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Isernhagen An der SPD-Basis bleibt Bürgerversicherung Thema
Aus der Region Region Hannover Isernhagen An der SPD-Basis bleibt Bürgerversicherung Thema
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00:44 25.03.2018
Herbert Löffler (links) hält ein Vortrag über die Bürgerversicherung und diskutiert mit Parteigenossen. Quelle: Jarolim-Vormeier
Altwarmbüchen

 Ein bemerkenswertes Timing: Eine Woche nach dem GroKo-Start in Berlin haben der SPD-Ortsverein Isernhagen und die AG-60 plus mit 15 Genossen über die Bürgerversicherung diskutiert – und das, obwohl die Sozialdemokraten diese Kernforderung nicht im Koalitionsvertrag unterzubringen vermocht haben. Herbert Löffler, SPD-Ratsherr, Vize-Chef der AG-60 plus der Region Hannover und Ortsbürgermeister von Kirchhorst, hatte das Thema trotzdem auf die Tagesordnung gesetzt. „Es gibt viel Unkenntnis über die Bürgerversicherung und jeder hat andere Vorstellungen“, sagte er. 

Für den Termin am Mittwochabend im Altwarmbüchener Hotel Amadeus hatte der Kommunalpolitiker sich tief in die bundespolitische Materie eingearbeitet. Hinter der Idee der Bürgerversicherung stecke die Forderung nach einer einheitlichen Krankenversicherung mit gleichen medizinischen Leistungen für alle in der Grundversorgung. Löffler warnte, Koalitionsvertrag hin oder her, vor Ungerechtigkeiten und forderte die Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin. Es könne doch nicht angehen, dass Privatpatienten bei der Terminvergabe beim Arzt viel früher an die Reihe kämen als Kassenpatienten. Als Positivbeispiel nannte er Österreich, wo die Bürgerversicherung längst Realität sei. Dort könnten sich Bürger „on top“  für Zusatzleistungen privat versichern.

Nach seinem einstündigem Vortrag, den nicht alle Zuhörer bis zum Ende durchhielten, bekam Löffler auch Gegenwind aus den eigenen Reihen. In der anschließenden Diskussion versicherte Parteigenossin Gudrun Krone-Höpfner, sie habe bei der Terminvergabe noch nie eine Benachteiligungen erlebt. In die gleiche Kerbe schlug Reinhard Lensch, SPD-Ratsherr und Ehemann einer Ärztin: „In der Praxis meiner Frau werden keine Unterschiede zwischen Kassen- und Privatpatienten gemacht.“  Der Radiologe Klaus Gratz verteidigte die unterschiedlichen Arzthonorare für Privat- und Kassenleistungen.  Sie seien gerechtfertig, weil Fachärzte ihre teuren Geräte auch finanzieren müssten. Wichtig sei, dass, „was medizinisch notwendig ist, sofort behandelt wird“. Deshalb begrüßte Gratz, dass es seit 2016 gesetzliche Vorgaben gibt, die maximale Wartezeiten festschreiben. Diese müssten aber auch eingehalten werden.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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