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Isernhagen Isernhagen: Blitzer sollen Tempo messen
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Isernhagen: Blitzer sollen Tempo messen
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00:21 11.06.2018
Zwei Blitzersäulen wie in Fuhrberg sollen auch in Isernhagen H.B. aufgestellt werden. Quelle: Archiv
Isernhagen

Die Vorentscheidung ist gefallen: An der Burgwedeler Straße/L381 in H.B. sollen künftig zwei Blitzersäulen Autofahrern die Lust am Rasen verleiden. Die Weichenstellung, ob zusätzlich ein Blitzeranhänger im gesamten Gemeindegebiet seinen Dienst versehen soll, hat der Finanzausschuss am Donnerstagabend hingegen vertagt.

Blitzersäulen- oder anhänger? Die Gemeindeverwaltung war mit einem klaren Votum in die Beratungsrunde gestartet: Der Anhänger sei flexibler einsetzbar, mit rund 140.000 Euro günstiger in der Anschaffung, und zudem kassiere die Region nur 50 statt 60 Prozent der Einnahmen. Die Ortsräte hingegen hatten die Frage nach Säule oder Anhänger in den vergangenen Wochen unterschiedlich beantwortet. Überwiegend fand sich eine Mehrheit für den Blitzeranhänger, doch aus den vom Verkehr besonders belasteten Ortsteilen N.B. und H.B. kamen klaren Voten für die stationäre Tempoüberwachung.

Gewollter Gewöhnungseffekt

Dass die Verwaltung den „Gewöhnungseffekt“ bei Blitzersäulen in ihrer Vorlage als Nachteil bezeichnet hatte, sorgte dabei gerade in H.B. für Kopfschütteln: Genau diesen Effekt, dass Autofahrer vor den Säulen schon rechtzeitig vom Gas gingen, wolle man doch erreichen, sagte Ortsbürgermeister Simon Müller (CDU) in der jüngsten Sitzung des Ortsrates. Das Gremium befasst sich seit Jahren immer wieder mit dem stetig zunehmenden Verkehr auf der Ortsdurchfahrt, eine Bürgerinitiative hat mittlerweile Dutzende orangefarbener Kreuze und einige Banner als Zeichen des Protestes aufgestellt. Im Finanzausschuss am Donnerstag erinnerte Müller an den Grundsatzbeschluss des Rates aus dem vergangenen Jahr: „Es ging uns nicht um Einnahmen, sondern um die Sicherheit und die Lärmreduzierung.“ Zudem liege kein einziger der bislang 45 Messpunkte für mobile Tempokontrollen in H.B.

Nicht nur Müller hatte deshalb in den vergangenen Wochen intensiv bei seinen Ratskollegen dafür geworben, dass die Hohenhorster Bauerschaft die Blitzersäulen bekommt. Unterstützung erhielt er in der Ausschussdebatte unter anderem von Fabian Peters (Grüne): „H.B. braucht jetzt eine Lösung!“. Auch Burkhard Kinder (CDU) drängte darauf, an der L381 schnell Säulen aufzustellen. Er hofft dadurch auch auf eine Abnahme des Durchgangsverkehres: „Dann spricht sich herum, dass die Strecke nicht attraktiv ist.“

Mautpflicht für die L381?

Letztlich stimmte einzig der AfD-Vertreter gegen die Ausschussempfehlung für die beiden Blitzersäulen für H.B., womit die Ratsentscheidung am 25. Juni feststehen dürfte. Ob die Radarmessungen mit dem vorhandenen Gerät, das bislang nur während der Dienstzeiten der Verwaltung eingesetzt wird, künftig auch abends und an Wochenenden vorgenommen werden können, soll die Verwaltung prüfen. Erst danach will die Politik über den Kauf eines zusätzlichen Blitzeranhängers entscheiden. Auf Anregung von Ulrich von Rautenkranz (FDP) wird das Rathaus zudem ermitteln, ob für die L381 eine Mautpflicht erreicht werden kann. Das würde viele Lastwagenfahrer abschrecken, so sein Argument.

Der Ortsrat H.B. hofft zudem auf ein nächtliches Tempo-30-Limit für Lastwagen, den Modellversuch „Tempo 30 in Niedersachsen“ und die dauerhafte Anordnung von Tempo 30 im Bereich des Jugendtreffs.

Intelligente Technik

Die Blitzersäulen in H.B. sollen im Wechselsystem betrieben werden. Das heißt, es ist immer nur eine Säule gleichzeitig im Betrieb, was von außen nicht zu erkennen ist. Die Messung ist gleichzeitig in beide Richtungen möglich. Die zwei Säulen samt einer Kamera, die hin- und hergetauscht wird, kosten rund 180.000 Euro. Das intelligente System kann nicht nur unterscheiden, ob gerade ein Last- oder Personenwagen erfasst wird, sondern berücksichtigt auch das für den jeweiligen Fahrzeugtypen zu diesem Zeitpunkt geltende Tempolimit. 40 Prozent der Einnahmen bleiben bei der Gemeinde, den Rest kassiert die Region.

Von Frank Walter

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