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Hemmingen DUH: Büntebad-Privatisierung prüfen
Aus der Region Region Hannover Hemmingen DUH: Büntebad-Privatisierung prüfen
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00:34 06.06.2018
Das Büntebad in Hemmingen-Westerfeld: Es war vor einigen Jahren sogar Motiv der beliebten Wandkalender der Bürgerstiftung. Quelle: Bürgerstiftung (Mensing)
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Hemmingen

Soll das Büntebad zusammen mit dem Frei- und dem Strandbad in private Hand gegeben werden? Die Unabhängigen Hemminger (DUH) fordern, dass die Stadtverwaltung auch dieses Modell prüfen soll.

Der Anlass für die Diskussion ist das Gerichtsurteil über den Tod einer Zweijährigen im Arnumer Freibad. Der verurteilte Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hemminger Bäder GmbH, die sich auch um das Strandbad in Hemmingen-Westerfeld kümmert, beabsichtigt die Betriebsführung beider Bäder wieder zurück an die Stadt zu geben. Der genaue Zeitpunkt dafür steht noch nicht fest, voraussichtlich zum Ende der laufenden Saison.

Die DUH macht deutlich, dass sie eine private Betriebsführung gegenüber einer städtischen bevorzugt. Finde sich niemand, müsse die Stadt die Aufgabe übernehmen, sagte der Fraktionsvorsitzende Wolf Hatje am Sonntag. „Die beiden Bäder gehören zu Hemmingen dazu. Es geht jetzt darum eine vernünftige Lösung zu finden, damit der Badbesuch für Gäste erschwinglich bleibt.“ Möglicherweise sei es für einen Interessenten attraktiver sowohl die beiden Hemminger Freibäder als auch das Hallenbad, also das Büntebad in Hemmingen-Westerfeld, zu betreiben. „Er kann dann sicher besser kalkulieren“, sagte Hatje. „Bei größeren Einheiten ist man flexibler in der Organisation.“ Es müsse gewährleistet sein, dass die Saison 2019 nicht ausfällt. Gegebenenfalls müsse die Stadt die Betriebsführung übernehmen.

Auch SPD und CDU sind, wie berichtet, für den Erhalt der Bäder. Sie betonen, dass es in der Saison 2019 keine Einschränkungen geben dürfe. Die SPD hat sich noch auf keine Rechtsform festgelegt, gegebenenfalls müsse die Stadt eine Gesellschaft gründen. Die CDU befürwortet eine Vergabe an einen Privaten.

Die Bündnisgrünen mahnen „mit großer Ruhe und Bedacht“ zu beraten. Das sagte die Fraktionsvorsitzende Ulrike Roth am Sonntag. Grundsätzlich möchten die Grünen das Frei- und das Strandbad erhalten. „Die Frage ist doch, wie sie erhalten bleiben sollen“, sagte Roth. „Es sind freiwillige Leistungen und wir sind als Stadt bei der nicht einfachen Haushaltslage gezwungen genau abzuwägen.“ Wenn die Stadt die Bäder betreibt, komme eine weitere „große Verpflichtung“ auf sie zu mit entsprechend hohen Kosten. Es müssten aber auch andere hohe Ausgaben wie der Hochwasserschutz gestemmt werden. Deswegen möchten sich die Grünen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen.

Der Stadt gehören beide Freibäder, sie hatte den Betrieb aber im Jahr 2005 abgegeben, um trotz Zuschüssen unterm Strich Geld einzusparen. Das Strandbad sei bei den Kosten für die Betriebsführung günstiger als das Freibad, sagte Roth. Doch ein privater Betreiber sei flexibler, könne das Bad zum Beispiel bei gutem Wetter länger geöffnet lassen. „Wenn es die Stadt betreiben sollte, ist dieselbe Attraktivität wie bisher sicherzustellen, zum Beispiel beim Früh- und beim Spätschwimmen.“ Roth sagte, sie befürchte, es werde sehr schwierig werden einen privaten Betreiber zu finden – auch im Hinblick auf das Gerichtsurteil und seine Folgen.

Der Betreiber des Freibades ist am Donnerstag zu sechs Monaten auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Geschäftsführer nicht die nötige Sorgfaltspflicht walten ließ und dies letztlich dazu führte, dass eine Zweijährige im Sommer 2016 in einen offenen Schacht fiel und dort ertrank. Roth sagte am Sonntag: „In dieser Situation jetzt die Betriebsführung zu übernehmen, ist eine enorme Bürde.“

Das Büntebad sollte weiter von der Stadt betrieben werden. „Es liegt neben der KGS und hat auch einen bildungspolitischen Auftrag zu erfüllen.“ Roth zweifelt, ob ein Privater diesen Auftrag erfüllen könne.

Von Andreas Zimmer

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