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Hemmingen Römerlager: Bisher ältestes Artefakt entdeckt
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Römerlager: Bisher ältestes Artefakt entdeckt
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00:26 14.05.2018
Robert Lehmann erläutert an der Informationstafel die Besonderheiten des Römerlagers bei Wilkenburg. Quelle: Torsten Lippelt
Wilkenburg

 Im Römerlager bei Wilkenburg ist das bisher älteste Artefakt gefunden worden. Es handelt sich um ein Dolchfragment aus Antimonbronze, das aus dem dritten Jahrtausend vor Christus stammt, also zwischen 4000 und 5000 Jahre alt ist. Das teilt der promovierte Chemiker und Sprecher der Römer AG Leine, Robert Lehmann, mit. Entdeckt wurde das Fragment unter knapp 200 Metallobjekten, die einer von Lehmanns Studenten an der Universität Hannover für seine Bachelorarbeit untersucht hat. „Die Antimonbronze zählt zu den ältesten Bronzearten vor Entdeckung der Zinnbronze. Das Dolchfragment fällt damit in den Übergang zwischen Steinzeit und früher Bronzezeit“, erläutert Lehmann. 

Bislang sind in dem rund 40 Hektar großen Römerlager, das 2015 entdeckt wurde, rund 3000 Objekte gefunden worden. „Nicht alle stammen aus römischer Zeit. Das macht die intensive Nutzung dieses Gebiets deutlich“, sagt Lehmann. Der Chemiker  schätzt die Bedeutung des historischen Ortes auch für den Tourismus als immens ein. „Das Marschlager in Kalkriese verzeichnet jährlich sechsstellige Besucherzahlen“, sagt er. In der Fundregion Kalkriese bei Bramsche im Osnabrücker Land soll sich die Varusschlacht zugetragen haben. Das Lager sei aber nur drei bis fünf Hektar groß – und damit wesentlich kleiner als das hiesige. 

„Das Römerlager in Wilkenburg ist das derzeit größte in Norddeutschland und das einizige nicht überbaute nördlich des Limes. Es könnte sogar noch mehr Besucher anlocken als Kalkriese“, glaubt Lehmann. Die Römer AG habe einen Antrag bei einer Stiftung gestellt, um in Wilkenburg ein Informationszentrum aufzubauen.

Bevor solche Pläne umgesetzt werden können, muss die Region Hannover allerdings darüber entscheiden, ob das Gebiet für den von der Firma Holcim beantragten Kiesabbau freigegeben wird. Sprecher Klaus Abelmann sagt, dass die Region Hannover zurzeit noch auf eine Stellungnahme des Landesministeriums für Wissenschaft und Kultur warte. „Die Behörde muss sich dazu äußern, in welchem Umfang eine Rettungsgrabung notwendig ist, sollte das Gebiet für den Kiesabbau erschlossen werden.“ 

Bei einer Rettungsgrabung wird das Gebiet archäologisch untersucht und die noch vergrabenen Artefakte gesichert. Die Kosten dafür muss die Firma Holcim tragen. „Erst wenn die Firma den Umfang der Rettunngsgrabung kennt, kann sie die Kosten abschätzen und entscheiden, ob überhaupt noch Interesse an dem Kiesabbau besteht“, sagt Abelmann.  

Von Tobias Lehmann und Daniel Junker

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