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Isernhagen Paten pflanzen Bäume am „Grünen Band“
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Paten pflanzen Bäume am „Grünen Band“
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00:17 30.10.2018
Mahmood Homajoun (von links), Jafari Ardalan sowie Masterabsolventin Mara-Carina Scheuert posieren mit Kathrin, Heidi und Dieter Fromelius für das Erinnerungsbild mit Baum. Quelle: Patricia Chadde
Isernhagen

Friederike Thele (38) steht am Sonnabend am Rand eines Isernhagener Ackers und gräbt ein Loch für Jakob Fischer. Natürlich will sie hier keinen Menschen verbuddeln, sondern schaufelt das Pflanzloch für ein außergewöhnliches Geschenk. Zur Taufe ihrer zehn Monate alten Söhne Lutz und Joris haben die Patentanten Jana Grunwald (40) und Marina Neufang (40) die Idee der Isernhagener Bürgerstiftung aufgegriffen und für hundert Euro einen Apfelbaum spendiert. Der wird nicht anonym gesetzt, sondern im Kreise von Verwandten und Freunden eingebuddelt. Damit ist die Aktion aber noch nicht vollendet, denn auch zukünftig sollen sich die Baumpaten um „ihren“ Obstbaum kümmern und bei Bedarf gießen oder Äste zurückschneiden und natürlich ernten.

71 heimische Gehölze, darunter viele historische Obstsorten, stehen bereits am Grünen Band von Isernhagen und bilden beinahe eine Allee. Sonnabendnachmittag holt der Isernhagener Baumschulinhaber Michael Gehlhaar ein paar weitere Exemplare aus seinem Lieferwagen und setzt beherzt die Astschere an. „Warum machen sie denn den Baum kaputt“, fragt ein Spender mit Entsetzen in der Stimme. „Ich beschneide Zweige und Wurzeln, damit der Baum im Frühjahr nicht gleich so viel Laub versorgen muss und die Wurzeln werden durchs abschneiden zum Wachsen motiviert“, erläutert Michael Gehlhaar den Sinn des Einkürzens.

„Ich fand die Idee bezaubernd“

Andere Paten, wie Kathrin Fromelius (51), haben schon mehr Erfahrung mit der Baumpatenschaft sammeln können: „Mein Vater Dieter hat zu seinem Dienstjubiläum einen Baum geschenkt bekommen und ich fand die Idee damals schon bezaubernd“, berichtet die 51-Jährige. Heute stiftet sie einen Apfelbaum der Sorte Topaz für Tochter Mara-Carina (26), die ihren Masterabschluss in Chemie gemacht hat. Zu der Pflanzaktion sind die Großeltern Heidi (73) und Dieter (78) Fromelius sogar aus Meppen angereist und machen gleich mal ein Familienbild mit Baum. Neben dem Fromelius-Kirschbaum, der seit dem Jahr 2000 im Hasetal gedeiht, steht seit Sonnabend ein Familien-Apfelbaum in Isernhagens Feldmark.

Projektleiter Michael Koch von der Bürgerstiftung Isernhagen eilt mit einer schwarzen Knorpelkirsche den Spazierweg entlang. Den Baum, den er in Händen hält, ist keine neue Spende, sondern ersetzt ein eingegangen Exemplar.

Bei Friederike und Ralf (41) Thele wird das Pflanzloch gerade wieder ein bisschen verkleinert, denn „es soll ja noch was rausgucken“, scherzt Michael Gehlhaar. Anschließend dürfen Jule (2) Marlene, Greta und Anna (alle 6) einen Rand aus Erde rund um den Stamm formen, damit das Gießwasser nicht wegfließen kann. Die Kinder sind von der Aktion begeistert, spielen im Graben Verstecken und dürfen sogar die passierenden Pferde streicheln.

Zur Belohnung gibt es selbstgebackenen Laugenbrötchen

Es werden zwei erlebnisreiche Stunden, die Isernhagens Bürgerstiftung da mitten in der Landschaft initiiert hat. Sogar an den feierlichen Abschluss haben die Stiftungsmitglieder gedacht. Eva-Maria Elblinger (69) kredenzt selbst gebackene Laugenbrötchen und schenkt Getränke aus. Projektleiter Michael Koch lacht vergnügt, auch Thomas Pfleiderer und Uwe Wagstyl sind bester Laune und teilen schon mal einen Gedanken der Nachhaltigkeit mit: ein Obstbaum der Bürgerstiftung hält nämlich mindesten 50 Jahre länger als eine abgesägte Weihnachtstanne, falls jemand noch nach einer Identität stiftenden Geschenkidee suchen sollte.

Von Patricia Chadde

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