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Hemmingen Wohnheim für junge Erwachsene angeregt
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Wohnheim für junge Erwachsene angeregt
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18:15 28.12.2018
Bettina und Jens Redeker mit ihrer Tochter Paula im heimischen Wohnzimmer in Hemmingen. Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen

Ein Haus, in dem junge Erwachsene mit Behinderungen wie in einer Wohngemeinschaft zusammen leben – so etwas gibt es in Hemmingen nicht. Noch nicht, denn das Ehepaar Bettina und Jens Redeker möchte das ändern und sucht Mitstreiter. Einen haben sie bereits gefunden: den Hemminger Behindertenbeauftragten Lutz Worat.

„Es geht darum autark zu wohnen“, erläutert Worat und ist nicht allein. Mehr Wohnraum für Behinderte war auch eines der Forderungen, die Bürger bei den sogenannten Dialogforen in der laufenden Diskussion um das neue Stadtentwicklungskonzept Hemmingen geäußert haben.

Bettina Redeker betont, beim Projekt Wohnheim stehe alles am Anfang. Erst einmal möchte sich das Paar mit Anderen austauschen und deren Sorgen und Wünsche erfahren. Denkbar sei, dass jeder der etwa zehn Bewohner ein eigenes Zimmer hat, sie aber zusammen essen und einen Teil der Freizeit verbringen – möglicherweise in einem ambulanten betreuten Wohnen oder in einem gemeinschaftlichen Wohnen mit Beirat. Jens Redeker macht deutlich, dass die Bewohner nicht nur aus Hemmingen stammen müssen. Zudem seien auch Einzelpersonen ab 18 Jahren, die zum Beispiel seit einem Unfall eine Schwerbehinderung haben, willkommen.

Der Antrieb von Bettina und Jens Redeker kommt nicht von ungefähr: Ihre 16-jährige Tochter Paula hat von Geburt an einen Gendefekt und ist auf fremde Hilfe angewiesen. Je später ein Kind beginne autark zu wohnen, desto schwieriger werde es, gibt Bettina Redeker zu bedenken. Eine geeignete Fläche für ein solches Wohnhaus gebe es zwar noch nicht. Worat sagt, die sogenannte Fläche 60 beim Pflanzenparadies Glende an der B3 in Hemmingen-Westerfeld sei beispielsweise dafür geeignet. In dem Gebiet soll laut Stadtverwaltung in einigen Jahren Wohnraum für 300 bis 400 Menschen entstehen.

Wer Interesse an dem Projekt hat, schickt eine E-Mail an die vom Ehepaar Redeker eingerichtete Adresse projekt-wohnheim@t-online.de. Wer mag, kann darin auch kurz seine eigene Situation schildern. Das Paar will dann Interessenten an einen Tisch bringen und das Vorhaben später zum Beispiel über das soziale Netzwerk Facebook noch bekannter machen.

In Hemmingens Nachbarschaft gibt es bereits unterschiedliche Wohnprojekte oder sie sind geplant. In der Villa Mitmensch in Pattensen leben beispielsweise auch Menschen mit Behinderungen, die vor dem Schritt in die eigene Wohnung eine gemeinschaftliche Wohnform erleben möchten. In Hannovers Südstadt werden Erwachsene und junge Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche im März 2019 in ein inklusives Mehrgenerationenhaus ziehen.

Von Andreas Zimmer

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