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Isernhagen SPD geht mit Ex-Chef hart ins Gericht
Aus der Region Region Hannover Isernhagen SPD geht mit Ex-Chef hart ins Gericht
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00:18 02.07.2018
Im Oktober 2017 stellte sich der damals neue SPD-Vorsitzende André Marburg (Zweiter von links) mit seinen Stellvertretern Jan-Niklas Hartge und Gudrun Krone-Höpfner (rechts) sowie Kassiererin Andrea Nachtigall (links) dem Fotografen. Quelle: privat
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Isernhagen

Isernhagens Sozialdemokraten wollen am Mittwoch, 8. August, in einer Mitgliederversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen. Schon vor dem überraschenden Rücktritt von André Marburg vom Parteivorsitz sowie seinem Verzicht auf seine Mandate im Gemeinderat und im Kirchhorster Ortsrat sei dieser Termin anberaumt gewesen. Das hat der stellvertretende Chef des SPD-Ortsvereins, Jan-Niklas Hartge, jetzt mitgeteilt. Für Marburgs Nachfolge seien genügend Kandidaten vorhanden. Nach seinem Rückzug gebe es „Erleichterung und eine neue Dynamik des Miteinanders“ im Vorstand.

Marburg hatte seinen Rückzug auch aus der SPD am vergangenen Sonntag in einer schriftlichen Erklärung mit „undemokratischem Verhalten“ der SPD-Ratsfraktion ihm gegenüber begründet und Fraktionschef Hans-Edgar Ojemann sowie dem SPD-Ratsherrn Herbert Löffler „Alleingänge“ unterstellt. Hartge unterbreitete jetzt in einer Presseerklärung für SPD-Fraktion und -Ortsvereinsvorstand eine andere Version: Marburg sei 2016 vor der Kommunalwahl aktiv geworden und habe hintereinander versucht, Bundes- und Landtagsabgeordneter zu werden. Und schließlich habe er sich „für weitere Ämter auch in der Gemeinde Isernhagen berufen“ gefühlt.

Jan-Niklas Hartge. Quelle: privat

Was Hartge nicht schreibt: Gemeint ist die Nachfolge des hauptamtlichen Bürgermeisters Arpad Bogya. Dessen Amtszeit endet in drei Jahren, über die Personalie hat man sich in der SPD offenbar schon so viele Gedanken gemacht, dass die Partei eine Kommission gründete. In deren Arbeit habe er sich nicht eingemischt, sagt Marburg – und zwar, weil er tatsächlich Interesse eine Kandidatur nicht ausgeschlossen habe. Aus „wohlerwogenen Gründen“, so Parteivize Hartge, habe der 44-jährige Kirchhorster dafür aber keine Unterstützung von der SPD erfahren. Einen Tag, nachdem ihm dies im Parteivorstand mitgeteilt worden sei, habe Marburg seinen Austritt aus der SPD erklärt. „Wer ernsthaft Demokratie und gute Kommunalpolitik will, muss auch einmal zur Selbstkritik fähig sein, ohne gleich die Brocken hinzuwerfen. Wer stattdessen nur eine gut bezahlte Karriere machen möchte, ist auch in der SPD fehl am Platz“, urteilt Hartge.

Marburg ist über solche Töne „überrascht“. „Ich weiß nicht, wo das hinführen soll“, sagte er am Freitag auf Anfrage. „Das sieht aus, als wolle man eine Schlammschlacht beginnen.“ Daran werde er sich nicht beteiligen. In der Sache aber nimmt der IT-Unternehmer aus Kirchhorst Stellung. Er habe sich für kein Parlamentsmandat beworben. Was das Bürgermeisteramt angeht, habe man sich in der SPD Gedanken darüber gemacht, wann die Bürgermeister-Wahl anstehe und wie man sich dafür als Partei aufstellen wolle. Dabei sei er nicht der einzige gewesen, der Interesse an einer Bewerbung bekundet habe.

André Marburg. Quelle: Frank Walter

Dem Vernehmen nach spitzte sich der Konflikt in den letzten Tagen vor dem großen Knall dramatisch zu. Hartge berichtet, dass es in einer Sitzung der Ratsfraktion am 11. Juni Kritik an der Person Marburgs gegeben habe. Auf dessen eigenen Wunsch hin sei dies dann Gegenstand in der Ortsvereinssitzung am 18. Juni gewesen. Dort sei über die „sehr deutliche Kritik“ an Amtsführung, Öffentlichkeitsarbeit und Informationspolitik Marburgs hinaus kritisiert worden, dass dieser „trotz wiederholter Hinweise und Ermahnungen aus der Partei seit Oktober 2017 die Internetseite der Partei brachliegen ließ“.

Der Angegriffene hat auch dazu Stellung genommen. Die Landes-SPD habe seit 2017 begonnen, die technische Plattform für die Homepages zu ersetzen. Von diesem technischen Wechsel sei auch der Ortsverein Isernhagen betroffen gewesen. Weil es ungewiss gewesen sei, ob Inhalte auf die neue Plattform übertragen werden, habe er keine Artikel veröffentlicht, so Marburg. Zwei Module, um online Mitglied werden und online spenden zu können, habe er aber eingerichtet. Letzter Beschluss zum Thema sei gewesen, dass mit der hannoverschen Parteizentrale geklärt wird, ob Isernhagens SPD ihre Homepage abkoppeln könne.

Von Martin Lauber

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