Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Hemmingen Nach Tod von Zweijähriger: Freibad-Chef vor Gericht
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Nach Tod von Zweijähriger: Freibad-Chef vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:48 28.04.2018
Der Geschäftsführer des Freibads Arnum muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige
Arnum/Hannover

 Der Geschäftsführer des Freibads Arnum steht seit Mittwoch wegen mutmaßlicher fahrlässiger Tötung vor Gericht. In seinem Schwimmbad war vor zwei Jahren die kleine Sophia (2) beim Spielen in einen Revisionsschacht gestürzt und ertrunken – der Deckel des Schachts lag an diesem Tag quer über der Öffnung, sodass ein mindestens 14,5 Zentimeter breiter Spalt entstanden war.

Unklar ist noch immer, wieso der Schacht an diesem heißen Julitag im Sommer 2016 nicht richtig verschlossen war. Der Schacht sei einer von zwei baugleichen Revisionsschächten, die zu einem Schwallwasserbecken führen, erklärte der Angeklagte. Um den Wasserstand abzulesen, nutze er nur den anderen Schacht oder eine Ablesemöglichkeit im Technikraum. Den Deckel zu dem Schacht, in dem die zweijährige Sophia ertrank, habe er dagegen zuletzt vor Saisonbeginn zur Filterreinigung geöffnet. Noch am Morgen vor dem tragischen Unfall habe der Freibad-Chef in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes auf der Wiese zwei Cola-Flaschen eingesammelt. „Es wäre mir aufgefallen, wenn der Deckel offen gestanden hätte“, sagte er am Mittwoch vor dem Amtsgericht Hannover. Auch sei die knapp 25 Kilo schwere, passgenaue Platte ohne Hilfsmittel nur schwer von der Öffnung zu heben. Abgeschlossen war die Abdeckung aber nicht.

Ein ehemaliger Bademeister, der am Unfalltag im Dienst war, bestätigte die Aussage des Schwimmbad-Chefs. Er habe nie Arbeiten an dem Schacht beobachtet und habe bis zu diesem Tag auch nicht gewusst, was sich unter dem Deckel befindet, sagte er. Als die Mutter der zweijährigen Sophia, Sandra L., den Bademeister bei der Suche nach ihrer Tochter um Hilfe bat, schauten die beiden dort nach, konnten das Kind aber nicht entdecken. Erst zwei Stunden später fanden Polizisten das Mädchen, nachdem bereits mehrere Personen in dem vier Meter tiefen Schacht nachgesehen hatten. Kurz darauf starb Sophia in einer Klinik.

In einer Rechtsbesprechung vor Prozessbeginn am Mittwoch war noch versucht worden, eine Einigung zu finden. „Die Sachlage ist doch eindeutig“, sagte Professor Michael Nagel – er vertritt die Eltern von Sophia, die als Nebenkläger auftreten. Es sei erschreckend, dass der Freibad-Chef die Verantwortung nicht übernehmen wolle, sagte der Anwalt.

An weiteren Verhandlungstagen im Mai, bei denen auch verschiedene Sachverständige aussagen werden, muss nun geklärt werden, ob der Geschäftsführer des Freibads für die ungesicherte Öffnung verantwortlich ist und somit seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Bei einer Verurteilung für fahrlässige Tötung drohen ihm eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Von Johanna Stein

Hemmingen Harkenbleck/Wilkenburg - Wenn die Frühlingssonne blinzelt

So schön wie am Wochenende wird es vorerst nicht mehr. Bis es wieder wärmer wird, muss man die schönen Momente des Tages abpassen – wie unser Fotograf Torsten Lippelt an den Seen bei Harkenbleck.

25.04.2018
Hemmingen Hemmingen-Westerfeld/Arnum - Lesung: Kater Socke sucht den Mörder

Am 27. April liest Katzenkrimi-Autorin Heike Wolpert in der Stadtbücherei Hemmingen-Westerfeld aus ihrem neuesten Buch. Die Lesung ist eine Veranstaltung mit dem Arnumer Tierschutzverein Hände für Pfoten.

28.04.2018

Alte und schöne Bäume: Sie zu erhalten, kostet Arbeit und Geld. Die Grünen wollen Privatleute dabei stärker unterstützt wissen. Im Rat am 26. April bringen sie einen Antrag für ein Förderprogramm ein.

27.04.2018
Anzeige