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Isernhagen Gericht schickt Autodieb ins Gefängnis
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00:19 28.10.2018
Der Geschichte vom Hilfsdienst für einen angeblichen Bekannten mochte das Gericht nicht glauben. Es schickte einen 45 Jahre alten Polen wegen Autodiebstahls in Haft. Quelle: Symbolbild (dpa)
Isernhagen/Burgwedel

Das Schöffengericht hat am Donnerstag einen 45 Jahre alten Polen wegen gemeinschaftlichen Diebstahls eines Transporters in Isernhagen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt – ohne Bewährung. Der Prozess bot Einblicke in die Welt offenbar professioneller Autodiebe.

Isernhagen und Burgwedel scheinen für Autodiebe ein lohnenswertes Pflaster zu sein: 24 Diebstähle und vier Versuche registrierte die Polizei 2017 für den Bereich des Kommissariat Großburgwedel. Für das laufende Kalenderjahr sei die Tendenz ähnlich, so ein Polizeisprecher. Im Oktober 2017 war es ein 30.000 Euro teurer Mercedes Sprinter, den sich die Diebe ausgeguckt hatten. Der Wagen eines Landschaftsbauers verschwand des Nachts aus Isernhagen H.B.

Dass der Wagen schon nach wenigen Stunden wieder auftauchte, war der Aufmerksamkeit eines zivilen Sicherheitsmitarbeiters der Bundeswehr zu verdanken. Der Mann hatte am frühen Morgen 50 Kilometer entfernt am Truppenübungsplatz Bergen seinen Dienst versehen. Eigentlich hatte er verhindern sollen, dass Unbefugte während des Schießbetriebs auf den Platz fahren. Doch der Mann, der nahe des Wachgebäudes durch den Wald streifte, kam ihm suspekt vor. Er rief Kollegen hinzu, die den Unbekannten aus einem Erdloch zogen, wie zwei der Wachleute als Zeugen aussagten. Am in der Nähe abgestellten Transporter bemerkten sie Aufbruchspuren – es war der kurz zuvor in Isernhagen entwendete Sprinter.

Bei dem 45 Jahre alten Polen entdeckte die Polizei zwei Handys, eine Taschen- und eine Stirnlampe sowie ein Funkgerät. Die Untersuchung des Sprinters ergab, dass die Diebe ein im Juni bei einem anderen Autodiebstahl erbeutetes Steuergerät angeschlossen hatten, um die elektronische Wegfahrsperre zu überwinden. Zudem hatten sie das alte gegen ein neues Zündschloss ausgetauscht.

Direkt vor Ort hatte der Pole sich noch als Pilzsammler ausgegeben. Im Prozess, als DNA-Proben aus dem Führerhaus ergeben hatten, dass der Mann den Sprinter gefahren war, versuchte er es mit einer anderen Geschichte. Ein Bekannter namens „Tomek“ habe ihm gegenüber den Wagen als seinen eigenen ausgegeben und 500 Euro für dessen Überführung nach Polen geboten. Er selbst habe den Wagen in Soltau übernommen. Unterwegs sei ihm dann bewusst geworden, dass der Transporter gestohlen war. „Er hat kalte Füße gekriegt und ist deshalb in den Wald abgebogen“, sagte sein Pflichtverteidiger in einer Erklärung.

Was er dort dann gewollt hatte, blieb im Prozess allerdings genauso nebulös wie die Geschichte mit dem angeblichen Bekannten – weder der Nachname noch die Adresse von „Tomek“ seien ihm bekannt, erwiderte der Angeklagte auf Nachfrage. Für Amtsrichter Michael Siebrecht waren das zu viele Geschichten und Ausflüchte: „Ein solches Verhalten hat sich vor diesem Gericht bislang noch nie ausgezahlt“, hielt er dem 45-Jährigen vor.

In Deutschland war der zweifache Vater und gelernte Dachdecker, der in Polen angeblich als Gärtner von rund 500 Euro im Monat lebt, bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. In seiner Heimat hatte der Mann allerdings in den vergangenen Jahren drei Verurteilungen wegen häuslicher Gewalt und wegen Drogenmissbrauchs kassiert. Er steht deshalb unter Bewährung.

Den ursprünglich angeklagten Bandendiebstahl, für den das Strafgesetz eine Mindeststrafe von sechs Monaten vorsieht, sahen weder die Staatsanwältin noch das Gericht als erfüllt an. Eine Bande besteht im juristischen Sinne aus mindestens drei Personen, und für einen dritten Täter gab es keine Anhaltspunkte. Eine Strafe von eineinhalb Jahren wegen Diebstahls gab es dennoch – und zwar ohne Bewährung. „Ihren Einlassungen glauben wir überhaupt nicht“, sagte Richter Siebrecht auch im Namen seiner Schöffen in der Urteilsbegründung. „Sie sind nach Deutschland gekommen, um auf hochprofessionelle Art ein Auto zu entwenden.“

Von Frank Walter

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