gebe es überhaupt keine Auskünfte über oder Reaktionen auf die Pläne, dass im Dreieck Degersen, Egestorf und Redderse fünf riesige Windkraftanlagen errichtet werden sollen. Er verstehe die Haltung der Stadt in dieser Sache nicht. Im Gegensatz zur Stadt Barsinghausen, die gegen das Windprojekt klagen werde.  „Offenbar interessiert es die Gehrdener nicht, was auf der anderen Seite des Gehrdener Berges passiert“, schimpfte ein Besucher der Ausschusssitzung.

Bürgermeister Cord Mittendorf widersprach. Bislang habe die Verwaltung keine Signale aus der Politik bekommen, juristisch gegen die geplanten Anlagen im Deistervorland vorzugehen. „Wir haben keinen enstprechenden Ratsbeschluss“, betonte Mittendorf. Gleichwohl habe die Stadt eine Stellungnahme abgegeben, in der sie eine Höhenbegrenzung fordert. „Fast 250 Meter sind uns zu hoch“, sagte Mittendorf. Der Redderser Ortsrat sei zudem sehr wohl informiert worden. Außerdem werde für den 7. Juni eine Informationsveranstaltung in Redderse anberaumt, versuchte Mittendorf die erhitzten Gemüter zu besänftigen.

Aus Sicht von Wolfgang Middelberg, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, habe Gehrden auch keinen ausreichenden Klagegrund. „Barsinghausen beruft sich auf objektive Kriterien wie Modellflugplatz oder Lage im Wasserschutzgebiet; die haben wir nicht“, sagte Middelberg. Daher warte die Stadt ab. „Wenn Barsinghausen Recht bekommt, ist das Projekt gestorben“, meinte Middelberg. Ob es dazu aber kommt, wollte Middelberg nicht prognostizieren.

Die höchsten Windräder im Land

Mehr als 240 Meter Höhe sollen die fünf Windräder haben, die das Unternehmen WPD aus Bremen im Dreieck Degersen, Egestorf und Redderse aufstellen will. Sie wären die höchsten im Land. Die Stadt Barsinghausen will deshalb gegen das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) klagen und einen Normenkontrollantrag beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg einreichen.

Schon länger gibt es regionsweit Kritik an der Standortplanung für Windenergieanlagen, die womöglich nur auf dem Papier die Vorgaben erfüllt. Die geplante Höhe der Windräder widerpreche den Rahmenbedingungen, nach denen der Windpark genehmigt worden sei, kritisierte ein Redderser im Ausschuss für Bau- und Städteplanung. 

Der Widerstand hat sich längst formiert. Die Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind wollen gemeinsam mit anderen Protestlern den geplanten Windpark im Deistervorland verhindern und fordern die Kommunen zum gemeinsamen Handeln auf. „Ortsübergreifend soll gegen die Höhe der gigantischen Anlagen vorgegangen werden“, heißt es in einem Statement.

Und ganz tatenlos sei die Stadt Gehrden zudem nicht gewesen, fügte Mittendorf hinzu. So habe sie gemeinsam mit den anderen betroffenen Kommunen ein Artenschutzgutachten in Auftrag gegeben. 

Henning Harter (SPD) betonte, dass der Rat mit großer Mehrheit dem Regionalen Raumordnungsprogramm zugestimmt habe. Darin wird die Fläche zwischen Degersen und Redderse als Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen. „Wir sind auch im Prinzip dafür“, sagte Harter. Allerdings wolle die Stadt eine Höhenbegrenzung der Anlagen. „Doch das entscheidet letztlich die Region“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Und Eva Kiene-Stengel (Gruppe Grüne/Linke) antwortete, dass der Standort im Genehmigungsverfahren im Detail noch einmal ausgiebig geprüft werde. Außerdem: „Wir sind auch gefordert, alternative Energiequellen auf den Weg zu bringen“, plädierte sie für den Einsatz von Windkraft. 

„Wir haben schlicht Angst, weil niemand weiß, was auf uns zukommt“, erläuterte ein Bürger die Gefühlslage in Redderse. Mit Windkraftanlage von 240 Metern Höhe gebe es schließlich keine Erfahrungswerte bezüglich Lärmbelästigung und Schlagschatten. 

Von Dirk Wirausky

Die Stadt Ronnenberg hat für rund 12.000 Euro auf der Bezirkssportanlage Empelde eine Hochsprunganlage installieren lassen. KGS-Schüler und Leichtathleten können nun im Sommer im Freien trainieren.

19.05.2018

Die Stadt Gehrden will die Innenstadt beleben. Projekte wie die Ansiedlung eines Bioladens oder eines Coworking-Spaces sind allerdings auf Eis gelegt.

18.05.2018

Die Schließung der Postbankfiliale hat bei Kunden mit Postfächern zu Irritationen geführt. Die Schließfächer bleiben im Vorraum der früheren Filiale, können aber täglich nur bis 14 Uhr geleert werden.

17.05.2018