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Isernhagen Feuerwehrhäuser dienen dem Katastrophenschutz
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Feuerwehrhäuser dienen dem Katastrophenschutz
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14:04 10.01.2019
Gerätewart Otto Krull (links) lässt sich von Ortsbrandmeister Tobias Plesse (rechts) zeigen, welchen Hebel er zum Umschalten auf Notstromversorgung umlegen muss. Quelle: Sandra Köhler
Isernhagen H.B./Altwarmbüchen

Das Feuerwehrhaus als Leuchtturm im Katastrophenfall: Was Besucher des Feuerwehrhauses in der Hohenhorster Bauerschaft bereits im Eingangsbereich bildlich vor Augen geführt bekommen, soll keine Panik verbreiten, sondern Sicherheit vermitteln. Denn selbst, wenn es einen flächendeckenden Stromausfall in den Ortschaften geben sollte: Die Einsatzfähigkeit der in den vergangenen Jahren neu errichteten Feuerwehrhäuser in H.B. und Altwarmbüchen ist dank einer Notstromversorgung und der vom Netz unabhängigen Heizungsanlage gesichert. Dabei ist auch an die Bürger gedacht, sie sollen dort im Notfall eine Anlaufstelle finden. Dies ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einem kommunalen Sicherheitskonzept, das die Gemeinde noch in diesem Jahr auf den Weg bringen will.

Bereits bei den Planungen der beiden neuesten Feuerwehrhäuser in Isernhagen sei die Idee aufgekommen, diese mittels eines Notstrom-Generator-Anhängers von der normalen Stromversorgung unabhängig zu machen, erläutert Gemeindefeuerwehrsprecher Philipp Suppan. Er ist gleichzeitig stellvertretender Ortsbrandmeister in Altwarmbüchen und versichert: „Wir können dort autark arbeiten und unser Einsatzgeschehen aufrechterhalten.“ Das ist wichtig, denn im Falle eines Notfalles, der die gesamte Gemeinde betrifft – sei es nun der Ausfall eines Kraftwerkes oder ein Schneechaos, wie es das Münsterland 2005 tagelang in den Ausnahmezustand versetzt hatte – wird Gemeindebrandmeister Clive von Plehn zufolge in Altwarmbüchener Fernmelderaum die Einsatzleitung mitsamt der Funkbereitschaft eingerichtet.

Auch für Tobias Plesse, frisch gewählter Ortsbrandmeister in Isernhagen H.B., steht die Sicherung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr unbestritten oben auf der Prioritätenliste. Deshalb überprüfte er jüngst gemeinsam mit Gerätewart Otto Krull, dem EDV-Verantwortlichen der Ortsfeuerwehr, Simon Müller, und Mitarbeitern des Amtes für Gebäudeunterhaltung und Liegenschaften (AGL) die Funktionalität der Notstromversorgung sowie der vom Versorgungsnetz unabhängigen Heizungsanlage. Dazu gingen die Männer jeden einzelnen Schritt so durch, wie es auch im Ernstfall nötig wäre: vom Ausrichten des Notstrom-Generator-Anhängers über die Systemüberprüfung bis hin zum Umlegen des Hebels. Dabei machte Plesse Fotos, um für seine ehrenamtlichen Kameraden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu erstellen: „Das macht man ja nicht jeden Tag.“ Parallel überprüften die Männer, ob denn auch alles wie vorgesehen funktioniert. Denn nichts wäre misslicher, als wenn die Feuerwehr-Tore schließlich doch per Hand hochgekurbelt werden müssten, oder die Systeme nicht automatisch wieder hochführen.

Für Plesse ist das Feuerwehrhaus im Notfall aber durchaus auch ein wichtiger und notwendiger Anlaufpunkt für die Bürger. „Wir sind heutzutage alle vom Strom abhängig“, sagt er: „Wer hat, wenn der ausfällt, denn noch einen Gaskocher, um Wasser warm machen zu können, etwa für Tee oder Babynahrung? Oder eine ganze Packung Batterien auf Reserve?“ Ohne Strom seien Menschen per Telefon nicht erreichbar,sie könnten ihr Radio oder das Internet nicht nutzen, um sich zu informieren, und auch keinen Notruf absetzen, wenn es notwendig sei. Hier käme dem Feuerwehrhaus im Ausnahmefall die sogenannte Leuchtturm-Funktion zu: „Bürger könnten hierher kommen, um sich zu informieren, sich aufzuwärmen und ihre Handys zu laden, damit sie zumindest für die nächsten 24 Stunden einen Notruf absetzen können“, zählt Plesse auf.

„Bei 4100 Einwohnern im Ortsteil würde das Feuerwehrhaus schnell aus allen Nähten platzen“, gibt Feuerwehrmann und H.B.s Ortsbürgermeister Simon Müller zu Bedenken. Als allgemeiner Sammelplatz komme es also nicht infrage. „Da müssen schon Turnhallen oder ähnliches her“, sagt er. Ortsbrandmeister Plesse denkt noch weiter: „Der Notstromgenerator läuft etwa 17 Stunden. Doch wenn ein langfristiger flächendeckender Stromausfall einträte, gäbe es an keiner Tankstelle mehr Benzin oder Diesel“ – weder für die Bürger noch für die Einsatzfahrzeuge. Genau wie die Koordinierung zwischen Feuerwehr und anderen Organisationen wie dem DRK müsse auch dies bedacht werden. Der stellvertretende Ortsbrandmeister aus Altwarmbüchen gibt überdies zu bedenken, dass es beispielsweise dort auch ein Alten- und Pflegeheim gebe: „Und die brauchen ebenfalls Strom, um Geräte in Gang zu halten“, sagt Suppan.

Dass ein detailliertes, gemeindeweites Katastrophenschutz-Konzept von Nöten ist, weiß auch Bürgermeister Arpad Bogya. Er hatte bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Isernhagen H.B. Mitte Dezember angekündigt, dass dieses in Arbeit sei. Ortsbürgermeister Simon Müller, der einer entsprechenden Arbeitsgruppe angehört, erwartet, dass dieses 2019 auf den Weg gebracht wird.

Von Sandra Köhler

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