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Hemmingen Rund 200 Gäste besuchen Neujahrsempfang
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Rund 200 Gäste besuchen Neujahrsempfang
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00:15 16.01.2018
Bürgermeister Claus Schacht (von links), die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Linkhof und der Vorsitzende der AG Sportvereine, Harald Gries (rechts) ehren beim Neujahrsempfang die Sportler des Jahres. Quelle: Tobias Lehmann
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Hemmingen

 Unterhaltsam, sportlich, nostalgisch: Die rund 200 Besucher des Neujahrsempfangs der Stadt Hemmingen haben im Forum der Carl-Friedrich-Gauß-Schule einen abwechslungsreichen Freitagabend erlebt. Bürgermeister Claus Schacht sprach die nächsten großen Projekte der Stadt an, der in Ruhestand gehende KGS-Leiter Dieter Driller-van Loo warf einen Blick sowohl zurück wie auch nach vorn und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Hemminger Sportvereine, Harald Gries, ehrte die Sportler des Jahres 2017. 

Für die musikalische Begleitung sorgt der Musikzug Hiddestorf-Ohlendorf unter der Leitung von Mirco Meutzner. Quelle: Tobias Lehmann

Auf den Abend eingestimmt wurden die Besucher zunächst von den auf einer Leinwand gezeigten Bildern des vergangenen Jahres. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hiddestorf-Ohlendorf unter der Leitung von Mirco Meutzner begleitete die Veranstaltung. Anschließend begrüßte Schacht die Gäste und richtete Grußworte von den Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth (CDU) und Matthias Miersch (SPD) aus, die sich beide entschuldigen ließen. Der Bürgermeister sprach die Themen des zurückliegenden Jahres an. Dazu gehörten unter anderem der Bau der Ortsumgehung, die Diskussionen über das Intergrierte Stadtentwicklungskonzept oder auch die noch nicht entschiedene Zukunft des Römerlagers in Wilkenburg. 

Eine wichtige und andauernde Aufgabe werde auch die Intergration der Flüchtlinge sein. „Unsere Feuerwehr hat jetzt den ersten sudanesischen Feuerwehrmann aufgenommen. Er kann noch nicht richtig Deutsch, doch den Lehrgang hat er bereits bestanden“, sagte Schacht lobend. Der Bürgermeister wies auch daraufhin, dass neue Flüchtlinge kaum noch eintreffen. Ursprünglich waren drei große Sammelunterkünfte in der Stadt geplant. Jetzt bleibt es bei der einen an der Heinrich-Hertz-Straße. Dort leben zurzeit noch 60 Schutzsuchende. „Wir hoffen, dass wir ihnen auch bald richtige Wohnungen vermitteln können“, sagte Schacht. Er dankte allen Bürgern, die mit viel Engagement den Flüchtlingen ihre Unterstützung angeboten haben. 

Schacht erinnerte auch an den Großbrand am Pfingstwochenende in Wilkenburg, bei dem ein Mensch zu Tode kam. Er lobte den Einsatz der Feuerwehr und kritisierte die „vielen Gaffer vor Ort“. Er habe kein Verständnis dafür, wie Lebensretter in ihren Aufgaben behindert werden können, sagte der Bürgermeister. Ein weiterer Dank ging auch an die mehr als 400 Hemminger Wahlhelfer, die 2017 bei der Bundestagswahl und der vorgezogenen Landtagswahl im Einsatz waren. 

Anschließend ging Schacht auf bevorstehende Projekte ein. „Ein Mega-Projekt wird der Bau des Hochwasserschutzes in Hemmingen“, sagte er. Das erforderliche Gutachten werde voraussichtlich im Frühjahr vorliegen. Schacht rechnet mit Kosten von bis zu 12 Millionen Euro. Weitere Projekte werden der Bau einer neuen Kindertagesstätte in Hemmingen-Westerfeld für rund 3,7 Millionen Euro und der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Arnum für 2,9 Millionen Euro sein. Noch im Januar 2018 wird der Umbau des Campusgeländes der KGS für 1,9 Millionen Euro beginnen. Im Sommer soll zudem das Forum in der KGS für rund 900.000 Euro umgebaut werden. 

Abschließend dankte der Bürgermeister allen Hemmingern, die sich ehrenamtlich engagieren und rief auch weitere Bürger dazu auf: „Tun Sie gelegentlich etwas, womit Sie nichts verdienen. Das zahlt sich aus.“ Seine Anerkennung sprach er in diesem Zug unter anderem den Mitgliedern des jetzt aufgelösten Seniorenbeirats aus. Vor Ort waren Erich Kowalke und Karl-Heinz Sendrowski. „Wir haben für jeden Ihrer Vorschläge ein offenes Ohr und hoffen, einen adäquaten Ersatz für das Gremium zu finden“, sagte Schacht. 

Grußworte richteten unter anderem der stellvertretende Regionspräsident Michael Dette sowie Pastorin Harriet Maczewski aus Wilkenburg aus. Maczewski lobte die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Kirche und wünschte allen Bürgern „ein Jahr ohne Angst und voller Zuversicht“. 

Stadt zeichnet die Sportler des Jahres aus

Ein Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die Ehrung der Sportler des vergangenen Jahres. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Hemminger Sportvereine, Harald Gries, sagte, dass rund 9000 Hemminger in Sportvereinen angemeldet seien. „Davon sind rund 3000 Kinder und Jugendliche, die in den Vereinen ehrenamtlich betreut werden. Ohne die Vereine müsste die Stadt tief in die Tasche greifen, um diese Betreuung zu gewährleisten“, sagte Gries. Anschließend lobte er auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und freute sich, dass die Sportler des Jahres 2017 beim Neujahrsempfang öffentlich geehrt werden. 

Gries nannte zunächst die Sportlerin des Jahres:   die Trampolinspringerin Ina Schnieder aus dem SC Hemmingen-Westerfeld. Sie habe den Sport bereits mit elf Jahren begonnen, zahlreiche Turniere gewonnen und auch an den deutschen Meisterschaften teilgenommen. Jetzt hat sie gerade in Berlin in dem Fach Psychologie promoviert.

Der stellvertretende Bürgermeister Kurt Pages sprach anschließend dem Tischtennisspieler Guido Hehmann seine Anerkennung aus. Er wurde als Sportler des Jahres ausgezeichnet. Hehmann hat zehn Jahre in der zweiten Bundesliga gespielt, zahlreiche Titel gewonnen und jetzt die Tischtennis-Mannschaft des SC Hemmingen-Westerfeld in die Oberliga geführt.

Die Mitglieder der Damen 30 Tennis Mannschaft der Sportlichen Vereinigung Arnum werden als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Quelle: Tobias Lehmann

Mannschaft des Jahres wurden die „Damen 30 Tennis Mannschaft“, die zurzeit in der Regionalliga spielt. Die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Linkhof sprach den MItgliedern ihre Anerkennung aus: „In der Gesellschaft der Besten färbt auch ein wenig auf uns ab.“ 

Auch der aktuelle Ironman-Weltmeister in der Klasse 35 bis 39 kam bei der Sportlerehrung noch auf die Bühne: Den Hemminger Christian Haupt. Der Sportler erzählte, dass er den ersten Tiefpunkt bei der jährlichen Sportveranstaltung auf Hawaii meist schon bei der ersten Disziplin des Triathlons habe, dem Schwimmen. „Dieser Tiefpunkt setzt sich dann beim anschließenden Radfahren direkt fort“, sagte Haupt augenzwinkernd. Das Laufen liege ihm aber. So seien ihm die ersten 15 Kilometer bei den Temperaturen von rund 39 Grad im vergangenen Jahr relativ leicht gefallen. „Es geht immer nur darum, die Tiefs zu überwinden, um dann wieder zu einem Hoch zu kommen“, sagte Haupt. 

Der Ironman-Weltmeister erwähnte auch, dass er die Medaille für seinen besten Freund und Trauzeugen gewonnen habe. Dieser liege nach einem schweren Unfall im vergangenen Jahr im Koma. „Die Medaille ist immer an seinem Bett und kommt nach diesem Empfang dort auch wieder hin“, sagte Haupt. 

Driller-van Loo beschwört noch einmal den „Hemminger Spirit“

Nach 42 Berufsjahren, davon 20 als Leiter der KGS Hemmingen, wird Dieter Driller-van Loo in zwei Wochen in den Ruhestand gehen. Es wird auch eine offizielle Abschiedsfeier geben, doch Bürgermeister Claus Schacht hatte den 66-jährigen Driller-van Loo gebeten, auch beim Neujahrsempfang bereits ein paar Worte zu sagen. „Ich befinde mich in einem seltsamen Schwebezustand“, sagte Driller-van Loo. Immer wenn er auf den Parkplatz der Schule fahre, denke er daran, dass er dies nur noch wenige Tage machen werde. 

KGS-Leiter Dieter Driller-van Loo geht in den Ruhestand und verabschiedet sich beim Neujahrsempfang. Quelle: Tobias Lehmann

Dabei hatte auch Driller-van Loo in seinem Berufsleben manchmal Zweifel, ob er den richtigen Weg gewählt habe. So sei er im Alter von Anfang 40 auch einmal zum Arbeitsamt gegangen und habe dort rund 40 Fragen beantworten müssen. „Daraufhin wurden mir 20 für mich passende Berufe vorgeschlagen, unter anderem Industriedesigner sowie Herren- und Damen-Schneider“, sagte Driller-van Loo. Doch auf Platz 18 habe „Mathematiklehrer für die Sekundarstufe zwei“ gestanden und Driller-van Loo wechselte seinen Beruf nicht. 

Das habe er in den vergangen 20 Jahren in Hemmingen auch nie bereut. Driller-van Loo dankte den Lehrern, den Hausmeistern, den Eltern und Schülern sowie die zahlreichen Institutionen in Hemmingen, die die Schule bei vielen Aktionen unterstützt haben. „Der Zusammenhalt in dieser Stadt ist nicht selbstverständlich. Ich nenne es gern den Hemminger Spirit“, sagte der 66-Jährige. 

Für die Schüler wünsche er sich eine Welt in der „gemeinsam verschieden gelernt“ werden kann. „Wie absurd es ist, das 30 Schüler einer Klasse mit unterschiedlichen Talenten alle das gleiche lernen sollen?“, sagte Driller-van Loo. Die Schule sollte eine Talentschmiede sein und die Lehrer die begleitenden Talentscouts. Hier sehe Driller-van Loo auch große Chancen in der Digitalisierung und den neuen Medien. Gleichzeitig müsse aber auch darauf geachtet werden, dass der Mensch nicht hinter der Technik verschwindet. Die Besucher verabschiedeten Driller-van Loo mit einem lang andauerndem Applaus. 

Von Tobias Lehmann

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