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Isernhagen Geplante Fusion: Grundschulen kritisieren mangelnde Absprache
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Geplante Fusion: Grundschulen kritisieren mangelnde Absprache
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17:15 19.02.2019
Die Lehrer und Schulleiter aus Neuwarmbüchen und Kirchhorst fühlen sich bei der geplanten Fusion ihrer beiden Grundschulen nicht genügend mitgenommen. Quelle: Carina Bahl
Neuwarmbüchen/Kirchhorst

 Die Grundschulen Neuwarmbüchen und Kirchhorst sollen im Sommer fusionieren, um eine drohende Vakanz der Schulleitung in Neuwarmbüchen zu verhindern und den kleinen Schulstandort zu sichern. Diese Idee haben Land und Gemeinde Ende 2018 entwickelt und der Politik vorgestellt. Schulleitungen und Lehrer kritisieren jetzt die schlechte Kommunikation.

Große Unsicherheit bei Lehrern und Eltern

Bürgermeister Arpad Bogya sagte im Dezember, die Resonanz aus den Schulen sei positiv gewesen. Neuwarmbüchens Ortsbürgermeisterin Maren Becker verkündete gerade, dass die Lehrer kein Problem damit hätten zu pendeln. „Wir sind überrascht von diesen Aussagen“, stellen Neuwarmbüchens Schulleiterin Christa Winkelvoß und ihr Pendant in Kirchhorst Egbert Bortfeldt klar. Denn: „Mit uns hat darüber niemand gesprochen. Von der Fusion haben wir erst aus der Zeitung erfahren.“ Die Kommunikation sei sehr schlecht, kritisiert auch Lehrerin Anja Laages. Man hätte erwartet, eingebunden zu werden. Es gebe jetzt große Unsicherheiten bei Lehrern wie Eltern. Das kann auch der Elternrat in Kirchhorst nur bestätigen: Man habe weiterhin sehr viele Fragen zur Umsetzung – von der Beibehaltung der Schulbezirke bis hin zur Zukunft der beiden Fördervereine.

Gemeinde will alle Beteiligten noch einbinden

Die Antworten sollen folgen: „Wir sind ruckelig gestartet“, räumt Sascha Trampe vom Amt für Jugend, Bildung und Sport ein. Dass man gar nicht mit den Schulleitungen gesprochen habe, will die Gemeinde so nicht stehen lassen. Der erste Zeitungsbericht und die Information der Schulleitungen seien aber zugegebenermaßen zeitlich sehr nah beieinander erfolgt. Weil der Ansprechpartner beim Land für Wochen ausgefallen war, musste es Ende des Jahres auf einmal sehr schnell gehen. „Normalerweise hätten wir das anders kommuniziert und alle Beteiligten besser eingebunden“, betont Trampe. Sollte der Rat jetzt die Zusammenlegung beschließen, gebe es aber noch Zeit, um alle mitzunehmen. „Das werde wir auch tun.“

Laut Plan sollen die Schulen fusionieren – allerdings nur organisatorisch. Beide Gebäude und die Schulbezirke sollen erhalten bleiben. „Es lässt sich aber nicht ausschließen, dass die Lehrer pendeln müssen“, kritisiert Bortfeldt, der die Leitung für beide Standorte übernehmen soll. Das Land werde künftig eine gemeinsame Stundenzahl für beide Schulen festsetzen – die auf alle Lehrer verteilt werden müsse. Ein Szenario, das die Lehrer abschreckt.

Lehrer: Pendeln geht zulasten der Kinder

Lehrerin Wiebke Kracke spricht aus Erfahrung. Sie pendelt schon jetzt zwischen beiden Schulen. „Es geht nicht darum, dass es unbequem ist“, betont sie. Natürlich bedeute pendeln, dass die Lehrer ihre Pausen im Auto verbringen und Kollegen Aufsichten und Organisatorisches übernehmen müssten. „Es geht aber vor allem zulasten der Kinder“, sagt sie. Einen Streit zwischen Schülern im Anschluss an die Stunde schlichten? Den Schülern mal fünf Minuten mehr für einen Test lassen? „Dafür bleibt keine Zeit. Ich darf die Stunde nicht überziehen, weil ich schnell in die andere Schule muss, um dort meine Aufsichtspflicht nicht zu verletzen.“ Die Möglichkeit, den Lehrern Freistunden für den Wechsel einzuräumen, sieht Bortfeldt nicht. Dann würden die Lehrer nicht mehr auf ihre 28 Wochenstunden kommen. Das Argument, dass die Fusion die Schulstandorte sichern soll, teilen die Lehrer nicht. Bewerber könnten sich beim aktuellen Lehrermangel ihre Stellen aussuchen. „Wer sucht sich dann eine Schule aus, an der er pendeln muss?“, fragt Laages.

Schulen sind bereit zur Zusammenarbeit

Grundsätzlich, so machen die Schulen aber deutlich, sehen auch sie Vorteile in einer Fusion und sind zur Zusammenarbeit bereit. Dass sich ein neuer Schulleiter in Neuwarmbüchen finden würde, wenn Winkelvoß im Sommer in den Ruhestand geht, daran glaubt niemand. „Viel Arbeit, wenig Geld“, erläutert die scheidende Schulleiterin. „Aber die Rahmenbedingungen für eine Fusion müssen stimmen“, fordert Lehrerin Alexandra Prinz. Es bleibt die Hoffnung, dass endlich alle mit ins Boot geholt werden.

Schulausschuss berät am Donnerstag über Fusion

Die geplante Zusammenlegung der Grundschulen Neuwarmbüchen und Kirchhorst ist am Donnerstag, 14. Februar, Thema im Schulausschuss. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Rathaus in Altwarmbüchen. Weitere Themen sind die Sicherung der Schulwege im Gemeindegebiet und der Zeitplan für die Einführung des Ganztagsbetriebes an allen Isernhagener Grundschulen. Als erste wird die Grundschule Isernhagen N.B. zum Sommer ein Ganztagsangebot einrichten. Bürger haben die Möglichkeit, sich zu Beginn der Sitzung Fragen von den Politikern und Verwaltungsmitarbeitern beantworten zu lassen.

Die detaillierte Tagesordnung findet sich hier.

Von Carina Bahl

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