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Isernhagen Langwierige Rohrsanierung nervt Anwohner
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Langwierige Rohrsanierung nervt Anwohner
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00:32 26.04.2018
Gut die Hälfte ihres Gartens kann Danielle Stobinski seit knapp zwei Monaten nicht mehr benutzen. Mitarbeiter der Gemeinde haben Ende Februar - einen Monat, nachdem ein unterirdisches Rohr in der Nähe geplatzt war - den größten Teil mit Flatterband abgesperrt und vor dem Betreten der Fläche gewarnt. Der Bereich ist angeblich einsturzgefährdet. Quelle: Gabriele Gerner
Altwarmbüchen

Geöffnete Gullys auf Privatgrundstücken, ein Ersatz-Abwasserrohr, das über zwei Grundstücke verläuft, ein abgesperrter Garten und ein einsturzgefährdetes Haus – vier Anwohner im Gebiet nördlich der Isernhagener Straße nahe des Rischteichs sind von den Folgen eines geplatzten Abwasserrohres betroffen. Seit drei Monaten sind sie im Unklaren darüber, wie es weitergeht. Die Gemeinde kann dies derzeit noch nicht absehen.

„Das ist der absolute Albtraum!“, klagt Danielle Stobinski. Ihr rund 140 Quadratmeter großer Garten hinter dem Haus ist von der Gemeinde zur Hälfte abgesperrt und für nicht nutzbar erklärt worden. Es besteht Einsturzgefahr. Ein Abwasserrohr, das unter der Erde quer durch ihren Garten verläuft, ist defekt. Direkt neben der Sitzecke im Garten klafft ein knapp ein Meter tiefes Loch im Erdreich. Kanalbetrieb-Mitarbeiter der Gemeinde haben dort einen Gully freigelegt, um das Abwasserrohr zu überprüfen. Den Bereich vom Strandkorb bis zum Ende der Sitzecke haben sie mit einem rot-weißen Flatterband abgesperrt. „Man kann täglich zusehen, wie die Erde sich absenkt. Dabei verschieben sich die Bodenplatten der Terrasse“, schildert die Eigentümerin.  

Und das nicht erst seit gestern: „Die Probleme nahmen Mitte Januar ihren Lauf. Eines Nachts hörte ich ein lautes Rumoren. Am Tag danach stand der Keller eines Nachbarhauses etwa 100 Meter von uns entfernt unter Wasser.“ Sie weiß: „Die Bewohner sind auf der Stelle ausquartiert worden.“ Kurz danach sah Stobinski orange gekleidete Arbeiter auf dem Grundstück ihres rechten Nachbarn Henning Burchard. Dieser befand sich zu der Zeit im Urlaub. Auf Burchards Rasen hoben die Arbeiter einen Schacht aus und legten von dort einen Rohr-Bypass. Dieses Ersatzrohr verläuft oberirdisch weiter über das Grundstück ihres Nachbarn zur linken Seite, Harald Will, bis zum derzeit unbewohnbaren Haus.

Im Gäste-WC kommt das Abwasser hoch

Dass in seinem Vorgarten ein rot-weißer Absperrzaun steht, dass die Erde mehr als einen Meter tief aufgegraben wurde und dass die Abwässer von dort oberirdisch weiter über seine Wiese befördert werden, all das sieht Henning Burchard gelassen. Nur eins ist ihm zu viel: „Wenn bei Arbeiten an dem Abwasserrohr am Rischteich die Pumpe ausgestellt wird, dann kommt bei uns im Gäste-WC alles hoch und stinkt.“ Wenn er für längere Zeit das Haus verlässt, klebt er deshalb mit Plastikfolie die Toilette ab.

Den Nachbarn Harald Will fragten Gemeindemitarbeiter, ob sie das Ersatzrohr durch seinen Garten legen dürften. „Zunächst ging das quer durch den Garten“, berichtet Will. „Das war optisch eine Katastrophe. Auf meinen Wunsch hin verlegten sie das Rohr dann weiter zum Zaun hin.“ Doch zufrieden mit der Situation ist er nicht. „Was mich stört ist, dass niemand von der Bauamtleitung einmal anruft und uns erklärt, wie lange das noch dauert“, sagt er.

Auch Stobinski ist empört darüber, dass sich die Gemeinde nicht von sich aus bei ihr und ihrer Familie gemeldet hat. „Jeder Kontakt – ob telefonisch oder per E-Mail – ging immer nur von uns aus.“ Sie wünscht sich von den zuständigen Stellen eine klare Aussage, welche weiteren Maßnahmen wann erfolgen und fragt sich: „Wer kommt für die entstandenen Schäden auf?“

Bürgermeister: Der Schaden ist umfangreicher

„Die Einschränkungen, die einige Anwohner zurzeit hinnehmen müssen, bedaure ich außerordentlich“, sagt Bürgermeister Arpad Bogya. „Ich bedanke mich sehr für ihre Kooperation.“ Angaben, wie lange die Unannehmlichkeiten noch dauern, könne er derzeit nicht machen. „Der Schaden ist umfangreicher und nicht mit einfachen technischen Mitteln zu lösen.“ Auch zu möglichen Schadensregelungen könne er noch keine Aussage machen. Er versichert: „Wir drücken total auf die Tube, um Verantwortlichkeiten zu klären. Bevor wir jedoch keine Aussagen der Versicherungen haben, können wir keine Zusagen machen.“ Mit der Familie des einsturzgefährdeten Hauses habe er sich umgehend zusammengesetzt und die Situation besprochen, sagt der Bürgermeister – und fügt hinzu: „Wer sonst noch Beschwerden hat, soll sich an uns wenden.“ 

Ein Versäumnis der Gemeinde hinsichtlich der Kontrolle der Abwasserrohre sieht Bogya nicht. „Die Rohre sind zwar alt, werden aber regelmäßig mit Kameras befahren und auf mögliche Schäden überprüft“, versichert er. Dass beim Abwassernetz Handlungsbedarf besteht, darauf hatte aber auch der Bürgermeister schons selbst  lange hingewiesen. „Eine rechtssichere Aufgabenerfüllung ist im Havariefall nicht mehr gewährleistet“ – weil die entsprechenden Fachkräfte für diesen Bereich fehlten, hatte Bogya vor einem Jahr bei einer politischen Sitzung gemahnt. Der Empfehlung der Gemeindeverwaltung, die Aufgabe der Abwasserbeseitigung an den Wasserverband Peine abzutreten, war der Rat im Oktober 2017 allesrdings mehrheitlich nicht gefolgt und hatte damit eine mehrjährige Diskussion beendet.

Den Nachbarn am Rischteich dürfte derlei egal sein, sie müssen wohl noch länger mit den Einschränkungen leben. „Ob wir unsere Gärten in diesem Sommer nutzen können, steht in den Sternen“, sagt Danielle Stobinski.

Von Gabriele Gerner

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