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Isernhagen Wenn die Deutschlandhymne mit Gershwin fusioniert
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Wenn die Deutschlandhymne mit Gershwin fusioniert
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00:22 07.06.2018
Laurens Patzlaff: Eine improvisierte Retrospektive zum 100. Jahrestag von Leonhard Bernstein. Quelle: Jürgen Zimmer
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Isernhagen F.B.

Der Anspruch von „Weltklassik am Klavier“ ist es, Werke großer Meister der klassischen Musik in kleinem exklusivem Rahmen niederschwellig anzubieten. „Wir holen Ihnen keine Sterne vom Himmel, aber wir holen die Sterne für Sie auf die Bühne“, so das Motto der Gründerin der Konzertreihe, Kathrin Haarstick aus dem ostfriesischen Rysum. Immer am ersten Sonntagnachmittag eines Monats und immer kostenfrei für Jugendliche bei mehr als 300 Konzerten im Jahr an 47 Orten, von Aachen über Denver, Colorado, USA bis Peking und Isernhagen – alles ohne öffentliche Subventionen.

Am Sonntag erlebten die Besucher im Isernhagenhof diesmal die Besonderheit, dass ausschließlich ein moderner Komponist gespielt wurde: eine improvisierte Retrospektive zum 100. Jahrestag des Geburtstages von Leonard Bernstein. Im ersten Teil des Konzertes improvisierte Laurens Patzlaff bekannte Melodien aus der West Side Story, aber auch aus dem Musical „Glitter and be gay“ nach Voltaires Roman „Candide“.

Besonderheit Nummer 2: Nach der Pause durften die Besucher ihre Lieblingstitel aufschreiben und Patzlaff improvisierte aus dem Stegreif. Da die Liste sehr lang war, legte er meist zwei Titel zusammen. So wurden zum Beispiel Motive aus Gershwins „Porgy and Bess“ und die deutsche Nationalhymne in einer Improvisation fusioniert. Von Franz Liszt, laut Petzlaff der größte Improvisator aller Zeiten, bearbeitete er den Sommernachtstraum. Bravo-Rufe und freudiger Applaus waren der verdiente Lohn.

Patzlaff ist ein Pionier der Improvisationskunst, die noch im 19. Jahrhundert äußerst populär war, dann aber in Vergessenheit geriet, als immer mehr das werkgetreue Nachspielen der alten Meister in Mode kam. So ist es bis heute geblieben. Erst langsam weicht das wieder etwas auf. Patzlaff hat die deutschlandweit erste Professur für Angewandtes Klavierspiel in Lübeck inne. „Ich vermittele interdisziplinäres Denken und Spielen“, verriet er. Eine provokante These von ihm mündet in die Frage: „Wo ist der künstlerische Beitrag eines Pianisten, der vorgegebene Noten und Tempi vom Blatt abspielt?“ Unkonventionelle Wege gehen und Konzertformate ändern, das sind seiner Meinung Wege, um die klassische Musik am Leben zu halten, zu modernisieren und auch wieder für die Jugend interessant zu machen.

Von Jürgen Zimmer

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