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Isernhagen Fans feiern Bluesrock-Ikone Kim Simmonds
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Fans feiern Bluesrock-Ikone Kim Simmonds
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00:34 02.04.2018
Kim Simmonds: "You feel good?" Quelle: Martin Lauber
Isernhagen H.B

 Ich hatte sie fast vergessen und ewig nicht aufgelegt, die beiden Vinylscheiben zwischen den anderen Platten mit dem Anfangsbuchstaben S. Kultig sieht besonders das „Shake Down“-Album aus, die allererste LP von Savoy Brown aus dem Jahr 1967, die laut Internet auf dem Gebrauchtmarkt schon dreistellige Euro-Beträge bringt.

Auf dem Cover lehnt Gründer Kim Simmonds zwischen seinen Bandkollegen cool mit Sonnenbrille im Türrahmen einer Schrottimmobilie, dabei war er damals noch ein Teenager. Zehn Jahre später muss ich die Platte wohl gekauft haben. Und nochmal 40 Jahre später schleppe ich die Hüllen des Original-Tonträgers von „Shake Down“ und eines Samplers  in der Hoffnung auf ein Autogramm in die Blues Garage, über der in der Nacht zum Karfreitag am frostigen Isernhagener Himmel der Mond hell strahlt.

Wo Mond sich auf Löffel reimt

Moon, das reimt sich auf Löffel, weiß ich: „I sleep with the sun and I rise with the moon, and  I feel alright with my needle and spoon.“ Die Fixer-Utensilien aus dem drogenseligen Song hatten bei den Radiosendern in der englischen Heimat von Savoy Brown nicht gerade zu deren Beliebtheit beigetragen – ihre Karriere machte die Band dann in den Staaten. Schon Ende der 60-iger orientierten sich junge Bluesmusiker auf der ganzen Welt an Savoy Brown.

Die einzige personelle Konstante in der Band seit damals ist Kim Simmonds –längst eine Ikone. „Ein sympathischer Typ“, gibt Henry Gellrich Vorschusslorbeeren, und er muss es ja wissen. In seiner Blues Garage wird der mittlerweile 71-jährige Bluesrocker heute Nacht das sechste Mal auftreten. Nach langer Savoy-Brown-Konzertpause in Deutschland musste die Fangemeinde erst wieder aufgebaut werden, erklärt Henry. Gut gemacht: Der Laden ist voll, auch die Ballustrade oben ist eng belagert überwiegend von Menschen, die ihrem Idol auf der Bühne altersmäßig noch etwas näher sind als ich, Jahrgang 1959.

Nummer 1 der Blues-Billboards

Das Comeback vollzieht sich nicht nur in Isernhagen: In den US-Blues-Billboards war Savoy Brown mit seinem neuen Album „Witchy Feelin’“ jüngst die Nummer 1. „Wir lagen eine Woche lang vor den Rolling Stones“, wird Simmonds am fortgeschrittenen Abend wahrheitsgemäß verkünden. Mit ausgestrecktem Arm in der Siegerpose der Freiheitsstatue, die neben ihm eine halbe Wand der Blues Garage füllt.  Um dann doch very british tiefzustapeln: „I’m only joking.“ Sein Publikum weiß es besser. Alle jubeln, alle sind sich so nahe: Ein Augenblick der Musikseligkeit, wie es ihn (fast) nur an der Industriestraße in Isernhagen H.B. gibt.

Simmonds springt auf der Bühne derweil quasi alterslos zwischen den 60-iger Jahren und den Stücken von Witchy Feeling’, anno 2017, hin und her – für ihn kein „Hard way to go“ wie im 48 Jahre alten Songtitel. Als Gitarrist scheint er eher noch grandioser geworden zu sein, und zudem – auch wenn einige Fans dem Ur-Sänger Chris Youlden bis heute nachtrauern – mit einer markanten Stimme mit Lou-Reed-Qualitäten gesegnet. Bassmann und Drummer bleiben bis zu  ihren Schluss-Soli auf Rhtythmusgeber reduziert – Simmonds ist nun mal die Show.  „Poor Girl“ vom 1970-er und „Tell Mama“ vom 71-er Album entstaubt er am Ende virtuos. „You’re feelin’ good?“

Keine Zeit für philosophische Einsichten

Wie denn nicht bei diesem Nostalgie-Bad in diesem urigen Setting?  Eric Burdon, die Doors und Santana hat mein Konzertbegleiter unter anderem  in dem zweistündigen musikalischen Zeitenstrom durchgehört, die ganze Bluesrock-Entwicklung eben. Dass er Simmonds die „Gnade der frühen Geburt“ zuspricht, ist natürlich nur musikalisch gemeint. Ich habe für solche philosophischen Einsichten noch keine Zeit. Ich muss vor dem Backstage-Zugang die Ellbogen ausfahren. Da wollen noch mehr ihre Savoy-Bown-Schätze signiert haben. Natürlich machen meine LP-Covers mehr her als die  armseligen CD-Booklets –zumal jetzt: mit dem großen  K des Vornamens und dem geschwungenen S wie Simmonds oder Savoy Brown.

Von Martin Lauber

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