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Isernhagen Für das Kirchhorst von übermorgen
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Für das Kirchhorst von übermorgen
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00:18 14.09.2017
Auf der Wiese und dem Maisfeld an der Steller Straße neben dem Feuerwehrhaus und gegenüber des Supermarktes soll der neue Dorfplatz entstehen. Quelle: Elena Everding
Kirchhorst

Endlich geht es los: Kirchhorsts Ortsbürgermeister Herbert Löffler (SPD) hat sich lange für einen neuen Dorfentwicklungsplan eingesetzt: Am Freitag, 29. September, um 17 Uhr fällt nun der Startschuss. Die Gemeinde und der Ortsrat laden die Bürger in die Schulturnhalle, Pastorenweg 1, zur ersten Einwohnerversammlung ein.

„Wir wollen die Kirchhorster befragen und einbeziehen, wenn es um ihre Vorstellungen für das Dorf in der Zukunft geht“, erklärt Löffler. Der Dorfentwicklungsplan solle eine Art Leitbild für die nächsten 20 Jahre werden. Nachdem Orts- und Gemeinderat das Vorhaben beschlossen haben, wollen sie bei der Veranstaltung die Einwohner über die Ziele des Verfahrens beziehungsweise der Entwicklungsplanung informieren. Dann soll ein aktuelles Meinungsbild der Einwohner über ihr Dorf entstehen: Was sind die Stärken, was die Schwächen? Wo liegen Chancen und wo Risiken? Der Ortsbürgermeister erhofft sich viel Interesse und Beteiligung.

Bereits im Jahr 1983 stellten Gemeinde und Ortsrat für Kirchhorst einen Dorfentwicklungsplan auf und nahmen damit am Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen teil. Das ist auch dieses Mal das Ziel. Steht der Entwicklungsplan, kann das Dorf einen Antrag auf die Aufnahme in das Programm stellen. Bestenfalls kommen dem Ort Fördermittel für beispielsweise die Dorfgestaltung oder den Aufbau von Gemeinschaftseinrichtungen zu.

„Seit dem letzten Dorfentwicklungsplan haben wir etwa 1000 neue Einwohner bekommen. Auch sie sollen nun gefragt werden, was sie sich in den nächsten Jahren für Kirchhorst wünschen“, meint Löffler. In Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenbereichen sollen die Bürger Ziele oder auch Projekte erarbeiten. Löffler: „Wir wollen eine Orientierungsgrundlage nicht für das Kirchhorst von morgen, sondern von übermorgen.“tretret

Die Fragen, mit denen sich die Kirchhorster beschäftigen werden, betreffen unter anderem das soziale und kulturelle Leben, Tourismus, erneuerbare Energien, den Umweltschutz wie auch die bauliche Gestaltung des Dorfes. Dem Großprojekt „Dorfplatz“ kommt dabei als „vorgezogenes Projekt“ im Rahmen des Entwicklungsplanes eine Sonderrolle zu: Der Kirchhorster Investor Daniel Berkemeier möchte an der Steller Straße neben dem Feuerwehrhaus und gegenüber des Supermarktes eine neue Dorfmitte entstehen lassen – was sich viele Kirchhorster schon lange wünschen.

Angedacht hat er eine Gastronomie mit Saal, den Vereine und Institutionen kostenlos nutzen können, außerdem einen Laden. Finanzieren will Berkemeier das Vorhaben mit einem Wohngebiet unter anderem mit Mehrfamilienhäusern und barrierefreien Wohnungen. Zwischen dem Eigentümer des Grundstücks, der Kirche, und dem Investor besteht bereits ein Vertrag. Das Problem: Im Flächennutzungsplan ist das Areal als Freifläche eingetragen. Damit die Region sie bebaubar macht, muss ein Konzept für die neue Nutzung stehen. „Das Verfahren kann sich hinziehen“, meint Löffler. Er wartet nun auf eine Einladung für ein Treffen, bei dem sich Grundstückseigentümer, Investor und Gemeinde an einen Tisch setzten, um das Konzept zügig zu entwickeln.

Bebauungsplan "Hotel am See" wird ausgelegt

Bis 1992 lockte das Autokino Kirchhorst Cineasten vor die Großleinwand. Dort, östlich des Kirchhorster Sees, will die Gemeinde Isernhagen Betriebe aus den Bereichen Beherbung, Freizeit, Sport und Gesundheit ansiedeln. Nach dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Hotel am See“ im Jahr 2011 ging der Kommune für dieses Vorhaben viel Zeit verloren, weil Investor Frank Jasiek seine Pläne für ein Vier-Sterne-Tagungshotel 2016 wieder ad acta legte.

Für die erneute öffentliche Auslegung des B-Plans mit einem Geltungsbereich von rund sieben Hektar hat sich nach dem Ortsrat Kirchhorst nun auch der Planungs- und Bauausschuss ausgesprochen. Allein Fabian Peters (Grüne) war dagegen: Durch Festlegungen im B-Plan könnten anderweitige Investorenpläne blockiert werden. Ulrich von Rautenkranz (FDP) argumentierte umgekehrt: „Wenn wir nichts machen, brauchen wir wieder zwei Jahre bis zur Grundsteinlegung.“              (mal)

Von Elena Everding

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