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Isernhagen Punktesystem: So funktioniert die Kita-Platz-Vergabe
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Punktesystem: So funktioniert die Kita-Platz-Vergabe
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14:34 31.01.2019
In den nächsten Wochen werden die Kita- und Hortplätze für das neue Betreuungsjahr ab Sommer vergeben. Alle Kitas in Isernhagen halten sich an das gleiche Punktesystem. Quelle: Symbolbild: unsplash /Sandy Millar
Isernhagen

Wer sein Kind ab August in eine Krippe, einen Kindergarten oder einen Hort in Isernhagen geben möchte, musste bis Donnerstag eine Anmeldung abgeben. 1460 Betreuungsplätze hält die Gemeinde vor – davon 268 in der Krippe, 812 im Kindergarten, 290 im Hort und 90 bei Tagesmüttern. Die meisten von diesen Plätzen werden im Sommer aber nicht frei, weil nur wenige Kinder die jeweilige Gruppe verlassen. Wer die frei werdenden Plätze bekommt, das entscheidet seit vergangenem Jahr ein zentrales Punktesystem. Wer die meisten Punkte hat, der bekommt den Platz.

Wie funktioniert das Punktesystem in der Krippe?

Grundsätzlich gilt: Kinder, die in Isernhagen wohnen, haben Vorrang. Wer nicht aus der Gemeinde stammt, bekommt nur einen Platz, wenn einer übrig ist. Jedes Kind aus Isernhagen wird im Punktesystem erfasst. In der Krippe entscheidet, wie viel die Eltern arbeiten. Für Vollzeit gibt es pro Elternteil eines einjährigen Kindes 20 Punkte, für zehn Arbeitsstunden die Woche 5 Punkte. Alleinerziehende bekommen die Punkte verdoppelt, um nicht im Nachteil zu sein. Generell werden ältere Kinder in der Krippe vorrangig bedacht – dementsprechend gibt es für zweijährige Kinder die doppelte Anzahl von Punkten für die Arbeitszeit ihrer Eltern. Zudem können Bonuspunkte erreicht werden: Wer ein Geschwisterchen in der jeweiligen Kita hat, sichert sich einen Punkt. Eine soziale Notwendigkeit, die durch eine Bescheinigung des Jugendamtes nachgewiesen wird, bringt fünf Punkte.

Für was gibt es im Kindergarten und Hort Punkte?

Im Kindergarten gibt es schlichtweg Punkte für das Alter des Kindes: Dreijährige bekommen 10 Punkte, Vierjährige 20 Punkte und Kinder ab fünf Jahren 30 Punkte. Bonuspunkte gibt es für ein Geschwisterkind in der Einrichtung (1 Punkt), für soziale Notwendigkeit (5 Punkte) und für eine vorherigen Aufenthalt in einer Krippe (2 Punkte).

Im Hort ist es andersherum: Dort sollen jüngere Grundschüler vorrangig einen Platz bekommen. Zudem müssen die Eltern nachweisen, dass ihre Arbeitszeit über den regulären Schulschluss hinausreicht. Eltern von Erstklässlern bekommen demnach mehr Punkte, wenn sie bis 16 Uhr arbeiten (60 Punkte) als Eltern von Drittklässlern, die genauso lange arbeiten (30 Punkte). Bei gleicher Anzahl der Regelpunkte entscheiden die Bonuspunkte. Gibt es auch danach noch einen Gleichstand, entscheidet das Los.

Rechenbeispiele im Punktesystem

Ein einjähriges Kind soll in die Krippe: Vater arbeitet in Vollzeit (20 Punkte), Mutter arbeitet 20 Stunden pro Woche (10 Punkte), es gibt eine große Schwester in der Kita (1 Punkt) -> 31 Punkte. Zweijähriges Kind soll in die Krippe: Alleinerziehendes Elternteil arbeitet 30 Stunden (60 Punkte) -> 60 Punkte. In diesem Fall würde das zweijährige Kind den Platz bekommen.

Hortplatz: Eltern eines Erstklässlers sind berufstätig bis 15 Uhr (20 Punkte). Eltern eines Zweitklässlers arbeiten ebenfalls bis 15 Uhr (30 Punkte). In diesem Fall bekommt der Erstklässler den Platz. Gibt es vielleicht noch einen Drittklässler, deren Eltern bis 16 Uhr arbeiten (30 Punkte) und bei dem eine soziale Notwendigkeit (5 Punkte) für den Besuch eines Hortes besteht, erhält das ältere Kind den Platz.

Warum braucht es so ein Punktesystem?

Obwohl Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippen- und Kitaplatz haben, hat die Vergangenheit gezeigt: Oft reichen die Betreuungsplätze nicht aus. Vor allem der Platz in der Wunsch-Kita ist nicht immer zu haben. Um Eltern möglichst viel Transparenz bei der Entscheidung zu bieten und eine Gleichbehandlung aller Kinder in allen kommunalen und freien Kitas zu gewährleisten, hat der Rat das neue Punktesystem beschlossen.

Halten sich wirklich alle Kitas daran?

Der erste Durchlauf 2017 sei abgesehen von kleinen Startschwierigkeiten positiv verlaufen, heißt es aus dem Rathaus. “Alle Träger von Kindertagesstätten in Isernhagen sind vertraglich an das Punktesystem gebunden.“ In begründeten Einzelfällen können die Kita-Leitungen Ausnahmen bei den Gemeinde beantragen. Man vertraue den Trägern. „Dennoch gibt es im Rahmen der ständigen Qualitätssicherung des Punktesystems eine stichprobenartige Nachprüfung“, betont die Gemeinde.

Was passiert, wenn Kinder in mehreren Kitas angemeldet wurden?

Eltern können ihre Kinder in mehreren Kitas anmelden und eine Prioritätenliste aufstellen. Jedes angemeldete Kind wird in jeder Einrichtung erst einmal mit Punkten bedacht. Jede Einrichtung stellt daraufhin ein Ranking auf, nachdem die Plätze vergeben werden. In einem weiteren Schritt gleichen die Einrichtungen miteinander ab, welche Kinder mehrfach angemeldet wurden – sollte das Kind in mehreren Kitas einen Platz bekommen können, entscheidet die Wunschliste.

Wann bekommen Eltern eine Zusage?

Das Sortieren und Erfassen der Anmeldungen im Punktesystem dauert. Aber auch ein anderer Grund führt dazu, dass Eltern erst in ein paar Monaten mit einer Zusage rechnen können. Seit vergangenem Jahr gelten Kinder, die zwischen Juli und September sechs Jahre alt werden, als „Flexi-Kinder“. Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder einschulen oder zurückstellen lassen – das müssen sie bis Mai entschieden haben. „Bis Mai eines jeden Jahres besteht nun Ungewissheit, wie viele Kinder den Kindergarten verlassen und damit, wie viele Krippenkinder nachrücken können“, erläutert die Gemeinde auf Nachfrage. Vor April werden die Kitas daher keine Zusagen verschicken.

Was passiert, wenn Kinder keinen Platz in der Kita bekommen, in der sie angemeldet wurden?

Es gibt einen Rechtsanspruch auf einen Krippen- und einen Kindergartenplatz. Die Gemeinde muss also am Ende alle Kinder versorgen, wenn sie eine Klage vermeiden möchte. Bislang hat das in den vergangenen Jahren trotz anfänglichen Defizits immer funktioniert. Nicht zuletzt dank vieler Kita-Neubauten. Allerdings: Ein Recht auf einen Platz in der Wunsch-Kita haben Familien nicht. Eltern müssen im Zweifelsfall auch einen Platz in einem anderen Isernhagener Ortsteil annehmen.

Wann kommt die zentrale Online-Anmeldung für Kitas?

Isernhagen plant seit Jahren, eine zentrale Online-Anmeldung einzuführen. In Hannover ist das seit Kurzem für einzelne Kitas möglich. Laut Gemeinde arbeite man intensiv an einer Software-Lösung: „Es wurden diverse Anbieter konsultiert, die Angebote verglichen und einige Programme vor Ort vorgeführt.“ Das Ergebnis soll im März im Ausschuss für Soziales, Familie, Jugend und Senioren vorgestellt werden.

Ändert sich bei den Kita-Gebühren ab Sommer etwas?

Das steht noch nicht fest. Klar ist: Kinder ab drei Jahren sind gebührenfrei und zahlen nur noch das Essensgeld. Unklar ist noch, ob die Gemeinde die Geschwister-Ermäßigung ändert. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Ermäßigung zu spiegeln – künftig sollte das jüngste Kind die volle Gebühr zahlen und ältere Geschwister Ermäßigungen erhalten. Auch die Frage, ob die gebührenfreien Kindergartenkinder bei der Berechnung der Ermäßigung weiter mitzählen, ist noch nicht beantwortet. Im März sollen die Politiker im Sozialausschuss erneut öffentlich darüber beraten – auf der Grundlage der von ihnen geforderten Beispielrechnungen.

Von Carina Bahl

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