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Isernhagen Fluglärmgegner sammeln für Klage
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Fluglärmgegner sammeln für Klage
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11:22 27.08.2018
Roland Bottke aus Krähenwinkel (von links), Dieter Poppe aus Isernhagen und Holger Zenz aus Langenhagen laden im Namen der Fluglärmgegner in der Region zu einer Informationsveranstaltung ein. Quelle: Stephan Hartung
Langenhagen

 Es ist ein geradezu geschichtsträchtiger Ort: Im Dorfgemeinschaftshaus Krähenwinkel stellt sich am Mittwoch, 29. August, der neue Zusammenschluss der Initiativen gegen Fluglärm vor. „BON-HA“ (Besser ohne Nachtflug – Hannover Airport) ist überschrieben, worunter sich seit einigen Wochen die Fluglärmgegner aus Burgdorf, Isernhagen, Garbsen und Langenhagen vereinigen. Gemeinsam sammeln sie Geld für eine Klage gegen den Nachtflug am Flughafen Langenhagen. Ihr Treffpunkt in der Flughafenstadt nun hat eine gewisse Tradition: Im Juni 2010 löste sich ebendort die erste ansässige „Bürgerinitiative (BI) Langenhagen-Krähenwinkel“ auf. Für die langjährige Vereins-Vorkämpferin Frauke Murath hatte sich seinerzeit kein Nachfolger in der BI finden lassen. Der Rest der Gruppe schloss sich damals der Garbsener „Bigum“ an.

„Im Schrank klirren nachts die Gläser“

Viele der Mitstreiter aus jenen Jahren sind auch heute noch aktiv. Dazu zählen der Garbsener Peter Wendorff sowie Holger Zenz aus Langenhagen. Neu an ihrer Seite sind unter anderem Dieter Poppe aus Isernhagen sowie Roland Bottke. Bottke wohnt eigentlich in Hannover, pflegte aber zuletzt seine Mutter im Elternhaus in Krähenwinkel. Die dort verbrachten Nächte, „in denen bei jedem Überflug die Gläser im Schrank klirrten“, haben ihn buchstäblich aufgeschreckt. „In meiner Wohnung an der Podbielskistraße ist es nachts deutlich ruhiger. Da fahren noch nicht einmal die Stadtbahnen.“

Anlass der neu gewonnenen Aktivität ist die für Ende 2019 anstehende Neuregelung der Nachtflüge. Sie hat mit der seit 1952 bestehenden Betriebsgenehmigung des Flughafens nichts zu tun, sondern ist eine vom Flughafen selbst initiierte regelmäßige Überprüfung der Grenzwerte und für die Nacht zugelassenen Flugzeugtypen. „Unser Klageziel ist ein Nachtflugverbot, weil der Lärm für uns den Tatbestand der Körperverletzung erfüllt“, erläuterte Poppe jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. Tatsächlich sind gesundheitliche Beeinträchtigung die auch nach Ansicht der Landesregierung einzige Möglichkeit, an der rechtlich ansonsten weitgehend unangreifbaren Betriebsgenehmigung etwas zu verändern. Zumal eine Neuregelung des 24-Stunden-Betriebes in der Befugnis des Bundes und nicht allein des Landes liegt.

Keine Studie beweist gesundheitliche Schäden

Bislang jedoch liegt keine Studie vor, die diesen Nachweis unanfechtbar belegen konnte. Staatssekretär Berend Lindner, im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium für den Flughafen zuständig, kündigte im Gespräch mit dieser Zeitung den Beginn eines neuen Nachbarschaftsdialogs frühestens für Ende 2018 an. Er hält es für wahrscheinlich, dass nach einer Evaluierung der bestehenden Grenzwerte im Bundesfluglärmschutzgesetz, die ebenfalls derzeit läuft, der Katalog der nachts in Langenhagen verbotenen Flugzeugtypen erweitert wird.

Die Initiative BON-HA lädt für Mittwoch, 29. August, 19 Uhr, alle Interessierten ins Dorfgemeinschaftshaus Krähenwinkel ein. Sie will dort über ihre Klage informieren. Diese kann erst eingereicht werden, wenn – so Poppe – mindestens 50.000 Euro zusammengekommen sind. Poppe gibt sich zuversichtlich. „Wir haben in den ersten Wochen bereits einen fünfstelligen Betrag einsammeln können.“ Sollte das Geld nicht zusammenkommen, ergänzt Poppe, „dann ist der Grad der Betroffenheit offenbar nicht hoch genug“. Zudem hofft Poppe auf einen persönlichen Termin mit Staatssekretär Lindner. Man habe mehrfach vorgesprochen, eine konkrete Antwort allerdings stehe aus.

Von Rebekka Neander

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