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Isernhagen Heiterer Schwoof inne Spinnstube
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Heiterer Schwoof inne Spinnstube
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00:16 01.06.2017
In der Spinnstube wurde früher nicht nur gesponnen. Daran ließ das plattdeutsche Theaterstück auf dem Wöhler-Dusche-Hof am Sonntag keinen Zweifel. Quelle: Jürgen Zimmer
Isernhagen N:B.

Ob Hochzeit, Beerdigung oder Schützenfest: Die hart arbeitenden Bauern sind auch gern gesellig, frei nach dem Motto: Wer hart arbeitet, soll auch anständig feiern. Dass auch die Planung einer anstehenden Hochzeitsfeier bereits eine höchst kommunikative Angelegenheit ist, zugegebenermaßen in erster Linie für die Frauen – die Männer mussten vor allem „Korn-resistent“ sein – zeigten die Akteure der Theatergruppe des Museums am Sonntagnachmittag. Angelehnt an das Ausstellungsthema, wurde das wie immer selbst geschriebene Stück „So wasset freuher“ aufgeführt. Das Ganze, auch wie immer, natürlich auf Platt.

 So erfuhren die Besucher ganz nebenbei, wie wichtig die Funktion einer Spinnstube war. Die Redensart „sein Garn spinnen“, wenn jemand allzu fantasievoll daherredet, kommt aus dieser wichtigen Einrichtung. Da trafen sich die Frauen und „Jungfrauen“ nicht nur zum Wolle spinnen, sondern auch zum „ordentlich snaken“ und Tratschen, pardon – zum Austausch sozialpolitisch dorfrelevanter und frauenspezifischer Themen. Und wenn die Nacht hereinbrach und die Spindel gesponnen war, klopften die Burschen und ledigen Männer an die Scheibe und wurden freudig eingelassen, denn sie brachten auch „nen Lütten“ mit, selbst gebrannt natürlich. Da wurde dann auch schon mal das Tanzbein geschwungen. Keinen „Dans op de Deel“, sondern ein „Schwoof inne Spinnstube“. Da geht dann schon mal die gottgewollte Geschlechterzuordnung kurzfristig verloren.

Und wie das so war: Der trinkfeste Pastor hat ein Wörtchen mitzureden, und der „Hochzeitsbitter“ braucht genaue Instruktionen, wen er denn nun zur Hochzeit bitten soll. Alles will bedacht und beredet sein. Und wenn dann das Brautpaar, das am wenigsten mitzureden hatte, mit reichlich Stroh in den Haaren ertappt wird, weiß ein jeder in der vollbesetzten Diele, dass das nicht vom Heuabladen kam, wie der Bräutigam Hosenladen-schließend beteuert, während die Braut schamhaft Löcher die Dielen guckt. Am Sonntag, 3. September, wird „So wasset freuher“ erneut aufgeführt. Der Eintritt ist frei, gegen eine Spende gibt es einen Schnaps.

Von Jürgen Zimmer

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