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Isernhagen Wer will im Seniorenbeirat mitarbeiten?
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Wer will im Seniorenbeirat mitarbeiten?
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00:38 04.06.2018
Sollten die Isernhagener Politiker einen Seniorenbeirat befürworten, dann würde die Verwaltung dessen Mitglieder per Wahl ermitteln. Quelle: Symbolbild (Junker)
Altwarmbüchen

Bevor in Isernhagen der erste Seniorenbeirat eingerichtet werden kann, sollen bei einer Informationsveranstaltung die über 60-Jährigen befragt werden, ob sie überhaupt an der Arbeit eines solchen Gremiums Interesse haben. Dafür hat sich der Ausschuss für Soziales, Familie, Jugend und Senioren in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen – gegen die Stimmen der CDU-Fraktion. Die Verwaltung wurde beauftragt, alle über 60-Jährigen anzuschreiben und zu der Veranstaltung einzuladen. Erst im Anschluss will die Politik final entscheiden.

Der Vorstoß, einen Beirat nach dem Vorbild der Stadt Langenhagen oder der Gemeinde Wedemark einzurichten, war von den Grünen gekommen. 25 Prozent der Isernhagener Bevölkerung sei älter als 60 Jahre, begründete die Fraktion ihren Antrag. Mit ein Grund sei auch gewesen, so Ute Bobe (parteilos), dass sie mehrmals angesprochen worden sei, warum es in Isernhagen noch keinen Seniorenbeirat gebe.

Für die Einrichtung des Gremiums müssten nach Vorstellungen der Grünen zunächst über 60-jährigen Kandidaten für die sieben Mitglieder- und sieben Stellvertreter-Posten gefunden werden. Gewählt würden sie ebenfalls von über 60-jährigen Isernhagenern. Der Wahltermin läge im Mai oder Juni 2019 – parallel zur Wahl zum Europaparlament. Die Legislaturperiode würde fünf Jahre betragen. Seniorenbeiräte seien unabhängige, parteipolitisch neutrale und konfessionell nicht gebundene Gremien, so der Antrag. Die gewählten Mitglieder sollten von Rat und Verwaltung frühzeitig über alle für die ältere Generation interessanten Projekte und Probleme informiert werden. Sie sollten in Ausschüssen Antrags- und Rederecht, aber kein Stimmrecht erhalten. Die gewählten Mitglieder wären ehrenamtlich tätig und erhielten Sitzungsgeld analog zu den Ratsmitgliedern.

Philipp Neesen (SPD) wollte zunächst wissen, ob es schon Zahlen gäbe, wie viele Personen für eine Kandidatur bereit wären. Dem sei nicht so, kam die Information von der Verwaltung. Deshalb schlug er vor, zunächst die Senioren zu befragen und möglicherweise Beiratsmitglieder aus anderen Kommunen einzuladen, die über ihre Arbeit berichten könnten. „Erst danach sollten wir abschließend entscheiden.“ Auch Christian Possienke (FDP) plädierte dafür, erst zu ermitteln, wer sich für die ehrenamtliche Arbeit im Beirat interessiere. Außerdem vermisste er Angaben zu den Kosten.

Die Kosten seien noch nicht ermittelt, antwortete die Erste Gemeinderätin Nicole Jürgensen. „Sollte der Seniorenbeirat politischer Wille sein, dann würde die Gemeinde das volle Programm fahren.“ Dann gebe es eine Wahl, Sitzungsgelder und Schulungen für die Mitglieder. Gleichwohl sprach auch sie sich dafür aus, erst die Stimmung abzuklopfen.

Burkhard Kinder (CDU) indes hatte schon für die Ausschusssitzung die Anwesenheit vieler Senioren erwartet. Weil kein interessierter Älterer auf den Stühlen im Ratssaal Platz genommen hatte, sprach er sich gegen einen Beirat aus. „Viele Senioren sitzen doch schon im Rat.“ Kontra-Argumente hatte auch sein Fraktionskollege Helmut Lübeck parat. Weil die Gemeinde mit dem Seniorenbeauftragten Ralf Henneberg schon gute Arbeit leiste, sehe er keine Notwendigkeit für ein weiteres Gremium, so Lübeck.

„Ältere Menschen schauen auf bestimmte Themen anders, geben neue Impulse und hätten größere Möglichkeit der Mitsprache“, sprach sich die Gleichstellungsbeauftragte Azadeh Weinrich-Kroll hingegen für einen Beirat aus.

Nachgefragt

Welche Erfahrungen haben Sie im Seniorenbeirat gesammelt?

Die sieben Mitglieder werden in der Wedemark sehr ernst genommen. Sie haben sich etabliert. Wir sitzen in allen Ausschüssen außer dem Finanzausschuss und haben Antrags- und Rederecht. Mit abstimmen dürfen wir allerdings nicht. Wir werden mit eingebunden, und unsere Wünsche werden erfüllt. Die neutralen Mitglieder sind ein Bindeglied zwischen den Senioren und der Politik sowie Verwaltung.

Auf welche Erfolge kann der Beirat in der Wedemark zurückblicken?

Den Seniorenbeirat gibt es seit 1992, und er ist eine Erfolgsstory: Etwa von abgesenkten Bordsteinen über sichere Fußgängerüberwege, Fahrtraining, Badefahrten bis hin zu Computerkursen haben wir einiges initiiert. Dabei haben wir stets im Fokus, Wege aus der Alterseinsamkeit zu finden. Derzeit befassen wir uns mit seniorengerechtem Bauen. Wir wünschen uns mehr Mietwohnungen für alte Menschen, die sie sich im Alter auch leisten können.

Wie sehen Sie die Zukunft des Gremiums?

Wir sind gut aufgestellt und harmonisieren. Die Zukunft des Beirates sehe ich positiv. Gleichwohl muss sich der Beirat jetzt schon um Nachfolger kümmern. In zwei Jahren gibt es Neuwahlen.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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